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                  Biblische Tatsachen!

Autor: Dr. Rudolf Michalke

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JAHWEH  im neuen Testament!


Vorwort: der Babel - Virus


Im 6.Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung wurde der größte Teil des damals noch im Lande Israel ansässigen israelitischen Volkes durch Nebukadnezar, den König vom Babel (griechisch: Babylon), aus dem Lande Israel vertrieben und für mehrere Jahrzehnte ins Exil nach Babylon, in die Gegend des  Euphrat und Tigris (Zweistromland) verschleppt (Babylonische  Gefangenschaft). Wie die Bibel berichtet, war die Ursache hierfür das Leben der Israeliten in Sünde gegen Jahweh, ihren Gott (z.B. Jer. 25,7-11; 27,9). Da Nebukadnezar als Jahwehs Gerichtswerkzeug handelte, wird er von Ihm sogar als Sein Knecht bezeichnet (Jer. 25,9)

Gegen Ende der Exilszeit bediente sich Jahweh eines weiteren Werkzeuges, und zwar des Koresch (Kores, Kyros), des Königs von Persien, um Nachkommen dieser Deportierten wieder ins Land Israel zurückzubringen (Esra 1,1-4). Diesen Koresch bezeichnet Jahweh durch den Mