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                  Biblische Tatsachen!


 


 Autor: Dr. Rudolf Michalke 


 

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Jesus, geboren von einer Jungfrau oder einer jungen Frau? 

 

Inhalt: 

1. Gegen Christliche Vorurteile

2. Das Problem der Jungfraugeburt
3. Die Stammbäume Jesu
4. Jungfrau oder junge Frau?
5. Die Salbung Jesu zum Messias
6. Gegner der Unnüchternheit
7.Jesus - ein unvergleichlicher Mensch!
8. Der Geist ist stärker als die Gene 


 

Denn sowohl der, welcher heiligt, als auch die, welche geheiligt werden, sind alle von einem (= Gott, Jahweh): aus diesem Grund schämt er (=Jesus) sich nicht, sie Brüder zu nennen, indem er spricht: "Kundtun will ich deinen Namen meinen  Brüdern; inmitten der Gemeinde will ich dir lobsingen." Und wiederum: "Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen." Und wiederum: "Siehe, ich und die Kinder, die  Gott mir gegeben hat." Weil nun die Kinder Blutes und Fleisches teilhaftig sind,hat auch er in gleicher Weise daran Anteil gehabt, um durch den Tod den zunichte zu machen, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel, und um alle die zu befreien, die durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren. Denn er nimmt sich doch wohl nicht der Engel an, sondern der Nachkommenschaft Abrahams nimmt er sich an. Daher mußte er in allem den Brüdern gleich werden, damit er barmherzig und ein treuer Hohepriester vor Gott werde, um die Sünden des Volkes zu sühnen; denn worin er selbst gelitten hat, als er versucht worden ist, kann er denen helfen, die versucht werden. ( Hebräer 2, 11-18) Elberfelder Bibel 

 


Vorwort
 

Wurde JESUS VON NAZARETH, der einst dem Volk Israel verheißene MESSIAS (griechisch: CHRISTOS = GESALBTER; vgl. Joh.1:40-41,45, 49), von einer Jungfrau (Maria) empfangen und nicht von einem menschlichen Vater (Josef) gezeugt (Wunder Gottes), oder wurde Er wie jeder andere Mensch gezeugt und geboren?
Die heutigen gängigen deutschen NT Übersetzungen (Luther, Elberfelder, ...) gehen von einem griechischen (!) Grundtext aus. Will man “biblisch“ bleiben, lässt dieser kaum eine andere Sichtweise offen als nur die einer JUNGFRAUGEBURT! -  

Gleich im ersten Abschnitt bei Matthäus, DEM STAMMBAUM JESU (Mt. 1:1-17), steht in Vers 16: “Jakob zeugte Josef, den Mann Marias, von welcher Jesus geboren wurde, der Christus genannt wird.“ Diese Formulierung sagt nicht, dass Josef der leibliche Vater von Jesus ist. Dass DIESER WORTLAUT aber GAR NICHT SO BESONDERS ALT ist, verglichen mit dem des ARAMÄISCHEN SINAI-SYRERS wird unter der Rubrik (“Der Stammbaum des Messias!“) bewiesen. Dort lautet Vers 16: “Jakob zeugte Josef. JOSEF(!), dem Marjam die Jungfrau verlobt war, ZEUGTE(!) JESCHU, DER MESSIAS GENANNT WIRD.“  

Diese Textvariante führt die Zürcher-Bibel in einer Fußnote zu Mt.1:16 als “EINE SEHR ALTE SYRISCHE ÜBERSETZUNG“ an und fügt als Kommentar treffend hinzu: “Hier zeigt sich EINE ANDERE ANSCHAUUNG, die auch sonst Spuren(!) hinterlassen hat. Zum Ganzen vergleiche noch Lk.2:33,48 sowie Lk. 2:27, 41,43.“ In dieser Schrift wird auf diese “ANDERE ANSCHAUUNG“, die nicht zum Dogma der Jungfraugeburt passt, eingegangen.
Dieses Dogma der Großkirchen ist auch bei den in diesem Punkt mit ihnen mitlaufenden unabhängigen christlichen Gemeinschaften gültig und färbt auch sie mythologisch. Sogar Christen, die die Trinitätslehre ablehnen, akzeptieren diese Doktrin, und darauf gründen sie ihre “KONZEPTIONS-CHRISTOLOGIE“ (“Konzeption“ = “Empfängnis“), nicht ahnend, dass dadurch die Klarheit der urchristlichen GEIST-CHRISTOLOGIE getrübt wird. Denn weder Mythos noch Philosophie oder Gnosis (Esoterik) haben etwas mit der einfachen urchristlichen Wahrheit des ersten Jahrhunderts zu tun. NUR WAHRHEIT SCHAFFT KLARHEIT!
 

Gottes Wille ist DIE UMGESTALTUNG DES MENSCHEN IN DAS BILD JESU (vgl. Rö.8:29-30; 1.Pet.2:21-25; 1.Joh.2:1,6; 3:1-3). Eine nur formgebundene Frömmigkeit wie bei der Kult- Religion (Einhalten religiöser Satzungen und Bräuche wie Feiern bestimmter Feste!) trägt vorchristliche Merkmale und ist nicht das, was Gott will: EINE GANZHINGABE AN GOTT, wie wir sie bei Jesus sehen, ein Leben in der Liebe, der Wahrheit und der Gerechtigkeit unter der Leitung des Geistes Gottes! HEILIGUNG UND GEISTESLEITUNG! Um Menschen zum vollkommenen Charakter Jesu hinzuführen, bedarf es KEINER MYTHOLOGISIERUNG DER PERSON JESU. Jedes Wegrücken Jesu von Seinem völligen(!) Menschsein kann DIE WILIIGKEIT DER MENSCHEN IN DER NACHFOLGE JESU hemmen, denn wie könnte es Menschen gelingen, einen Übermenschen oder Halbgott nachzuahmen (Alibi- Motiv!)? Mit Hilfe ältester Textzeugen kann man die Übermalungen beseitigen, die der Text der Evangelien im Laufe der Zeit erlitten hat, und aus dem Bild Jesu jene Züge entfernen, die eine spätere Zeit hineingetragen hat, die aber DIE  URZEIT (noch) nicht kannte

Zur Aufhellung urchristlicher Wahrheit ist ein DOGMATISCHES URTEIL, das einen bestimmten Grundtext (den griechischen Codex Sinaiticus, die aramäische Peschitta, ...) bevorzugt und dann mit ihm durch dick und dünn geht, völlig unbrauchbar. Ebenso unbrauchbar ist die Annahme, das dogmatische Vorurteil, dass der Peschitta -Text der authentische NT-Text sei und direkt von den Aposteln stamme. Wenn es so einfach wäre, bräuchte man gar keine anderen Quelltexte als nur den, den man sich aus dogmatischer Befangenheit erwählt. Das dogmatische Urteil kann nie ein Ersatz sein für ein gewissenhaftes GESCHICHTLICHES URTEIL, das die älteste Geschichte des Textes und ihre Zeugen berücksichtigt. - DAS ALTER DES SINAI-SYRERS (entdeckt 1892 am Sinai) reicht bis in die Zeit Justins und Irenäus zurück (2.Jhd.).
 

Gegen christliche Vorurteile 

Wer glaubt, Gott habe über den Bibeltext gewacht, damit dieser nicht im Laufe der Zeit verfälscht werde, irrt. Wenn es keine Verfälschungen gegeben hätte, wäre sowohl die Auswahl der vorhandenen Quelltexte für den derzeitigen Grundtext der Bibel als auch dessen Übersetzung in Deutsch, Englisch, von Gott inspiriert. Warum dann die ständigen Revisionen der Bibel? Schon das AT redet vom “Fälschergriffel der Schreiber" (Jer.8:8)! 

Allein aufgrund der Tatsache, dass es im Deutschen, Englischen, ... nicht nur jeweils eine einzige, sondern JEWEILS ZAHLREICHE ÜBERSETZUNGEN gibt (deren Wortlaut an bestimmten Stellen mehr oder weniger voneinander abweicht), müsste auch den wenig nachdenkenden Menschen klar sein, dass obige Ansicht nur ein naiv frommer, FÜR EINE GENAUERE ERMITTLUNG DER WAHRHEIT ABER UNREALISTISCHER STANDPUNKT ist. 

Auch ein Blick in die Bibeltexte in den einzelnen antiken Sprachen (aramäisch, griechisch, altlatejn, armenisch, arabisch, ägyptisch, äthiopisch, ...) ist ernüchternd. Es ließen sich viele Beispiele anführen für Abweichungen einzelner NT-Texte voneinander (die aber oft nebensächlich sind). Hier soll der allgemeine Hinweis genügen, dass man DA UND DORT allein MIT GRIECHISCHEN TEXTEN DEN NT-URTEXT GAR NICHT FINDEN KANN! 

Dem NT-Text ist es nicht viel anders ergangen als Jesus selbst, als Er in die Hand der Menschen fiel, man tat Ihm an, was man eben wollte!
Nun zum Alter des Sinai-Syrers. Wenn alte NT-Handschriften wie SINAI-SYRER und CURETON-SYRER in bestimmten Nachschlagwerken z.B. zwischen 390 und 450 n.Chr. datiert werden, ist zu beachten, dass diese Datumsangaben KEINE ALTERSANABEN DER MANUSKRIPTE sind, sondern nur der (meist leider griechischen!) TEXTKRITIK entstammen.
 

Wenn Handschriften keine schriftlichen Datumsvermerke tragen (was bei weitaus den meisten zutrifft), kann ihre Datierung nur indirekt erschlossen werden. Dementsprechend wird eine Datierung je nach Blickwinkel des Beurteilers verschieden ausfallen. Textkritiker, die nur vom Standpunkt griechischer Texte ausgehen oder diese bevorzugen, erliegen der Versuchung, ANDERSSPRACHIGE QUELLTEXTE ALS
SEKUNDÄR EINZUSTUFEN und diese datumsmäßig MÖGLICHST SPÄT anzusetzen.
Was den Sinai-Syrer betrifft, so reichen die Datierungsversuche (seiner Vorlage) vom ersten bis zum fünften Jahrhundert! Besonders Textkritiker, die sich nicht vom Aberglauben an den griechischen Codex Sinaiticus und Codex Vaticanus täuschen lassen (= andere als Tischendorf, Westcott/Hort, Tregeiles, Nestle/Aland, ...) und von vornherein gar nicht den ältesten erreichbaren griechischen NT-Text finden wollen, sondern den ältesten erreichbaren NT-Text überhaupt, welcher Sprache er auch angehören mag, datieren den SINAI-SYRER VIEL FRÜHER! Unter diesen Textkritikern gibt es solche, die den Sinai-Syrer auf eine Textform zurückführen, die wegen vielfachen Übereinstimmens mit Irenäus um 180 n. Chr. längst vorlag. Dieser Ansicht entspricht obige kurze Angabe im ersten Absatz.  

 

Übrigens: Der weiter unten erwähnte ALTLATEINISCHE CODEX BOBBIENSIS (aufbewahrt in Turin) wird in das 4.Jhd. datiert. Wegen seiner textlich nahen Verwandtschaft mit dem Text des Cyprian von Karthago (3.Jhd.) wird sein Archetyp (= die Vorlage) um das Jahr 200 n. Chr. angesetzt!
Viele Christen sehen in einer übernatürlichen Empfängnis Jesu deshalb kein Problem, weil sie von der Vorstellung ausgehen, dass Gott eben alles könne. Hier aber geht es nicht darum,ob Gott alles kann oder nicht, sondern darum, ob dies Die Art und Weise Seines Wirkens in der von IHM festgesetzen  SCHÖPFUNGSORDNUNG ist.  

Es entspricht der Schöpfungsordnung, dass die Sonne jeden Tag im Osten auf und im Westen untergeht. Das ist ein Unabänderliches astronomisches Gesetz!
Gewiss, wenn Gott will, könnte Er morgen eine Ausnahme machen und die Sonne nicht im Osten aufgehen lassen, sondern  entgegen allen Erwartungen der astronomischen Gesetze im Westen. Aber ist so ein Gedanke und so eine Erwartung realistisch oder ganz und gar
kindisch? Gott handelt nicht entgegen Seiner eigenen Schöpfungsordnung. Außerdem ist nirgends in der AT Zeit von Gott angekündigt, verheißen oder versprochen worden, dass einst Sein Messias durch eine übernatürliche Empfängnis geboren werden sollte!
 

Dass man sich hier auch nicht auf Jes.7:14 berufen kann, wird im Kapitel “Jungfrau oder junge Frau?“ (weiter unten) bewiesen. Die Erwartung einer übernatürlichen Empfängnis hängt also genauso in der Luft, d.h. ist genauso UNREALISTISCH, UNNÜCHTERN UND KINDISCH wie die Erwartung des Aufgangs der Sonne im Westen statt im Osten! Das schließt natürlich nicht aus, dass es z.B. bei der Heilung von Kranken oder bei der Befreiung von Besessenen Wunder gab und gibt. Derartiges ist im Rahmen der Schöpfungsordnung vorgesehen! Aber für eine übernatürliche Jungfrauempfängnis fehlt markanterweise jedes Beispiel in der Menschheitsgeschichte. Übrig bleibt nur die MYTHOLOGIE!
Zur Erklärung einer übernatürlichen Empfängnis der Maria greifen Christen gern auf einen VERGLEICH MIT 1.MOSE 6:2,4 zurück, wo die Rede davon ist, dass “die Söhne Gottes“ zu “den Töchtern der Menschen eingingen und diese ihnen (Kinder) gebaren“. Demnach, so ihre Argumentation, gäbe es einen biblischen Beweis für die Befruchtung von menschlichen (weiblichen) Eizellen durch geistige Wesen.
Einmal abgesehen davon, dass in 1.Mose 6 gar nicht gesagt ist, wer “die Söhne Gottes“ sind, und dass es aus verschiedenen Gründen (auf die hier nicht einzugehen ist) viel näher liegt, darunter GEFALLENE NACHKOMMEN VON SETH zu verstehen (SETHITEN,
1.Mo.4:25-26) als gefallene Geistwesen (Engel), sagt diese AT-Stelle keinesfalls, dass es für unsichtbare Geistwesen möglich ist, ohne Verwendung menschlicher (männlicher) Samenzellen mit irdischen Frauen Kinder zu zeugen. Dafür kann man sich nur auf MYTHOLOGISCHE VORBILDER berufen! So etwas ist eben MYTHOS! 2.Tim.4:4
 

Ein Geist der selber keinen irdischen Körper hat, muss sich des menschlichen Körpers eines männlichen Mediums bedienen, um mit einer Frau ein Kind zeugen zu können, wobei aber das genetische Material vom Medium stammt. So wie das Medium von sich aus (also ohne im Zustand der Besitzergreifung durch einen Geist zu sein) mit einer Frau ein Kind zeugen kann, so kann das auch durch einen Geist geschehen, indem der Geist vom Körper des Mediums Besitz ergreift und sich so, zwecks Zeugung, des Körpers des Mediums bedient.
Aber ist so etwas im Zusammenhang mit der Empfängnis Jesu durch Maria vorstellbar? Nur am Rand sei erwähnt, dass es tatsächlich auch solche Christen gibt, die sich die Zeugung Jesu so vorstellen. Josef habe (unter Besitzergreifung durch einen heiligen Geist, also in medialer Trance) mit Maria Jesus gezeugt. Durch diese Sicht ließ es
sich die Geburtsgeschichte im heutigen Matthäus aufrecht erhalten, indem man davon ausgeht, dass Josef von einem heiligen Geist ergriffen wurde und sich dessen nicht bewusst war, weil er ja unter Trance handelte (so wäre Josefs Misstrauen und des Engels Zuspruch in Mt.l:19-21 verständlich). Aber mit dem aramäischen Mt.l:16-Text des Sinai-Syrers lässt sich eine bessere Lösung des Problems gewinnen, zumal DIE NACHKOMMEN DER JERUSALEMER URGEMEINDE, DIE EBIONITEN, DIE GEBURTSGESCHICHTE JESU IN IHREM EVANGELIUM GAR NICHT HATTEN (Epiphanios, Haer.30,14,3).
 

Insemination, also künstliche Befruchtung (d.h. künstliche Einbringung von männlichen Samenzellen in die Gebärmutter oder in einen der Eileiter einer Frau zwecks Befruchtung einer weiblichen Eizelle), ist durch einen Geist ohne Verwendung eines menschlichen Körpers und ohne menschlichen Samen von der Funktionalität der Schöpfung her gar nicht realisierbar (weder von einem höllischen noch von einem himmlischen Geist)! Um solche  Zeugungsversuche zu verhindern, traf Gott Vorsorge. Feststehende biologische Gesetze sind ein unüberwindbares Hindernis (KREUZUNGSSPERRE!) für unzulässige Vermischungen mit der irdischen menschlichen Spezies, der Menschheit!  

Diese Tatsache bleibt bestehen, auch wenn heute durch DÄMONISCH INSPIRIERTE BÜCHER UND FILME DES SCIENCE FICTION die dummen Leser und Zuschauer mit Phantasie-Geschichten über die geschlechtliche Vermischung von Außerirdischen mit Irdischen (= Menschen) zum Gruseln oder, je nach Darstellung der Fiction, zum Lachen, Weinen oder Freuen gebracht werden. Gott zeigt Seinen Finger auf die Barrieren in Seiner Schöpfung: Die GENTECHNIK (STAMM-ZELLENFORSCHUNG) ist nämlich nicht imstande, lebensfähige parthenogenetisch erzeugte weibliche XX-Embryos herzustellen!
Auch der Vergleich von Adam mit Jesus als dem letzten Adam (l.Kor.15:45b) hat seine Grenzen. Denn ADAM WURDE GESCHAFFEN (damals gab es - laut Bibel - noch keine anderen Menschen auf Erden, deren sich Gott bei der Erschaffung von Adam hätte bedienen können), JESUS ABER WURDE GEZEUGT. Bei Jesus war eine Erschaffung wie bei Adam nicht notwendig, weil es bereits genug andere Menschen gab, die sich, gemäß Gottes Schöpfungsordnung, durch Zeugung und Geburt vermehrten. Wieso also sollte Jesus keinen menschlichen Vater (Josef) gehabt haben, wo Er doch ohnehin nicht mehr wie "der erste Mensch Adam" (l.Kor.l5:14a) ohne Vater und ohne Mutter erschaffen werden brauchte
und sowieso bereits in Maria eine leibliche Mutter hatte?

Der Unterschied zwischen JESUS und Johannes, dem Täufer, liegt nicht im Genetischen (in den angeblich übernatürlich entstandenen Genen Jesu), sondern IN DER UNTERSCHIEDLICHEM GEISTBEGABUNG (Jes.ll:2; Mt.3:16-17). NEUSCHÖPFUMG HAT MIT DER EINWOHNUNG DES GEISTES GOTTES ZU TUN, nicht aber mit anderen Genen! Dementsprechend begann das Evangelium der Ebioniten (und das der Nazaräer) mit der Taufgeschichte Jesu (nicht: Geburtsgeschichte), denn erst zu diesem Zeitpunkt wurde, gemäß dieser Judenchristen, der bisherige Prophet Jesus von Nazareth DURCH DIE IHM VON GOTT GEGEBENE GEIST-BEGABUNG zum Messias Jesus, und ebenso durch Erwählung wurde DAS GEISTIGE SOHN-SEIN JESU bestätigt: "Dieser ist Mein (Gottes) geliebter Sohn, an welchem Ich Wohlgefallen gefunden habe" (Mt.3:17). In diesem geistlichen Geschehen bei der Taufe Jesu liegt die Wurzel für die Wahrheit der GEISTCHRISTOLOGIE (nicht: Konzeptions-Christologie).  

Auch Ps.2:7b weist im NT nirgends auf Jesu Empfängnis oder Geburt, sondern auf die GEIST-BEGABUNG BEI SEINER TAUFE: Im Codex Bezae, in den Altlateinern, bei Justin, Methodios, ... steht Ps.2:7b sogar in Lk.3:22! Vom biologischen Standpunkt aus gibt es die Parthenogenese nur bei bestimmten niederen Tierarten, nicht aber beim Menschen. Dementsprechend spotten Feinde der Bibel und Feinde alles Christlichen über eine angeblich übernatürliche Jungfrauempfängnis. Eine jüdische Parodie auf die Jungfraugeburt Jesu steht in den unzensierten Handschriften und Drucken des babylonischen Talmud, in diesem Zusammenhang aber ohne Nennung des Namens Jesu, stattdessen ist von "Ben Stada und "Ben Pantera/ Pandera" die Rede (b.Schab.104b und b.Sahhedrin 67a). Es geht um die illegitime Geburt Jesu von einer ehebrecherischen Mutter, die einen ganz unbedeutenden Liebhaber hatte, nämlich den völlig unbekannten Pantera/ Pandera, nach dem heidnischen Philosophen Kelsos nur ein römischer Soldat, d.h. ein Nichtjude. In der polemischen Abhandlung des Kelsos "Alethes Logos" (2.Hälfte des 2.Jhds), die nur in Zitaten in "Contra Celsum" des Örigenes erhalten ist, wird behauptet, dass Maria "... von einem Soldaten namens Panthera (ein uneheliches Kind) geboren habe" (C.Cels.I,32).
DIE BEIDEN GEBURTSGESCHICHTEN JESU stehen in unseren heutigen Evangelien nur bei Matthäus und Lukas und GEHÖREN ZU DEN SPÄTESTEN SCHICHTEN EVANGELISCHER ÜBERLIEFERUNG. Außerdem sind sie nicht einmal übereinstimmend.
Im judenchristlichen Evangelium der Ebioniten stand noch nichts von einer Jungfrauempfängnis Jesu. Bei den Ebioniten hatte die Taufe Jesu einen höheren Stellenwert als Seine Geburt. Der Mt.l:16-Text des Sinai Syrers reicht als Vertreter der kanonischen Evangelientradition bis zu den vor- und nebenkanonischen Evangelien der Ebioniten und Nazaräer. Auch im Dialog zwischen "Timotheus und Aquila" ist die Rede davon, dass - WIE IM SINAI-SYRER - JESUS VON JOSEF GEZEUGT wurde. Als weiteren Zeugen für diese Sichtweise kann man Barsalibi, den Bischof von Amidain Syrien, nennen (12.Jhd.). Ebenso enthält das arabische Diatessaron (12.Jhd.) die Lesart, dass JESUS VON JOSEF GEZEUGT wurde.
 

Das Problem der Jungfraugeburt 

Bei der Entstehung jedes Menschen ist immer sowohl EIN MANN als auch EINE FRAU beteiligt. Das ist EINE FESTSTEHENDE GÖTTLICHE ORDNUNG. Warum sollte dieses universale Naturgesetz bei Jesus seine Gültigkeit verloren haben und außer Kraft gesetzt worden sein?
Was sollte der Grund für das singuläre Brechen dieser NATURORDNUNG gewesen sein?
Der Bruch wäre darin zu sehen, daß nur eine Hälfte dieser heiligen Ordnung, nämlich der mütterliche Anteil von Empfängnis bis Geburt durch Maria, erhalten bliebe. Wieso aber sollte die schöpferische Kraft, die den mütterlichen Anteil erhalten will, soll und kann, nicht AUCH DEN VÄTERLICHEN ANTEIL erhalten wollen, sollen und können, um zum Ziel zu kommen?
 

FÜR DIE URCHRISTLICHE GEIST-CHRISTOLOGIE IST DAS KEIN PROBLEM, denn hier ist das Göttliche im Messias nicht das physische Erbgut, sondern DER GEIST! Die Reine (KOMPROMISSLOSE) GEIST-CHRISTOLOGIE schließt den Gedanken einer Jungfraugeburt (oder Jungfrauempfängnis) zwingend aus. Dementsprechend  ist diese Idee vollkommen entbehrlich.
Dennoch dürfen wir fragen, ob bei einer Jungfraugeburt durch den mütterlichen Anteil das Ziel erreicht und durch Ausschluss des väterlichen Anteils ein Hindernis (!) beseitigt wird.
Denn eines ist klar, dass im so Geborenen EIN VOLLES MENSCHSEIN zwar erstrebt worden, aber nicht erzielt worden wäre! Es hätte ihm DIE VOLLE EBENBÜRTIGKEIT MIT DER MENSCHHEIT gefehlt, weil die Bedingungen seiner Entstehung andere gewesen wären. Der gewöhnliche Prozess des Werdens allen menschlichen Lebens in der Schöpfung wäre bei Jesus unterbunden gewesen, und so hätte Ihm auch NATÜRLICHE, NATURGEMÄSSE GABE MÄNNLICHER MENSCHENNATUR gefehlt, obwohl Er gerade dazu bestimmt war, EIN MENSCH über allen Menschen zu sein (vgl. Joh.8:40).
Wenn aber bei einer übernatürlichen Empfängnis Jesu (durch ein Wunder!) das entstandene Erbgut (trotzdem) ganz und gar menschlich gewesen wäre, erhebt sich die Frage, wozu überhaupt ein Wunder für die Empfängnis Jesu notwendig sein sollte. Warum hätte dann die Zeugung Jesu nicht durch Josef geschehen dürfen, also auf ganz natürliche Weise? JESUS KONNTE DAS ERBGUT NICHT ZUR GÄNZE VON MARIA HABEN.

Einfacher Beweis: Das letzte der 23 Chromosomenpaare ist beim Menschen, je nach Geschlecht, verschieden. Beim Mann ist es ein XY-Paar, bei der Frau ein XX-Paar. Aus diesem Grund .konnte Jesus das Y-Chromosom in Seinem Erbgut unmöglich von Maria haben, denn von ihr, einer Frau, konnte es nicht stammen. So wie das 23.Chromosom (das geschlechtsspezifische Y) von einem Mann stammen musste, so musste dies auch der Fall sein bei den übrigen 22 Chromosomen der väterlichen Seite.  Dass der väterliche Anteil am biologischen Erbgut nicht auf übernatürliche Weise von Gott stammt, ist indirekt dadurch angedeutet, dass AUCH MARIA, wie jede andere Frau nach einer Geburt, nach der GEBURT JESU die JÜDISCHEN REINIGUNGSVORSCHRIFTEN ERFÜLLTE (Lk.2:22 24).
Außerdem ist doch einleuchtend, dass das verunreinigende Übel, das im väterlichen Anteil ausgeschlossen werden soll, im mütterlichen Anteil ja erhalten bleibt. Wird aber DAS VOLL MENSCHLICHE ausgeschlossen oder beschränkt, weil es das Merkmal der Schwäche und Sünde trägt, (und weil nach Ansicht späterer Zeit das Eheleben mit sündhafter Lust behaftet ist und so der Keim der Sünde in das Gezeugte eindringt),  überträgt immer noch die Mutter das Merkmal der Schwäche und Sünde auf das Kind. Selbst die mütterlichen Körperfunktionen von der Empfängnis bis zur Geburt müssten bereits irgend wie jenes Sündhafte in sich bergen, dessen Einwirkung auf die Frucht so schädlich scheint. Um diesen berechtigten Bedenken zu entgehen, behauptet DIE PAPSTKIRCHE in ihrem Dogma, ganz losgelöst vom biblischen Zeugnis, dass schon Maria, um sündlos zu empfangen, von ihrer Mutter sündlos empfangen worden sei. Dieses Dogma von der unbefleckten Empfängnis Marias ist ein anderes als jenes von der Jungfraugeburt Jesu, denn es bezieht sich nicht auf die Empfängnis Jesu durch Maria, sondern auf die, Empfängnis Marias durch ihre Mutter (ähnliche Vorstellungen gab es schon in vorchristlichen heidnischen Mythen!). Das fördert(e) nur den UNBIBLISCHEN MARIENKULT! Dieser ist auch nicht zu rechtfertigen durch NT-Stellen wie Lk.l:42 ("gesegnet bist du (= Maria) unter den Frauen") oder Lk.l:48 ("von nun an werden mich (= Maria) glückselig preisen alle Geschlechter"). MIT SOLCHEN VERSEN LÄSST SICH KEIN KULT BEGRÜNDEN! Das beweist allein schon ein Vergleich mit Ri.5:24 ("gesegnet vor allen Frauen sei Jael ...") und Jak.5:11 ("siehe, wir preisen die glückselig), die (wie Hiob, ...) ausgeharrt haben").
 

PROTESTANTEN fabulieren gern, dass Maria zumindest für die Zeit ihrer Schwangerschaft durch ein Wunder Gottes sündlos gemacht wurde, und dass selbst der organische Prozess , für den sie zuständig war, ohne sinnliche Empfindung verlief. Und DIE ZEUGEN JEHOVAS stimmen in diesen Reigen ein, denn die Genetiker konnten bisher "nie durch Experimente herausfinden, was das Ergebnis der Verbindung von Vollkommenheit und Unvollkommenheit sein würde, so wie es bei der Empfängnis Jesu der Fall war. In Anbetracht dessen, was die Bibel als Ergebnis erkennen lasst, scheint es, dass die vollkommene männliche Lebenskraft (die die Empfängnis verursachte) jegliche bestehende Unvollkommenheit in der Eizelle Marias aufhob, so dass von Anfang an ein vollkommenes genetisches Muster entstand und eine vollkommene Embryonalenwicklung vor sich ging." 

Bei solchen Gedanken und Reden liegt die Vermutung nahe, dass sich schon in alter Zeit, trotz Warnung des Johannes in l.Joh.4:1-2, DIE IDEE DER JUNGFRAUGEBURT ALS KOMPROMISS (! ) ZUR ANSICHT ALTER DOKETEN in die Ekklesia eingeschlichen hatte (HALB-DOKETISMUS): Der Messias ist ohne Vater und ohne Mutter, höchstens zum Schein durch die Kanäle einer Mutter hindurch (die Ihn nicht wirklich empfing und nicht wirklich gebar) ins Fleisch gekommen.
Beweisen diese verzweifelten Spekulationen nicht, dass diese Idee abschüssig in die völlige LEUGNUNG ALLER GEBURT und damit in das Ende menschlicher Geschichte mündet?
Nach dem Zeugnis der Bibel war JESUS in jeder Hinsicht "EIN MENSCH" (Joh.8:40; vgl Heb.2:11-12; 5:7-8) WIE ANDERE, außer in der grenzenlosen Hingabe für die Sache, in der Er Gott diente (Joh.4:34; 17:4; 19:30; Phil.2:8). Wäre es anders gewesen, wäre Er nicht VOLL UND GANZ MENSCH gewesen, also nicht (!) Ein MENSCHENSOHN, sondern ein unter übernatürlichen Bedingungen Gezeugter oder Geborener, wie das gewisse Konzilien (unter der Leitung von Menschen!) gefolgert haben, dann wären, auch Seine Taten nutzlos gewesen, denn sie hätten in keiner Beziehung zur Errettung der übrigen Menschheit gestanden, die UNTER ALLTÄGLICHEN BEDINGUNGEN zur Welt gekommen war. Selbst DER BEWEIS SEINER AUFERSTEHUNG würde den Menschen nichts nützen. Denn wie sollten sie selbst zu einer Auferstehung kommen,, wo sie selbst doch nur Menschen sind?
Dass ein Übermensch, ein Halbgott oder ein Gott durch den körperlichen Tod hindurchgeht, ohne seines Lebens verlustig zu werden, musste nicht erst bewiesen werden, das war sowieso nicht schwer zu verstehen. Aber wie könnten gewöhnliche Menschen daraus Hoffnung für ihr eigenes Weiterleben schöpfen? NUR WENN JESUS VOLL UND GANZ MENSCH WAR, konnte Er hier EIN VORBILD FÜR (ANDERE) MENSCHEN sein.
 

Genauso verhält es sich in Bezug auf Jesu Lebensführung: auf DAS ÜBERWINDEN DER SÜNDE und DEN GEHORSAM GEGENÜBER DEM WILLEN JAHWEHS, Seines Gottes und Vaters, durch einen konsequent heiligen Lebenswandel im Geist Gottes (vgl. Rö .8:3-8; Heb.5:8; u.a.). Sein Wandel im Geist und Seine Auferstehung sind für die GEIST-CHRISTOLOGIE kein Problem und sind auch auf den Menschen anwendbar (vgl. z.B. Rö .8:9-17; l.Kor.l5:16 f,23f,32). 

DAS GÖTTLICHE IM MESSIAS JESUS WAR DER GEIST GOTTES, nicht aber Seine körperlichen (väterlichen) Gene, die ganz menschlich waren! Die kirchlichen Dogmen über Seine Zeugung und Geburt WIDERSPRECHEN nicht nur der VERNUNFT, sondern auch dem Gesetz der (moralischen . . . ) WEITERENTWICKLUNG DES MENSCHEN (vgl. Jes.7:15; Lk.2:40,52) und der Art und Weise Gottes, wie Er durch den Mund von PROPHETEN spricht (5.Mo.18:15,18; Apg.3:22; 7:37), die als Söhne der Erde denselben Ausgangspunkt haben wie DIE ÜBRIGE MENSCHHEIT. Jesus selbst nannte sich PROPHET (Mt.l3:57).
Die Vorstellung von der Unerreichbarkeit des Messias Jesus ist insofern richtig, als Er DER EINZIGE MENSCH AUF ERDEN war, der NIE SÜNDIGTE. Wer aber aus dem Geist Gottes gezeugt (geboren) ist, kann werden wie Er (Lk.6:40). Jesus betete zu Seinem Gott und Vater, dass die Ihm Glaubenden "in eins vollendet seien, damit die Welt erkenne, dass Du (= Jahweh) Mich (= Jesus) gesandt UND SIE (!) GELIEBT HAST, WIE DU MICH(!) GELIEBT HAST"; Joh.l7:23. Da ist nirgendwo der Gedanke an eine isolierte Stellung des Messias Jesus zu finden (vgl. Vers 22). Schließlich ist Er "DER ERSTGEBORENE(! ) UNTER VIELEN BRÜDERN" (Rö .8:29; vgl. Heb. 2:11-15; 12:2; Joh.l4.-12), die aber alle dazu bestimmt sind, das gemeinsame Erbe anzutreten (Rö .8:14,17,19).
 

Die Stammbäume Jesu 

Beim Stammbaum von Jesus, wie ihn das MATTHAUS- Evangelium überliefert (Mt.l: l-17)„ handelt es sich um den STAMMBAUM VON JOSEF. Bei dem im LUKAS Evangelium (Lk.3:23-38) um den STAMMBAUM VON MARIA. Deshalb sind sie verschieden. Beide, sowohl Josef als auch Maria, stammen über SERUBABEL (SeRuBaBeL) und DAVID (DaWiD) von ABRAHAM (ABRaHaM) ab.
Bei Josef geht die Linie nach David über SALOMO (ScheLoMoH) in Richtung Serubabel ...weiter, bei Maria nach David über NATHAN (NaTaN), der wie Salomo ein Sohn Davids und der Bat Seba (BaT ScheBa) war (l.Chr.3:5).

Nach dem Sinai-Syrer war AUS DEM HAUS DAVIDS NICHT NUR JOSEF, SONDERN AUCH MARIA; in Lk.2:4 steht nicht "er", sondern "beide". Der Vers gehört zum Bericht über die Registrierung der Bevölkerung (Steuerlisten) zur Zeit des Kaisers Augustus (Lk.2:lff).
Beide Stammbäume, sowohl der bei Matthäus als auch der bei Lukas, werden meist so gedeutet, dass Josef nicht der wirkliche Vater von Jesus gewesen sei, sondern nur sein Adoptivvater, wodurch JESUS ABER DAS GESETZLICHE RECHT AUF DEN THRON DAVIDS gehabt habe. Letzteres könnte man zwar durchaus akzeptieren, aber, wäre JOSEF NUR ADOPTIVVATER gewesen, wäre der Stammbaum bei Matthäus KEIN BEWEIS FÜR DIE BLUTSMÄSSIGE ABSTAMMUNG JESU VON KÖNIG SALOMO, DEM SOHN DAVIDS, obwohl gerade Salomo (Schelomo: der Friedliche) als Friedenskönig auf den Christus (= der Messias, d.h. der Gesalbte), den großen Friedenskönig Gottes, hinweist.
 

Die Fragen sind berechtigt, ob DAS URSPRÜNGLICHE ANLIEGEN DES MATTHÄUS STAMMBAUMS mit seinem wiederholten "ZEUGTE" nicht IN EINEM VIEL ENGEREN, NATÜRLICHEREN SINN verstanden werden wollte, und ob es zu obigem Matthäus l:16-Text "Jakob zeugte Josef, den Mann Marias, von welcher Jesus geboren wurde, der Christus genannt wird" ÄLTERE TEXTVARIANTEN als die eben angeführte, die aus dem Griechischen stammt, gibt. Diese Fragen sind mit "ja" zu beantworten und führen uns direkt zu einem Textzeugen der aramäischen Textfamilie des NT. Der ARAMÄISCHE SINAI-SYRER hat hier diesen Wortlaut: "Jakob zeugte Josef. JOSEF(!), dem Marjam die Jungfrau verlobt war, ZEUGTE JESCHU, DER MESSIAS GENANNT WIRD." Dogmatische Befangenheit könnte den klaren Wort laut dieses alten Textfundes dadurch abschwächen, dass sie die Vermutung äußert, er habe, gemäß der damaligen Praxis bei der Handhabung der Toledot (Geburtsregister) ,vielleicht nur Folgendes bedeutet: "Jakob trug als Stammhalter Josef ein. Josef trug als Erbsohn den Sohn Marjams ein, Jeschu, ..."Doch da wären wir wieder bei einer bloß gesetzlichen Interpretation des Stammbaums und hätten uns wieder einer wirklich blutsmäßigen Abstammung entzogen.  

Dass dies aber gar nicht möglich ist, beweist das hier verwendete aramäische Grundtextwort für "zeugen" ( aULeD) , denn es meint immer ein physisches "zeugen". Nur dann, wenn diesem aramäischen Wort das hebräische (') Wort "holid" (HOLiJD =) zugrunde läge, was sich jedoch nicht beweisen lässt, könnte Letzteres zutreffen, denn "holid" kann sowohl ein physisches "zeugen" als auch ein bloß es "adoptieren" meinen. Gemäß dem Text des Sinai-Syrers geht es also nicht (!) um eine bloß rechtliche Abstammung (eine rein gesetzliche Erbfolge), sondern um eine NATÜRLICHE DIE LEIBLICHE ABSTAMMUNG JESU VON DAVID, die der Apostel Simon Petrus in seiner Pfingstbotschaft betonte (Apg.2:30) und die für den Apostel Paulus feststand (Apg.13:(16)23; Rö .1:3; 2.Tim.2:8) und daher auch in weiten Kreisen der damaligen Urchristenheit bekannt gewesen sein muss, wird im Stammbaum bei Matthäus DURCH DEN VATER, JOSEF, ersichtlich.
Die ständige Veränderung des Texts von Mt.l:16 durch EINE AUS DOGMATISCHEN GRÜNDEN ERFOLGTE NACHBESSERUNG (ÜBERARBEITUNG) lässt sich beweisen durch Vergleich des Texts des SINAI-SYRERS mit den altlateinischen Texten der Codizes BOBBIENSIS (k, Archetyp von k um 200 nach Chr.), VERCELLENSIS (a), VERONENSIS (b) , MONACENSIS (q) und SANGERMANENSIS (g1)
 

Die zweite Nennung des "Josef" ist gestrichen und das ursprünglich auf "Josef" bezogene Wort für "zeugte" (genuit) wird auf die weibliche Funktion von Maria bezogen, was im Lateinischen (genuit) und im Griechischen (gennaö ) nicht ganz unmöglich, am Ende eines männlichen Stammbaums allerdings seltsam ist. OFFENBAR GEHÖRTE DAS "ZEUGTE" URSPRÜNGLICH Zu "JOSEF"! Jedenfalls kann sowohl das aramäische Äquivalent für "zeugen", "AULED", als auch das hebräische "HOLID" NIEMALS IN BEZUG AUF EINE FRAU GEBRAUCHT WERDEN. – Nach weiteren Nachbesserungen (z.B. aus "zeugte" wird ein "geboren sein". Passivform!) entsteht die in der Masse der griechischen Handschriften  im CODEX SINAITICUS (N, 4.Jhd.), CODEX VATICANUS (B, 4.Jhd.), .... verbreitetste Textform (z.B. in der Elberfelder). DIE VERÄNDERUNG, die der Mt. l: 16-Text, der die Geburtsgeschichte Jesu (Mt.l:18-25) vorbereiten sollte, im Laufe der Zeit erlitten hat, ist auch IN DEN TEXTZEUGEN DER ARAMÄISCHEN TEXTFAMILIE sichtbar. Wir beschränken uns hier auf die drei folgenden: SINAI-SYRER:
"Jakob zeugte den Josef, Josef, WELCHEM VERLOBT WAR MARJAM, DIE JUNGFRAU. (= Einschub!), zeugte den Jeschu, der genannt wird Messias." CURETON-SYRER:
"Jakob zeugte den Josef, den welchem verlobt war Marjam die Jungfrau, die welche geboren hat den Jeschu Messias." PESCHITTA:
"Jakob zeugte den Josef, den Mann der Marjam, von welcher geboren worden ist Jeschu, der genannt wird Messias."
 

Der Vergleich zeigt, dass im Cureton - Syrer und in der Peschitta die zweite Nennung von "JOSEF", die der Sinai-Syrer noch hat, bereits eliminiert ist.  Der Sinai-Syrer und der Cureton-Syrer haben DAS VERLOBTSEIN der Maria, aber die Peschitta hat stattdessen bereits den "MANN" (GaBRaH) der Maria, ist also schon dem griechischen Text angepasst.
Der Sinai-Syrer hat noch das urwüchsige "ZEUGTE", der Cureton-Syrer aber bereits ein im Aramäischen ganz anderes Wort, nämlich "GEBOREN HAT" (aktiv') das in der Peschitta zu "GEBOREN WORDEN IST''' (passiv!) wird. Demnach hat die Peschitta in Mt.l:16 schon die verbreitetste griechische Textform, wie sie später (um 400) in die lateinische Vulgata des Hieronymus einging.
 

Nun Lukas: Gemäß Lk.3:23 war Jesus, "wie man meinte (!), ein Sohn Josefs, des Eli "Das hier im Deutschen mit "meinte" übersetzte Zeitwort des griechischen Grundtexts ( nomizö") geht auf das griechische Wort für Gesetz (nomos)" zurück und heißt, genau genommen, "NACH (DEM) GESETZ", "GESETZMÄSSIG FESTGELEGT" oder "GESETZMÄSSIG ABGELEITET"
Die Formulierung "wie man meinte" (Elberfelder), "wie man annahm" (Zürcher), "wie man glaubte" (Jerusalemer und van Eß ), "man hielt ihn für" (Einheitsübersetzung und Rösch) darf also nicht in dem Sinn verstanden werden, dass man sich nicht sicher gewesen sei und man nur vermutet habe, dass Josef der Vater von Jesus war, sondern hat mit den GESETZLICHEN ( ! ) VORAUSSETZUNGEN zu tun. Diese Ausdrucksweise sagt nicht, dass es für die Zeitgenossen von Lukas zweifelhaft gewesen sei, ob Jesus Josefs Sohn war. Dogmatische Vorurteile sind schlechte Ratgeber, weil sie das gesunde Urteil vernebeln.
Vergleiche dazu besonders folgende Stellen im Lukas – Evangelium (von denen es, je nach Grundtext, Textvarianten gibt): Lk.2:27 ("DIE ELTERN"), Vers 33 ("SEIN VATER UND SEINE MUTTER"), Vers 41 ("SEINE ELTERN"), Vers 43 ("SEINE ELTERN"), Vers 48
("DEIN VATER UND ICH (= MARIA)"), 4:22 ("JOSEFS SOHN"; vgl. dazu Mt.l3:55 und Mk.6:3).
Im Sinai-Syrer ist u. a. auch in Lk.2:39 sowohl von "JOSEF UND MARJAM" als auch vom "ERSTGEBORENEN" die Rede (was in späteren Texten ganz beseitigt wurde). Doch noch im letzten Evangelium, in dem des Johannes, wird auch in späteren Texten ganz natürlich, urtümlich und unkompliziert JOSEF ALS VATER VON JESUS genannt (Joh.l:45; 6:42)!
Es fällt auf, dass im griechischen Grundtext von Lk.3:23 vor der Nennung des Namens "Josef" der Artikel fehlt, der bei den nach folgenden Namen des Stammbaums (beginnend mit "Eli") stets vorkommt. Diese Unregelmäßigkeit kann als Hinweis darauf gelten, dass das Geschlechtsregister des Lukas, das des Eli, des Großvaters Jesu, ist, und dass es die Abstammung Jesu von Eli DURCH DIE MUTTER, MARIA, beschreibt.
 

Der STAMMBAUM BEI LUKAS ist DIE STAMMTAFEL DES VATERS VON MARIA, dem diese als Erbtochter ihren Sohn gebar (vgl. 4.Mo. 27: 8) . Das griechische Eli (Eli) ist die im Talmud absichtlich falsch zu Eli ('ELI mit Ajin) verkürzte Form für Eljakim (ELJaQIM) oder Jojakim (JeHOJaQIM), den Großvater Jesu. Warum ist Maria in Lk.3:23 nicht ausdrücklich genannt? Hier galt der Grundsatz: "Der Nachkomme der Mutter wird nicht (ihr) Nachkomme genannt" (Baba Batra 110a) . In hebräischen Geschlechtsregistern war es nicht ungewöhnlich, einen Schwiegersohn als Sohn zu bezeichnen.

Das traf auf JOSEF zu, der MARIA, eine Tochter des Eli, heiratete und von Lukas als "(Sohn) des Eli", also als des Schwiegervaters Sohn bezeichnet wird Die Bezeichnung "Sohn" für einen Schwiegersohn traf erst recht dann zu, wenn der Schwiegervater keine eigenen Söhne hatte, sodass sein Erbe auf seine Tochter überging.  

IN DEN GESCHLECHTSREGISTERN berücksichtigten die Juden (meist) NUR DIE MÄNNER, wobei sie, sofern die Blutlinie des Großvaters durch eine Tochter auf dessen Enkel überging, den Namen der Tochter selbst ausließen und dafür den Mann jener Tochter als Sohn des Großvaters betrachteten (vgl. 4.Mo.26:33; 27:4-8).
Dass JESUS SELBST in den Evangelien JOSEF nicht "Vater" nennt, tut nichts zur Sache, denn auch Seine Mutter MARIA spricht Er nicht mit "Mutter" an (vgl. "Frau" in Joh.2:4; 19-26) . Da Jesus GEISTLICH denkt, hat die Blutsverwandtschaft für Ihn nicht so eine große Bedeutung. Er setzt RICHTIGE PRIORITÄTEN (Mt.12:46ff). Auch hier kann Jesus uns Vorbild sein. JESUS war zum PROPHETEN, ja zum MESSIAS berufen, und das zeigte sich schon früh (vgl.Lk.2:49f). Dies hatte aber nichts mit übernatürlich entstandenen Genen zu tun, sondern mit GOTTES GEIST und GEISTLICHEN ELTERN.
Gemäß Paulus stammte der Messias Jesus "DEM FLEISCH NACH" "AUS DEM SAMEN (= AUS DER NACHKOMMENSCHAFT) DAVIDS" (Rö .l:3), erwies sich aber dem "Geist der Heiligkeit nach durch Toten-Auferstehung" als "SOHN GOTTES" (Rö .l-4) . "Geist der
Heiligkeit" nimmt auf das heilige Leben Jesu Bezug, nicht auf eine übernatürliche Empfängnis Jesu durch den Geist Diese Lehre lässt sich mit Lk.3:38 verbinden, wo Adam der Sohn Gottes ist.
 

Als SOHN DAVIDS ist JESUS ja auch Sohn Abrahams, .... Sohn Adams und somit SOHN GOTTES. 

Jungfrau oder junge Frau ? 

Im Hinblick auf die Überlieferung historischer Tatsachen hat Paulus immer NUR DEN TOD UND DIE AUFERSTEHUNG DES MESSIAS JESUS im Blickfeld (z.B. l.Kor.15:3-8; vgl. Apg.17:2-3; 26:23), niemals aber eine Jungfraugeburt oder eine Vorzeitlichkeit (=Präexistenz) Jesu. Er baute auf DIE AUFERSTEHUNG DES MESSIAS JESUS, da sie für ihn eine erwiesene Tatsache war (Z.B.: Rö.l:3-4; 2.Tim.2:8), schließlich hatte sich ihm ja der Auferstandene selbst vor Damaskus offenbart, so dass er wusste, dass der leibliche Tod Jesu nur Seinen irdischen Leib getötet hatte (vgl. Mt.lO:28; Apg.9:3 -5;22:6 -8; l.Kor.15:8; ll:23a).
DIE PAULUS - BRIEFE UND DAS ÜBRIGE NT WISSEN NICHTS VON EINER JUNGFRAUGEBURT, und bedeutende judenchristliche Schriften des 2.Jhds wie DIE KLEMENTINEN vertraten den STANDPUNKT DES GÄNZLICHEN MENSCHSEINS JESU!
Im Gegensatz zur SEPTUAGINTA übersetzt der Judenchrist SYMMACHOS (2.Jhd.) das hebräische Wort “almah“ (= aLMaH Jes.7:14) NICHT mit “JUNGFRAU“ (parthenos), sondern einfach mit “JUNGE FRAU“ (neänis), und so verstanden es DIE EBIONITEN im AT-Zitat in Mt.l:23.
 

Die Stelle in Jes.7:14 lautet: “Siehe, DIE JUNGE FRAU wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird seinen Namen Immanuel (= iMaNUeL ) nennen.“
Auch die beiden anderen antiken Übersetzer, AQUILA aus Pontos und THEODOTION von Ephesos, übersetzen das hebräische Wort “almah“ in Jes.7:14 so. Diese drei griechischen ATÜbersetzungen des 2.Jhds hatten sowohl bei Juden als auch bei Judenchristen ihre Befürworter. Die Grundbedeutung der Wurzel des Wortes “almah“ ist “stark, mannbar, herangereift sein, geschlechtsreif sein“. Das Moment der Jungfräulichkeit liegt nicht im Begriff und würde eine Deutung(!) vorwegnehmen, die gar nicht zwingend ist (s.u.).
Der oben erklärte Begriffsinhalt von “almah“ bestreitet nicht(!) die anerkannte Tatsache, dass ein herangereiftes Mädchen aufgrund der damals vorherrschenden Sittenstrenge bis zu seiner Heimholung (Heirat) jungfräulich blieb. GEWISS TRAF DAS AUCH BEI MARIA ZU! Dass Maria eine gottesfürchtige Frau war, ist klar und bedarf keiner weiteren Erläuterung (vgl. Lk.l:46—55). Aber im Zusammenhang mit der Empfängnis und Geburt Jesu ist zu betonen, dass “JUNGE FRAU“ als Übersetzung für “almah“ in Jes.7:14 (wie bei
Syrnmachos)
statt “Jungfrau“ (wie in der Septuaginta) FÜR DAS DOGMA VON DER JUNGFRAU GEBURT NIE SO LEICHT MISSBRAUCHT hätte werden können (dogmatischer Mißbrauch).
 

Die ZÜRCHER- BIBEL übersetzt “almah“ in Jes.7:14 mit “JUNGE FRAU“ (wörtlich: “Siehe, DAS JUNGE WEIB ist schwanger ...“) und erklärt in einer Anmerkung zu Mt.1:23: “Mehrfach haben die Übersetzer des Alten Testaments ein unrichtiges Wort gewählt. So z.B. Jes.7:14 das Wort‘ Jungfrau‘ worauf Mt. l: 23 sich stützt: ‘die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären. DER URTEXT LÄSST ES UNENTSCHIEDEN, ob es eine Verheiratete (in diesem Fall wohl keine Jungfrau) oder eine Jungfrau ist, die einen Sohn bekommen wird; wichtig ist ihm nur, DASS EIN KNABE ZUR WELT KOMMEN SOLL.“ -
Auch bei Juden findet man diese Übersetzung: LEOPOLD ZUNZ (“DAS JUNGE WEIB“),
TUR SINAI (“DAS JUNGE WEIB“), MARTIN BUBER (“DIE JUNGE“).
 

Almah kommt im AT insgesamt nur 9x vor, davon 4x IN DER EINZAHL (1.Mo.24:43; 2.Mo. 2:8; Spr.30:19; Jes.7:14) und 5x IN DER MEHRZAHL (1.Chr.15:20; Ps.46:1; 68:26; Hl. 1:3; 6:8). Nur 2x steht es in der männlichen Form “äläm“ (1.Sam.17:56; 20:22). In Hohe Lied.1:3 und 6:8 oder in Ps.68:26 soll gewiss nicht der Gedanke der Jungfräulichkeit der Frauen betont werden (dass sie Jungfrauen sind), sondern das jugendliche Alter dieser Frauen (dass sie junge Frauen sind), und Spr.30:19 könnte auch eine verheiratete junge Frau meinen (also nicht unbedingt eine Jungfrau). - Die griechische Septuaginta übersetzt “almah“ nicht einheitlich: nur 2x (1.Mo.24:43; Jes. 7:14) mit “parthenos“ (JUNGFRAU), sonst “neänis“
(JUNGE FRAU). Die lateinische Vulgata des Hieronymus schließt sich dem an und hat in den obigen 2 Stellen “virgo“ (JUNGFRAU), sonst aber andere lateinische Wörter.
 

Jes.7:14 war URSPRÜNGLICH EIN AN KÖNIG AHAS (AChaS) GERICHTETES WORT des Propheten Jesaja (JeSchaJaHU), mehr als 700 Jahre vor Jesus. Bei dem Immanuel Zeichen, das Ahas(!) gegeben wird, ist nahe liegend, dass es sich in kürzester Zeit erfüllen
sollte. Noch bevor Immanuel zwischen böse und gut zu unterscheiden imstande sein würde, würde das Land (Vers 16) verödet sein. Demnach ist es wahrscheinlich, dass “DIE ALMAH“ DIE FRAU ODER EINE FRAU DES AHAS war. Sollte es Abi (ABI) gewesen sein, wäre jener Immanuel als der Königssohn Hiskia (ChiSQiJaHU) identifiziert (2.Kö.18:1-3). Das Zeichen besteht aber NICHT in einer ungewöhnlichen Schwangerschaft der Almah und der Geburt des Immanuel im Sinne einer JUNGFRAUGEBURT. Mit jenem “IMMANUEL“ (d.h. “GOTT IST MIT UNS“) sollte ein Herrscher kommen, der mit außergewöhnlichen Kräften ausgestattet sein würde (2.Kö.18:3—7a), worauf schon in seiner frühen Jugend die ungewöhnliche Nahrung hindeutet (Jes.7:15). Jesaja erwartet seine Geburt NICHT erst “AM ENDE DER TAGE“, sondern in naher Zukunft. Außerdem hat das Immanuel Zeichen eine AMBIVALENTE BEDEUTUNG, denn für Ahas selbst ist es eine Ankündigung (17) des
kommenden Unheils (anders als in einer messianischen Weissagung!).
 

In nachexilischer Zeit wurde Jes.7:14 erneut aufgegriffen und messianisch gedeutet. IM PROPHETISCHEN SINN WEIST DIE STELLE AUF DEN MESSIAS JESUS.
Da sich das Immanuel -Zeichen im unmittelbaren Wortsinn bereits zur Zeit des Ahas erfüllte und schon damals nichts mit einer Jungfraugeburt (ohne Anteil eines Mannes!) zu tun hatte, darf IN DIE URSPRÜNGLICHE ANWENDUNG VON JES .7:14 AUF JESUS IN MT. 1:23 NICHTS MYTHOLOGISCHES hineingedeutet werden.
 

Gott (Jahweh) hat “von Anfang der Schöpfung ‘ (Mk.13:19) an, also ab dem Zeitpunkt, da Er gemäß Bibel das erste Menschenpaar ADAM und EVA erschuf, DIE EHE für das Hervorbringen von Nachkommen bestimmt. Daher sollte idealer weise die Fortpflanzung des Menschengeschlechts durch alle Zeiten stets IN DER EHE geschehen (1.Mose 1:27-28; 2:24). “GOTT SEGNETE SIE, ...“; (1.Mo.1:28). Jener Nachkomme von Eva, der Stamm- Mutter aller Menschen, von dem in 1.Mose 3:15 vorausgesagt war, dass Er der Schlange (dem Bösen) den Kopf zermalmen werde, also DER MESSIAS, konnte daher, nach dem Willen Gottes, nur EIN ECHTER MENSCHENSOHN sein (mit sowohl mütterlichen als auch väterlichen menschlichen Genen), EIN SPROSS EINER EHE von einem Mann (= JOSEF) und einer Frau (= MARIA). 

Die Salbung Jesu zum Messias 

Selbst unter Gläubigen, deren Glaubensgrundlage die Bibel ist, gibt es viele, die aufgrund dogmatischer Vorurteile (deren sie sich nicht immer bewusst sind) Psalmen wie Ps.2 oder Ps.110 zwar mit Jesus in Zusammenhang bringen, aber in einem falschen (mythologischen,
gnostischen, philosophischen, ...)‚
jedenfalls nicht urchristlichen Sinn. WAHRNUNG VOR “MYTHEN“, oft falsch mit “Fabeln“ übersetzt: 1.Tim.l:4; 4:7; 2.Tim.4:3f; Tit.1:14 2.Pet.l:16;
WARNUNG VOR “GNOSIS“: 1. Tim. 6:20-21; WARNUNG VOR “PHILOSOPHIE“: Kol.2:8. So etwa darf Ps.2:7b (“MEIN SOHN BIST DU, ICH HABE DICH HEUTE GEZEUGT“) nicht vorschnell als AT-Beweis für (oder auch nur als AT-Hinweis auf) eine übernatürliche Zeugung mit einer Jungfrau genommen werden.
 

Auch wenn Ps.2:7b im NT prophetisch auf Jesus bezogen wird (vgl. Apg.13:33; Heb.1:5; 5:5), geht es in Ps.2:7b um etwas anderes, und diese ursprüngliche Bedeutung im AT muss man kennen, um diese Stelle ausreichend zu verstehen. Ohne KENNTNIS DES HISTORISCHEN HINTERGRUNDES können viele Bibelsteilen im AT und NT nicht wirklich begriffen werden.
Für das richtige Verständnis dafür, WER JESUS FÜR DIE HISTORISCHEN URCHRISTEN DES ERSTEN JAHRHUNDERTS WAR, ist es von großem Vorteil, wenn man den historischen Hintergrund der Königspsalmen (= Lieder, die von Königen Israels handeln) kennt. Zu dieser thematisch einschlägigen Gruppe mit Anklängen an königliche Motive gehören, folgende Psalmen des Psalters: Ps.2; (18); 20; 21; 45; 72; 89; 101; 110; 132; 144:1-11. Alle Königslieder nehmen Bezug auf eine Zeit, in der das davidische Königtum in Israel noch bestand, sind also ihrem Inhalt und Ursprung nach vorexilisch.
 

AUCH DEM NEUEN TESTAMENT LIEGT DIE SELBE ECHT JÜDISCHE VORSTELLUNG VOM “KÖNIG“ UND SEINEM VERHÄLTNIS ZU GOTT zugrunde.
Daher sind entsprechende NT-Stellen unter diesem jüdischen Blickwinkel zu verstehen. Etwa jene, wo Nathanael zu Jesus nach Seiner Taufe sagt: “Rabbi, <Du bist DER SOHN GOTTES (Joh. 1:34), Du bist DER KÖNIG ISRAELS“ (Joh.l:49). Oder wo das Volk dem in Jerusalem einziehenden Jesus zuruft: “Gepriesen (sei), der da kommt im Namen des Herrn (= im Namen Jahwehs), und (Er ist) DER KÖNIG ISRAELS!“ (Joh. 12:13; Ps.118:26). Oder wo es, was die Hinrichtung Jesu betrifft, heißt: “Jesus, der Nazoräer, DER KÖNIG DER JUDEN“ (Joh.19:19; vgl. Vers 21). Vorübergehende Gaffer lästerten: “Wenn Du GOTTES SOHN bist, ... Er ist ISRAELS KÖNIG, ...“ (vgl. Mt.27:40-43), “Er rette sich selbst, wenn dieser DER CHRISTUS ist, DER AUSERWÄHLTE GOTTES!“(Lk.23:35; vgl. Vers2: “Er selbst, CHRISTUS ,ein KÖNIG“).
Das in unserem deutschen Sprachraum gebräuchliche Wort “CHRISTUS“ ist die lateinisierte Aussprache des ursprünglich griechischen Wortes “CHRISTOS“, das “GESALBTER“ bedeutet und mit “MESSIAS“ identisch ist. Letzteres ist ein griechisiertes Wort aus dem Semitischen (Aramäischen, Hebräischen) und bedeutet dasselbe (vgl. Joh.1:41).
 

Um die jüdische Vorstellung im Zusammenhang mit DEM KÖNIG UND DESSEN STELLUNG ZU GOTT aufzuhellen, wenden wir uns PSALM 2 zu, dessen Verse 1 und 2 zu Beginn des in Apg. 4: 24-30 überlieferten Gebets (Verse 25-26) nach der griechischen
Übersetzung (Septuaginta) zitiert werden. Die hier betenden Jünger “erhoben einmütig ihre Stimme zu GOTT (= JAHWEH) “, der einst “durch heiligen Geist durch den Mund unseres Vaters DAVID, DEINES KNECHTES“, sagte: “Warum tobten die Nationen und sannen Eitles die Völker? Die Könige der Erde standen auf, und die Fürsten versammelten sich GEGEN DEN HERRN (= JAHWEH) UND SEINEN GESALBTEN (griech.: CHRISTOS) .“ Dieser “Gesalbte“ ist der König Israels. David, von dem Psalm 2 stammt (Apg.4:25), war in diesem Psalm ursprünglich selbst dieser König Israels, ein Gesalbter (Christus).
 

IM PROPHETISCHEN SINN wird diese Stelle in der Apostelgeschichte auf JESUS VON NAZARETH bezogen. Auch Er wird im Gebet als Gottes (= Jahwehs) “KNECHT“ (je einmal in Vers 27 und Vers 30) bezeichnet.
Zum richtigen Verständnis gewisser NT- Stellen, die historisch auf die AT-Königslieder zurückgehen, gehören einige wichtige Kenntnisse über DIE ALTORIENTALISCHEN VORSTELLUNGEN VOM SAKRALEN KÖNIGTUM, besonders solche, welche die Inthronisation des Königs betreffen. - Betrachten wir einmal den ZEITPUNKT, zu dem z.B. David zum König über Israel eingesetzt wurde, wovon Psalm 2:6 spricht: “Habe Ich (= Gott, Jahweh) doch Meinen König geweiht auf Zion, Meinem heiligen Berg!“ Auf diese Inthronisation des Königs bezieht sich das “HEUTE“ in Vers 7b: “MEIN (= GOTTES, JAHWEHS) SOHN BIST DU, ICH HABE DICH HEUTE GEZEUGT.“
 

Die Inthronisation (= Einsetzung zum König) geschah durch Weihung oder Salbung, wodurch der Gesalbte ZUM SOHN JAHWEHS ERHOBEN wurde. Daher konnte der König bei seiner Inthronisation laut Königsprotokoll selbst seine Ermächtigung proklamieren: “LASST MICH DIE ANORDNUNG (= SETZUNG) JAHWEHS BEKANNTGEBEN! ER HAT ZU MIR GESPROCHEN: ‘MEIN SOHN BIST DU, ICH HABE DICH HEUTE GEZEUGT (oder: GEBOREN)‘“; Ps.2:7a,7b. Dieser Zeugungs- oder Geburtsakt hat nichts mit einer
körperlichen Zeugung oder Geburt zu tun. “SETZUNG“ (hebräisch: CHOQ = ChoQ) ist ein Begriff des sakralen Königsrechts und bezeichnet die Legitimationsurkunde, das Königsprotokoll (vgl. 2.Kö.l1:12), das bei der Inthronisation geschrieben wurde und den zukünftig rechtmäßigen Herrscher ausweist. Die Worte “MICH“, “MIR“, “DU“ und “DICH“ in obigem Zitat von Ps.2:7, die sich alle auf den König beziehen, setzen voraus, dass der hier mit “Mein Sohn bist DU, ...“ Angesprochene, nicht ein Säugling oder gar ein soeben physisch gezeugter menschlicher Keim (Zygote) ist, sondern EIN BEREITS DENKFÄHIGER MENSCH.
Es geht hier also nicht um das physische, genetische Werden eines Embryos oder um die Geburt eines Säuglings, sondern um: “ICH (= JAHWEH) HABE EINEN AUSERWÄHLTEN(!) ERHÖRT AUS DEM VOLK. Ich habe DAVID gefunden, MEINEN KNECHT. MIT MEINEM HEILIGEN ÖL HABE ICH IHN GESALBT“; Ps.89:20-21. Israels Könige wurden gesalbt (1.Sam.10:1; 15:17; 2. Sam. 12:7), denn SALBUNG IST MACHTVERLEIHUNG. Dieser Brauch der Königssalbung war schon im vorisraelitischen Syrien und Kanaan (Palästina) und bei den Hethitern bekannt, nicht aber im Zweistromland (bei den Assyrern und Babyloniern in Mesopotamien) und in Ägypten.

Der alttestamentliche König ist nicht von Natur aus “Sohn Gottes“, sondern wurde DURCH EINE WILLENSENTSCHEIDUNG (= ERWÄHLUNG) DES GOTTES ISRAELS beim Antritt seines Königsamtes ZU SEINEM SOHN ERKLÄRT (ADOPTION).
Psalm. 89:27-28 handelt von der ADOPTION DES ERWÄHLTEN REGENTEN! Der Unvergleichbarkeit Jahwehs (89:7ff) entspricht die hervorgehobene singuläre Spitzenstellung
Seines Repräsentanten auf Erden (Vers 28; vgl. 2.Mo.4:22- 23; 5.Mo.14:la). Das VATERSOHN VERHÄLTNIS (also: die Gottessohnschaft) basiert auf dem Zuspruch Jahwehs, den einst der PROPHET NATHAN dem David und seiner Dynastie (den Davididen) für alle Zeiten gab (2.Sam.7:8-17). GESALBTER (=MESSIAS / CHRISTUS) ist der aufgrund der Salbung unantastbare König Gottes, dem die Funktion der Stellvertretung in der Königsherrschaft Gottes zufällt (1.Sam.2:10, 35; 12:3,5; 2.Sam.1:14; 19:21; 2.Chr.6:42; Ps.2:2,6; 18:51; 20:7; 28:8; 45:8; 84:10; 89:39,52; 132:10,17;u.a.).
 

Die Gottessohnschaft der Davididen beruht auf ADOPTION.
So wie diese ZEUGUNG bei den Königen im Moment der Inthronisation stattfand (vgl. die “Erweckung“ Davids zum König in Apg.13:22), so BEI JESUS IM MOMENT DER TAUFE (genauer: IM MOMENT DER SALBUNG BEI DER TAUFE); vgl. Mt.3:17; Mk.1:11;
Lk.3:22; Joh.1:34. DIE TAUFE JESU (nicht: Seine physische Zeugung oder Geburt!) ist auch in den Ps.2:7 Zitaten in Apg.13:33; Heb.1:5; 5:5 gemeint! In Apg. 3:26 erinnert Petrus anlässlich der Heilung eines Gelähmten die ihn zuhörenden Israeliten daran: “Euch zuerst hat Gott (= Jahweh) SEINEN KNECHT (=Jesus;‘ Knecht‘ auch in Vers 13) ERWECKT UND IHN GESANDT, euch zu segnen, .“. Bei dieser “Erweckung“ geht es selbstverständlich nicht um Seine Auferweckung aus den Toten (wie in Apg.2:24; 3:15; 13:30,34, 37), sondern um SEINE SALBUNG BEI DER TAUFE, mit der SEIN DIENST FÜR GOTT begann; vgl. Apg.4:27; 10:37—38! Jesus zu Pilatus: “Ich bin dazu geboren (physisch) und dazu IN DIE
WELT GEKOMMEN (NACH DER SALBUNG BEI DER TAUFE), ...“ (Joh.18:37).
 

Jesus war ein blutsmäßiger Nachfahre von König David Mt.1:l,6, 16;Apg.13:23; Rö.l:3) . Der Messias sollte ja Erbfolger der Davidsdynastie sein (2.Sam.7:12—16; ps.132:1l). Apg.13:33 setzt die ERWECKUNG JESU, die gute Botschaft vom Kommen des Messias (13:32), mit der ZEUGUNG ZUM SOHN GOTTES gleich, von der Ps.2:7b spricht. Mit der ERWECKUNG JESU DURCH GEIST-SALBUNG ZUM MESSIAS UND SOHN BEI DER TAUFE geht auch die Prophetie vom AUFTRETEN EINES NEUEN MOSE in Erfüllung (vgl.5.Mo.18:15,18; Apg.3: 22; 7:37).
Hätte Gott Jesus von Nazareth bei Seiner Taufe nicht “MIT HEILIGEM GEIST UND KRAFT GESALBT“ (vgl. Apg.10:37-38; Geist Christologie!), wäre Jesus nicht DER GESALBTE (MESSIAS/ CHRISTUS), “DER SOHN GOTTES“ und “KÖNIG ISRAELS“ (Joh.l:49) geworden! Denn Jesus war nicht von Geburt an “der Gesalbte“, sondern Er war im Mutterleib und von Geburt an für Seine spätere Aufgabe dazu vorherbestimmt, es zu werden!
Nur in diesem zukünftigen (= vorwegnehmenden!) Sinn wird in Lk.2:1l,26 schon der Säugling Jesus “(der) Gesalbte“ genannt. Auch gemäß Apg.2:36 war Jesus nicht schon von Geburt an “HERR (KÖNIG)“ (vgl. Apg. 10:36; Rö.10:9) und “MESSIAS (GESALBTER)“!
Denn Jesus wurde nicht schon bei Seiner Geburt, sondern erst später von Gott zu beiden dazu “gemacht“ (Apg.2:36), als Herr und Messias “eingesetzt“ (Heb.3:2; vgl. Joh.3:34; 8:29; 12:49; 17:4). Apg.10:36-38 bestätigt, dass “JESUS VON NAZARETH“ (Vers 38)
 

ERST DURCH DIE SALBUNG VON GOTT (Vers 38) zu “JESUS CHRISTUS“ (Vers 36) und zum “HERRN (KÖNIG)“ (Vers 36) wurde, und dass Sein Dienst für Gott erst nach(!) Seiner Taufe (Salbung) begann (Verse 37-38). Jesus hieß auch nicht schon von Geburt an “Jesus Christus“ (“Jesus“: Lk. l: 31; 2:27), denn den Messias-Titel erhielt Er ERST BEI SEINER GEIST-SALBUNG bei der Taufe.
Ohne DIE GÖTTLICHE SALBUNG BEI DER TAUFE hätte Jesus als Prophet (das war Er schon vorher!) nie DAS HEILSWERK GOTTES vollbringen können. Erst durch die Salbung (vgl. Inthronisation: Ps.45:8; 89:27—28; Heb.l:9) wurde das möglich! Da erfolgte jene geistige Zeugung, bei der Jesus, der Prophet von Nazareth, zu JESUS, DEM NESSIAS (= CHRISTUS) GOTTES, wurde. Jesus ist Anfang der neuen Schöpfung!
 

So etwas wie EINE JUNGFRAUEMPÄNGNIS hätte im Volk NICHT VERBORGEN BLEIBEN können! Wäre sie eine historische Tatsache gewesen, wäre sie schon von den ersten Aposteln der Urkirche bei ihrer Verbreitung des Evangeliums ALS WICHTIGER BEWEIS FÜR DIE DRINGLICHKEIT UND GLAUBWÜRDIGKEIT DER BOTSCHAFT
MIT INS FELD GEFÜHRT worden. Doch bezeichnenderweise lesen wir davon in den Briefen der Apostel Petrus, Johannes und Paulus und in der Apg. nichts!
 

Tatsache ist auch, dass die traditionskirchliche Sicht von der Jungfraugeburt viel weniger im Einklang ist mit dem, was die Bibel sonst über ZEUGUNG, SALBUNG UND EINSETZUNG Durch Heiligen Geist lehrt.
Wie man sieht, hat Jesus zwar mit Zeugung und Adoption zu tun, aber nicht so, wie im Traditionskirchentum gelehrt. Denn Jesus wurde IN EINEM GEISTIGEN SINN VON GOTT GEZEUGT DURCH GEIST-SALBUNG. Adoptivvater von Jesus ist nicht Josef,
ADOPTIVVATER DES MESSIAS JESUS IST GOTT SELBST, JAHWEH‘ 
 

Es ist falsch, ein übergeschichtliches, d.h. ein mythologisch, philosophisch, gnostisch, geprägtes Messiasbild an die alttestamentlichen Texte heranzutragen. Notwendig ist vielmehr, dass
einschlägige alttestamentliche Texte im prophetischen Licht gesehen werden, als Hinweise auf den kommenden Messias.
 

Gegner der Unnüchternheit  

Noch im 2.Jhd. konnte die Frage, ob Jesus der Messias war, ganz unabhängig von der Frage, ob Er Gottes Sohn sei, gestellt werden. So etwa bei JUSTIN, dem stoischen und platonischen Philosophen (ContraTryph.48): “Fürwahr, Tryphon, sagte ich, es bleibt nun dabei, DASS JESUS DER MESSIAS GOTTES IST, wenn ich auch NICHT(!) BEWEISEN könnte, dass er als Sohn des Weltschöpfers ALS GOTT PRÄEXISTIERTE, und dass er DURCH DIE JUNGFRAU GEBOREN und Mensch geworden ist. Da der Beweis ganz und gar gegeben ist,
DASS JESUS DER MESSIAS GOTTES IST, wer immer er auch sein mag, so darf doch, wenn ich nicht beweisen würde, dass er präexistierte, und dass er gemäß dem Willen des Vaters gleich uns als Mensch in leidender, fleischlicher Natur geboren werden wollte, nur in diesem Punkt mir ein Irrtum nachgesagt werden. Aber nicht recht ist es zu leugnen, DASS JESUS DER MESSIAS IST, wenn es auch scheinen möchte, dass er ALS MENSCH VON MENSCHEN GEBOREN wurde, und wenn auch bewiesen würde, dass er ZUM NESSIAS ERST ERWÄHLT wurde. Es gibt nämlich, meine Freunde, sagte ich, unter eurem Volk Leute, welche zwar zugeben, DASS JESUS DER MESSIAS IST, aber behaupten, ER SEI EIN MENSCH VON MENSCHEN GEWESEN. Ihre Ansicht teile ich nicht. Auch dürften die wenigsten meiner Gesinnungsgenossen das behaupten. Denn eben der Messias hat uns befohlen, nicht menschlichen Lehren zu folgen, sondern der Predigt der seligen Propheten und der Lehre des Messias selbst.“
 

Dass JUSTIN hier als PHILOSOPH seinen weltanschaulichen Standpunkt einbringen will, PAULUS ABER IN KOL.2:8 VOR SPEKULATIVER PHILOSOPHIE WARNT, ist ausdrücklich zu betonen! Selbstverständlich können auch Philosophien MYTHEN (1.Tim. 4:7 ) enthalten.
Dieses eine Beispiel soll hier genügen, um vor Augen zu führen, dass noch weit über die apostolische Zeit hinaus DER GLAUBE AN DIE ABSTAMMUNG JESU VON JOSEPH UND MARIA verbreitet war, dass aber das philosophische Christentum, wie es. von JUSTIN
und seinen “Gesinnungsgenossen“ vertreten wurde, sowohl die Jungfraugeburt als auch die Präexistenz beinhaltete. Während die Letzteren die Geburtsgeschichte, wie sie im griechischen Text von Mt.1:16 steht, akzeptieren konnten (Justins Zitat in Contra Tryph.78
hat statt “den Mann Marias“ noch eine ältere Textform!)
, entsprach dem Verständnis der erst genannten Christen, wie sie Justin oben erwähnt, ein Geschlechtsregister, wie es DER SINAI-SYRER enthält, aber NACH AUSSCHEIDEN DES EINSCHUBS “dem Marjam die Jungfrau, verlobt war“.
Obwohl man von den Evangelientexten des Sinai-Syrers viel in Bezug auf ALTE LESARTEN (TEXTVARIANTEN) lernen kann, ist auch dieser Text an gewissen Stellen NICHT DER URTEXT, was gerade an diesem EINSCHUB deutlich wird. Denn gemäß alter jüdischer Sichtweise über DIE HEILIGKEIT DER EHE kann DAS KIND nicht während der Verlobungszeit, sondern nur IN DER EHE GEZEUGT worden sein. Allerdings war die Verlobung (Erusin oder Qidduschin) mit dem Bezahlen des Brautpreises nach hebräischem Eherecht schon fast soviel wie die Heirat (Heimführung, Nehmung: Nissuin).
Dementsprechend konnte sie, im Gegensatz zu den Gesetzen der westlichen Welt (römisches Ehe- recht), nicht aufgelöst werden (höchstens durch einen Scheidebrief (= Get), wie bei einer Heirat); Gittin 6:2; 9:3; Ketubot 3:3. Nach Ketubot 1:2 (die Ketuba, die Verschreibung, ist der schriftliche Ehevertrag) wird eine “verlobte“ Jungfrau, deren Verlobter stirbt, Witwe.
 

In der griechisch römischen Welt fehlte die Möglichkeit des Verständnisses für DIE HEBRÄISCHEN RECHTSAUSDRÜCKE und damit das wahre Verständnis der Sache. Aus diesem Grund wurde der “Verlobte“ in “Mann“ verwandelt (vgl. Mt.1:16). Die Änderung von “dem Maria, die Jungfrau, verlobt war“ in “den Mann Marias“ ist nichts anderes als EINE DEM BEDÜRFNIS NICHT-JÜDISCHER LESER ANGEPASSTE ERKLÄRUNG, die aber jünger ist als die nicht mehr urtextliche Sinai-Syrer-Variante.  

Somit ist in Mt.1:16 die Textform des Sinai - Syrers (des Cureton-Syrers und der Altlateiner, die auch diesen Einschub haben) älter als die Textform mit “den Mann Marias“ (auch durch Justins Zitat in
Contra Tryph.78 wird dieser Sachverhalt bestätigt!, s. S.38)
. Das ist ein Beweis dafür, DASS DIE MEIST HOCHGESCHÄTZTEN UND ÜBERSCHÄTZTEN GRIECHISCHEN HANDSCHRIFTEN (Sinaiticus, Vaticanus, ...) ÜBERARBEITET SIND (s. S.21f) !
 

Mit großem Eifer wurde der Glaube an die menschliche Abstammung Jesu im Judenchristentum - z.B. bei den schon erwähnten Ebioniten - vertreten, wo noch DIE ALTE ERINNERUNG und DIE ECHT JÜDISCHE ANSICHT VON DER HEILIGKEIT DER EHE lebendig war.
Die EBIONITEN (= “EBJONIM“) waren Juden, die JESUS ALS MESSIAS ANGENOMMEN hatten. Ebjonim bedeutet ARME (LEUTE). Nach ihren eigenen Angaben waren sie die Nachkommen von jenen Gläubigen der Urgemeinde, welche ihr ganzes Vermögen zu den Füßen der Apostel niedergelegt hatten (ARMUTSIDEAL), wodurch sich ihre Armut erklärte (vgl. Apg.4:32-37; siehe auch “die Armen“ in Rö.15:26; Gal.2:10) .
Wegen des beginnenden Krieges der Juden mit den Römern war um das Jahr 66 die Urgemeinde von Jerusalem ins Ostjordanland nach Pella ausgewandert. Nachkommen besiedelten später die Landschaften östlich des oberen Jordan. Sie lebten vor allem in Palästina (das damals ins heutige Jordanien hineinreichte), in Syrien und Kappadokien. Als geistliche Kämpfer gegen die Gnosis (Gnosis: l.Tim.6:20-21) lehnten sie auch DIE JUNGFRAUEMPFÄNGNIS und andere Glaubensvorstellungen ab (z.B. DIE PRÄEXISTENZ- oder LOGOS - CHRISTOLOGIE), welche das nachpaulinische, sich immer mehr der Philosophie öffnende Christentum in wachsendem Maß bestimmte (wie das bereits beim Apologeten JUSTIN, 2.Jhd., der Fall ist). Daher wurden sie schon bald unter die Häretiker eingereiht (so etwa von IRENÄUS in Adv.haer. 1,26,2). Es kann sein, dass ihnen der Name “Ebioniten“ (= “Arme“, Mehrzahl!) schon von ungläubigen Juden aus Verachtung und zur Beschimpfung beigelegt wurde: “Die Juden nennen einen armen
Menschen EBION, und jene Juden, die Jesus als den Christus annahmen, nennt man EBIONITEN“; Örigenes, Contra Celsos 11,1. Im Matthäus-Kommentar XVI,12 aber folgert ÖRIGENES ihren Namen aus der “Armut ihres Glaubens an Jesus“; ähnlich in De princ.VI,3,8: “sie werden benannt nach der Armut ihres Denkens“. Das ist bereits Spott!
Die Geschichte weiß zu berichten, dass es Spätestens ab dem 3.Jhd. ZWEI JUDENCHRISTLICHE RICHTUNGEN BEI DEN EBIONITEN gab (Eusbios, Hist.eccl.III,27; vgl. auch V,8 und Örigns: C. Cels.V,61), wobei die Vertreter der zweiten Richtung solche Ebioniten waren, die sich der nach-urchristlichen großkirchlichen Weiterentwicklung der Lehre nicht ganz verschlossen.
Während die eine Richtung sowohl DIE JUNGFRAUGEBURT als auch DIE PHILOSOPHISCHE LOGOS-CHRISTOLOGIE der Apologeten ablehnte, hatte sich die andere für die Lehre von der Jungfraugeburt schon geöffnet. Die Ebioniten galten für die philosophische Hauptströmung des damaligen Christentums (Irenäus, Hippölyt, Tertullian, Epiphanios) als ketzerisch (häretisch), was zumindest großteils - seine Ursache darin hatte, dass sie sich durch ihre Stellung zum AT-Gesetz in nationalen jüdischen Schranken
selbst eingeengten (vgl. Apg.15:1,5). Je nachdem, wie sie zum Gesetz für die Heiden-Christen und zur Anerkennung des Paulus als Apostel für die Heidenvölker standen, gab es bei ihnen lehrmäßige Schattierungen. 
 

Trotzdem hielt sich der Glaube an DIE NATÜRLICHE ABSTANMUNG JESU noch sehr lange. Sogar noch die so genannten
AKTEN DES PILATUS (4.Jhd.) erwähnen von jüdischer und christlicher Seite den Glauben an EINE ABSTAMMUNG VON JOSEF UND MARIA. 
 

Übrigens: Bei der Bezeichnung NAZARÄER (2./3. bis 5.Jhd.) geht es wahrscheinlich nur um innerebjonjtjsche Unterschiede. 

Die NAZARÄER und EBIONITEN vertraten also, grob gesagt, mehr oder weniger denselben judenchristlichen Glauben.
Die Ansicht von einer jungfräulichen, übernatürlichen Empfängnis Jesu durch Maria nahm ihren Ursprung in Kreisen hellenisierter Judenchristen, die den noch ungläubigen Zeitgenossen ihrer heidnischen, griechischen Umwelt die Wahrheit über den Messias Jesus in einer Denkform, die ihren Zuhörern entgegenkam, nahe brachten. Um ihnen die überragende Bedeutung des Messias Jesus zu zeigen, griffen sie auf Ausdrucksformen (Stilmittel) zurück, wie sie damals sehr verbreitet waren. So etwa galt nach DIOGENS LAERTIOS (3.Jhd. n.Chr.) schon in vorchristlicher Zeit der gerühmte Philosoph PLATON (ca. 427—347) als vom griechischen Gott APOLLON (dem Gott des Lichts und der Weisheit) gezeugt. Danach
soll sein Vater Aristön wie in fast allen Mt.l:25-Texten von Josef und Maria gesagt  bis zur Geburt Platons keinen geschlechtlichen Umgang mit seiner Frau Periktione gehabt haben.
Es ist kaum denkbar, dass bereits DER UR-MATTHÄUS den Gedanken der Jungfrauempfängnis Jesu enthielt, weil es noch in nach-urchristlicher Zeit DAS JUDENCHRISTLICHE EVANGELIUM DER EBIONITEN gab (wovon es heute nur noch Fragmente gibt), das die Geburtsgeschichte Jesu NICHT enthielt (Epiphanios: Haer.30,14,3). AUCH DIE NAZARÄER HATTEN EIN EVANGELIUM.
 

Symmachos kritisierte das Mt. Evangelium und schrieb Bibel Kommentare (vgl.Eusbios,H.e.VI,17).
Da die griechische SEPTUAGINTA “almah“ in Jes.7:14 mit “Jungfrau“ übersetzt hatte, war dies der mythischen Idee der Jungfraugeburt sehr dienlich. Diese Sicht wurde im 4.Jhd. als staatskirchliche Doktrin sehr volkstümlich. Man glaubte daran, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob diese Sicht überhaupt schon DER GlAUBE DER APOSTEL war (vgl. Apg.2:42).
 

Die Erinnerung an die Anstrengungen der Gegner dieser Unnüchternheit verblasste mit der Zeit. Einige FRAGMENTE DER GRIECHISCHEN VERSION DES AT VON SYMMACHOS, die in Origenes HEXAPLA (3.Jhd.) erhalten blieben, ließen Forscher das saubere Griechisch des Syrnmachos und seine idiomatische Eleganz betonen, wovon sich auch Hieronymus (um 400) beeindrucken ließ, als er die Bibel auf Latein übersetzte (Vulgata). Für die staatskirchlichen Katholiken war der Name für die Anhänger des Ebioniten Syrnmachos, nämlich “Symmachianer“, noch im 4.Jhd. (= Beginn der Staatskirche) ein Begriff für die NAZARÄER und die EBIONITEN (s. bei Augustinus und Pseudo-Ambrosius zum Galaterbrier). 

Jesus - ein unvergleichbarer Mensch! 

Der Problemkern in der kirchlichen Lehre über das körperliche(!) Sohn-Gottes-Sein Jesu liegt darin, dass Er uns Menschen durch Sein eigenes Leben kein(!) wirklich nachahmbares VORBILD BEI DER UBERWINDUNG DER SÜNDE sein kann. Da die Idee der Jungfraugeburt DAS ECHTE MENSCHSEIN JESU zu einer bloßen Illusion macht, weil die so geborene Persönlichkeit nicht mehr DAS MERKMAL DER GLEICHHEIT MIT DER MENSCHHEIT trägt, ist es durchaus angebracht, sie in Frage zu stellen. Von der GEIST—
CHRISTOLOGIE her betrachtet, ist die Jungfraugeburt EINE ZEITGENÖSSISCHE AUSMALUNG UND THEOLOGISCH GANZ ENTBEHRLICH.
 

In zahlreichen, vor allem griechischen und orientalischen MYTHEN wird die Geburt von Göttersöhnen geschildert. Auch in der zeitgenössischen römischen MITHRAS-RELIGION (besonders beliebt bei Soldaten) schrieb man dem gefeierten zentralen mythischen(!) Helden, dem mit der Sonne in Verbindung stehenden Erlösergott MITHRAS, eine Jungfraugeburt zu.  

DER MESSIAS JESUS ABER IST UNVERGLEICHBAR, denn Er war EIN ECHTER MENSCH, allerdings ein göttlicher, “denn GOTT (JAHWEH) WAR MIT IHM“ (Apg.10:38; vgl. 2:22,32,36: Johannes 8:29)!
Unabhängig davon, ob Jesus auf übernatürliche oder natürliche Weise entstand, SEIN KOMMEN war schon LÄNGST PROPHETISCH IM AT ANGEKÜNDIGT (z.B. l.Mo.3:15; 5.Mo.18:15). Während Er im Mutterleib der Maria heranreifte, stand Er UNTER GOTTES GEIST (Lk.1: 35). Will man in diese Lukas-Stelle nicht vorschnell eine übernatürliche Empfängnis hineindeuten, dann ist gerade sie im Sinne dieses göttlichen Einflusses zu verstehen (“überschatten“, vgl. Ps.91:1)! So ein Verständnis schließt EINE NATÜRLICHE ZEUGUNG JESU DURCH JOSEF nicht aus, denn Maria hat ja einen Mann und ist bereits mit ihm verlobt (vgl. Lk.1:27,32). “DA ICH KEINEN MANN KENNE“ (Lk.1:34) könnte EIN SPÄTERER EINSCHUB sein, denn für “wie soll sein dies?“ gibt es Textvarianten (griechische, ...)‚ die zusätzlich noch das Wort für “mir“ haben, sodass Maria sinngemäß gemeint haben könnte: “Wie soll das möglich sein, dass mir die Ehre wird, Mutter des Messias zu werden?“ Diese Worte würden fern von jeder körperlichen Neugier ausgesprochen worden sein, denn in der Antwort wäre Maria mitgeteilt worden, DASS DIE ENTWICKLUNG IHRES SOHNES UNTER GOTTES SCHUTZ STEHEN WÜRDE (Lk.l:35). Aber selbst wenn obiger Einschub-Text echt wäre, wieso sollte man eine übernatürliche Empfängnis in die Verse 34+35 hinein interpretieren? Vgl. JAHWEHS WIRKEN BEI SEINEM MESSIAS, bei Johannes, dem Täufer, einem Propheten (Lk.l:15; 7:26), und beim Propheten Jeremia (Jer.1:4-5).
 

Aufgrund seines schlechten Erhaltungszustandes hat der Sinai-Syrer u.a. in Lk.1 leider eine TEXTLÜCKE (Lk. l:16-38 fehlt), sodass man ihn hier nicht zu Vergleichen heranziehen kann
Gemäß Lk.2:5 soll nach den griechischen Texten Josef mit Maria, “der ihm VERLOBTEN Frau“ oder “der ihm VERLOBTEN“ (= “seiner VERLOBTEN“), die noch dazu schwanger war, nach Bethlehem zur Aufschreibung gegangen sein. Nur der Sinai-Syrer hat hier mit wenigen Altlateinern (aur,b,c) das Echte: “SEINER FRAU“ (OHNE ERWÄHNUNG DES VERLOBTSEINS!). Dass eine der Niederkunft nahe VERLOBTE mit ihrem Bräutigam auf Reisen geht, um in ein Stammregister eingetragen zu werden, ist unvorstellbar, wenn man die damaligen jüdischen Sitten bedenkt.
 

Als die Hirten kamen (Vers 16), fanden sie gemäß Sinai-Syrer “JOSEF und MARJAM und DAS KIND“. Die Masse der anderen Texte hingegen nennen Maria zuerst!
Wenn wir festhalten, dass bei Matthäus schon der Stammbaum beweist, daß JOSEF DER VATER JESU ist, erscheinen NT-Stellen wie Mt.13:55-56 (der Sinai-Syrer hat hier nicht “Zimmermann“, sondern “JOSEF“!) in neuem Licht. DIE “BRÜDER“ UND “SCHWESTERN“ JESU, die da genannt werden, sind in Matthäus natürlich im leiblichen Sinn gemeint (vgl. “Brüder“ in 12:46-50; Joh.7:5; im Sinai-Syrer auch Mk.3:21).
 

JESUS IST MARIAS ERSTGEBORENER (Mt.1:25). Vers 21 im Sinai-Syrer: “Sie wird DIR (= JOSEF) einen Sohn gebären, und du(!) wirst Seinen Namen Jeschu nennen, denn Er wird Sein Volk von seinen Sünden erlösen.“ Und Vers 24b - 25: “Er tat, wie ihm der Engel des Herrn (= Jahweh) geboten hatte. UND ER NAHM SEINE FRAU AN, UND SIE GEBAR IHM EINEN SOHN, und er(!) nannte Seinen Namen Jeschu.“  

Anmerkung: Die mythische Idee von der Jungfrauempfängnis Jesu wird z.B. dadurch verteidigt, dass man behauptet, Jesus könne nicht blutsmäßig von JOSEF abstammen, da Josef nach Mt.1:11-12 von Jojachin abstammt und Josef daher unter dem Fluch dieses Königs
gestanden habe (vgl. Fortpflanzung der Sünden, 2.Mo.20:5b). JOJACHIN (JeHOJaChIN), der in der Bibel auch JECHONJA (JeChoNJaH) und KONJA (KoNJaHU) heißt, war DER LETZTE KÖNIG VON JUDA AUS DER HAUPTLINIE DES DAVIDISCHEN
KÖNIGSHAUSES und ein Sohn des gottlosen, prunksüchtigen und gewalttätigen Königs Jojakim (JeHOJaQIM) von Juda (um 600 v. Chr.).
 

Über KONJA sprach der Prophet Jeremia ein Gotteswort: “Wenn auch Konja ... ein SIEGELRING an Meiner (= Jahwehs) rechten
Hand wäre, würde Ich dich doch von dort wegreißen“; Jer.22:24. In den anschließenden Versen 25 bis 27 folgt die Ankündigung von Verschleppung und Tod in Babylon. Und Vers 30 gipfelt in der Aussage, daß KEINER SEINER NACHKOMMEN mehr DAS AMT DES HERRSCHERS AUF DEM THRON DAVIDS ÜBER JUDA bekleiden werde.
Diese Weissagung erfüllte sich dadurch, dass der unmittelbare Nachfolger von Konja sein Onkel war, König Zedekia (ZiDQiJaHU) (2.Kö.24:17-18, er gehörte zu einer Nebenlinie und zur vorhergehenden Generation, l.Chr.3:15-16), und mit ihm das Königtum erlosch.
MIT KONJA ENDET DIE DAVIDISCHE HERRSCHERLINIE, denn aus ihr ging KEIN KÖNIG MEHR ÜBER DAS SÜDREICH JUDA hervor.
 

Anknüpfend an die Jeremia-Stelle (Jer.22:24), gebraucht JAHWEH in Haggai  2:23 DAS BILD VOM SIEGELRING AN SEINER HAND FÜR SERUBABEL (den Enkel des Konja: l.Chr.3:17-19 ), und zwar als ZEICHEN DER ERWÄHLUNG DURCH IHN JAHWEH.  

Das Bild vom Siegelring entstammt dem Vorstellungskreis der Thronbesteigung des Königs, wobei dem KÖNIG, wie dem SIEGELRING, die Funktion der Beglaubigung und Stellvertretung der Königsherrschaft Gottes zufällt. Durch Sach.6:11-13 ist klar, dass die Königsherrschaft und das
HOHEPRIESTERTUM zusammen gehören (vgl. Heb.5:5-6,10). JESUS IST KÖNIG ISRAELS, DES GEISTLICHEN ISRAELS (Joh.1:49; 12:13; Mt.27:42), DER NEUEN, DER GEISTLICHEN SCHÖPFUNG (vgl. 2.Kor. 5:17; Gal. 6:15-16; Joh. 18:36-37). Geist-
Salbung: Jes.11:2; 61:1.
 

Der Geist ist stärker als die Gene 

Die Vorstellung, dass JESUS aufgrund übernatürlich entstandener Gene(!) zum MESSIAS bestimmt war (GENETISCHER DETERMINISMUS), ist sehr unrealistisch! Was Jesus vor Gott und für Gott, Seinen Vater (vgl. Joh.20:17), wurde, wurde Er nicht durch Seine Gene (durch Materie), sondern DURCH (DEN) GEIST (GOTTES).
Die Behauptung, dass die Gene unser Leben bestimmen oder steuern, hat die heutige Zellbiologie als FALSCH erkannt.
 

GENE KÖNNEN SICH NICHT VON SELBST EIN ODER AUSSCHALTEN!  Ihre Aktivität muss durch einen Umgebungsreiz (der auf die regulativen Proteine in den Chromosomen und von diesen Proteinen auf die Gene einwirkt) ausgelöst. werden! Diese Umgebungsreize oder Umweltsignale können unter anderem UMWELTEINFLÜSSE wie Ernährung, Klima, Emotionen, Stress ... sein. Dadurch kann das Verhalten von Zellen beeinflusst werden, ohne dass ihr genetischer Code sich ändert.
Noch bevor man überhaupt von Genen wusste, behaupteten im Laufe der Menschheitsgeschichte Philosophen (etwa RENE DESCARTES, 17.Jhd.), dass DER GEIST die körperlichen Eigenschaften des Menschen nicht beeinflusse. IRRTUM! Das stimmt nicht einmal in Bezug auf den Körper, erst recht nicht, was die Eigenheiten der Seele angeht!
 

Mit (DEM) GEIST und DEN UNSICHTBAREN KRÄFTEN DER GEISTIGEN WELT konnte Descartes zu seiner Zeit nichts anfangen, da sich ihm dieser Bereich der Überprüfung entzog. Daher konnte er auch nicht das Problem lösen, WIE DER IMMATERIELLE GEIST MIT DEM KÖRPER VERBUNDEN SEIN KANN, wenn für ihn Materie nur durch Materie beeinflusst werden kann. Der Einfluss des falschen Denkansatzes des Descartes ist bis heute noch spürbar, weil ISAAK NEWTON (17./18.Jhd.) mit seiner SICHTWEISE VOM BLOSS MATERIELLEN UNIVERSUM diese Trennung von Geist und Körper (Materie) übernahm.
Die meisten Biologen, Mediziner, ... sind noch Newtonianer, die DEN GEIST, weil er keine Materie hat, einfach ignorieren. Doch diese verkürzte Sicht bräuchte nicht mehr sein, nachdem ALBERT EINSTEIN im 20.Jhd. den Beweis erbrachte, daß Materie und Energie äquivalent sind (E = m.c2)! Die Energie (E) ist gleich dem Produkt der Masse (m) mit dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit (c2). DER GEIST ist auch Information! Im (QUANTEN) UNIVERSUM manifestiert er sich als Energie und Information.
 

Sogar schon CHARLES DARWIN (der Autor von “Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“, 1859) erkannte gegen Ende seines Lebens den “größten Fehler“ in seiner (biblisch unhaltbaren) EVOLUTIONSLEHRE (wonach “Erbfaktoren“ die Eigenschaften unseres individuellen Lebens steuern), indem er 1876 zugab, DIE ROLLE DER UMGEBUNG sei in seiner Lehre zu kurz gekommen.  

Wenn der Mensch meint, dass DIE GENE sein Leben bestimmen, und wenn er weiß, dass er keinen Einfluss darauf hatte, welche Gene er zum Zeitpunkt der Empfängnis erhielt, resigniert er und fühlt sich als Opfer der Vererbung. “Ich kann nicht anders sein als ich eben bin (dann folgt eine Aufzählung von SÜNDEN, ...‚ SCHWÄCHEN UND UNVOLLKOMNENHEITEN), ich bin erblich so veranlagt!“ Solch eine falsche Selbsteinschätzung trägt dazu bei, dass der Mensch eine ECHTE NACHFOLGE JESU scheut (Alibi Motiv). Doch auch bei diesen Menschen könnte sich DER GEIST STÄRKER ALS DIE GENE erweisen!
Der falsche Ansatz in Darwins Theorie führte die Wissenschaft lange Zeit in eine falsche Richtung. Denn sie zielte darauf ab, das Leben bis in seine Einzelheiten zu zerlegen, weil man in den Strukturen der Zellen den das Leben bestimmenden Erbmechanismus vermutete.
 

Als man schließlich in den 1950er - Jahren die Struktur und die Funktion der in den Chromosomen des Zellkerns enthaltenen DNS-DOPPELHELIX, AUS DER DIE GENE BESTEHEN, beschrieb (Watson und Crick), meinte man, “das Geheimnis des Lebens“ (1953) entdeckt zu haben. Weit gefehlt! Welch ein Hochmut, wenn man sich auf das Materielle beschränkt!  

Die Rechnung hatte man ohne dem Wichtigsten gemacht, DEM GEIST. Denn die DNS Doppelhelix ist nur die Klaviatur, auf der DER GEIST (durch Anregung der regulativen Proteine, die die DNS- Doppelhelix in den Chromosomen umgeben) spielt. So macht DER
GEIST den einen zum Pianisten, Mathematiker, Physiker, Astronomen, . ..‚ und den anderen zum Propheten, Lehrer, Evangelisten, ...! Und wenn du um mehr GEIST zur Überwindung der Sünde bittest (Lk.11:13), kannst du heiliger werden als du es gerade bist!
 

Du wirst also nicht durch die Gene bestimmt (sei es zum Sündigen oder zur Heiligung), sondern durch DEN GEIST, wobei der genetische Code unverändert bleibt. Und so war es auch bei JESUS! Dazu ist KEINE JUNGFRAUEMPFÄNGNIS notwendig. 

Die DNS-Moleküle sind lang und fadenähnlich und bestehen immer aus vier stickstoffhaltigen organischen Basen namens Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin. Je nach Reihenfolge dieser vier Basen (also ihrer Sequenz) und der Genlänge (die einzelnen Gene sind jeweils Segmente der DNS-Fäden) dienen die Gene als “Bauplan“ für die Proteine (= Eiweißmoleküle, die sich aus Aminosäuren zusammensetzen) . Der Code für den Proteinerzeugungs-Apparat der ‘Zelle war 1953 zwar gefunden, nicht aber DER UNSICHTBARE GEIST, DER SICH DIESES CODES BEDIENT.  

Die materieorientierten Forscher meinten, dass mit der DNS die von Darwin erwähnten “Erbfaktoren“ gefunden seien. Anfangs hielt man die DNS zumindest nur für die Ursache unserer körperlichen Merkmale, bald aber meinte man, dass die Gene sogar unser Verhalten, unsere Emotionen, ...bestimmen. DER IRRTUM NAHM ZU!
Ende 1990 begannen viele internationale Wissenschaftler, an einer umfassenden Katalogisierung der Gene des Menschen zu arbeiten. Dieses “HUMAN-GENOMPROJEKT“ (HGP) wollte für jedes der über 100000 Proteinarten in unserem menschlichen Körper jeweils ein (als Baumuster) dafür verantwortliches Gen finden und zusätzlich noch etwa 20000 regulierende Gene, die die Aktivität der Gene mit Proteinkodierungen steuern.
Die Forscher gingen also davon aus, im gesamten menschlichen Genom (Erbgut) der 23 Chromosomenpaare mindestens 120000 Gene zu finden. — Aber das Projekt wurde für diese gen - orientierten Forscher EIN FEHLSCHLAG! Die Genetiker erlebten einen Schock und meldeten im Jahre 2003, dass insgesamt nur etwa 26000 Gene zu finden waren! Über 80% der von ihnen für notwendig erachteten Gene existierten nicht!
 

Das Fundament des genetischen Determinismus (ein Gen - ein Protein) war hinfällig! ES GIBT EINFACH NICHT GENÜGEND VIELE GENE, UM DURCH SIE DIE KOMPLEXITÄT DES MENSCHLICHEN LEBENS ZU ERKLÄREN. Nicht einmal die des sichtbaren Körpers, geschweige denn die des Denkens, der Emotionen, ...! — Die Zahl der Gene im Menschen unterschied sich nicht wesentlich von der in niedrigen Lebewesen. So etwa besteht das Genom eines mikroskopisch kleinen, wirbellosen, nur etwa tausendzelligen Fadenwurms aus 24000 Genen, während der menschliche Körper mit seinen etwa 70 Billionen Zellen nur etwa 1500 Gene mehr hat! Selbst die Fruchtfliege, obwohl schon viel komplexer als, der Fadenwurm, hat mit ihren 15000 Genen 9000 Gene weniger. ...  

Es ist NICHT DIE ZAHL DER GENE, die dem Menschen seine Fähigkeit zu bewusstem Handeln, zu Intelligenz Lernfähigkeit, verleiht!
Eine “neue“ Biologie entstand, die mit dem Primat der Gene brach, DIE EPIGENETIK. Das griechische Wort “epi“ bedeutet wörtlich “auf“. Daher heißt Epigenetik soviel wie jenseits der Genetik. Diese Wissenschaft, die über die verengte Sichtweise der konventionellen Biologie und Genetik hinausgeht, bewies, dass DIE DNS IN UNSEREN GENEN ZUM ZEITPUNKT DER GEBURT NOCH GAR NICHT VOLLSTÄNDIG FESTGELEGT ist (in Lk.1:35 geht es um die Einflussnahme Gottes bis zur Geburt Jesu!). Ferner, dass die durch Umweltreize epigenetisch veränderten Gene ebenso DURCH VERERBUNG WEITERGEGEBEN werden können, wie es bei der DNS über die Doppelhelix der Fall ist; dass nicht der Zellkern mit seinen Genen das Gehirn der Zelle ist, sondern DIE ZELLMEMBRAN MIT IHREN l00000en VON REZEPTOREN FÜR UMWELTSIGNALE, die das Verhalten der Zelle bestimmen; dass die regulativen Proteine in den Chromosomen AUS DEM GLEICHEN GEN MEHR MS 2000 VERSCHIEDENE PROTEIN-VARIANTEN erzeugen können; ...!
 

Die Proteinvielfalt ist also EPIGENETISCH erklärbar, nicht genetisch!
Mit übermenschlich oder übernatürlich entstandenen Genen hätte Jesus es zwar für sich selbst geschafft, Gott wohlgefällig zu leben, aber die Forderung z.B. des Petrus und des Paulus nach einer konsequenten Fußstapfen-Nachfolge, in der wir nicht sündigen dürften, ist nicht erfüllbar (1.Pet.2:2lff; Gal.5:16; Phil.2:5). Durch eine unmögliche Jesus-Nachfolge kann man auch in Sünde lebende Menschen nicht (!) aus ihrem Sündenleben herauspredigen, weil ihnen EIN REALISTISCHES, NACHAHMBARES JESUS-VORBILD fehlt.
Nur wenn JESUS WIRKLICH EIN MENSCHEN-SOHN (= OHNE ÜBERNATÜRLICH ENTSTANDENE VÄTERLICHE GENE) war, ist die Forderung gerechtfertigt, dass wir Ihn uns als Vorbild nehmen sollen. Den in Sünde lebenden Menschen muss beigebracht werden, dass sie DURCH GOTTES GEIST ihre Sünde überwinden können (Gal.5:16), weil Jesus selbst DURCH DEN GEIST (Nicht Durch Seine Angeblich Übernatürlich Entstandenen Gene) Überwinder wurde (Mt.26:41; Off.3:21).
 

Jesus selbst rief die Seinen auf, um GEIST zu bitten (Lk.l1:13), damit sie Gott führen könne, um nicht in Versuchung zu fallen (Vers 4). Er selbst, der Sündenfleisch wie wir hatte (nicht nur durch Seine Mutter) (Rö.8:3), überwand alle Versuchungen DURCH DEN GEIST und lernte so den Gehorsam gegenüber Gottes Willen (Heb.5:7-8; u.a.), so dass Er uns durch SEIN VORBILD DES GEISTESWANDELS IN NACHVOLLZIEHBARE NÄHE gerückt ist.  

Solange selbst die christlichen Gegner des biblisch unhaltbaren Dreieinigkeitsdogmas diesen Problemkern nicht in ihrer Christologie berücksichtigen und stattdessen von einer übernatürlichen Empfängnis und durch ein Wunder entstandenen Genen reden, bleibt auch ihr an sich lobenswerter ANTI-TRINITARISMUS in unrealistischen, wirklichkeitsfremden Bereichen von MYTHOLOGIE, PHILOSOPHIE und GNOSIS stecken. 

 

Autor und Herausgeber:
Dr.Phil.Dipl.Ing.
RUDOLF J. MICHALKE
QUELLENSTR:24B/27/10
A-1100 WIEN / AUSTRIA
Tel. 0043 / 1 6035533

 

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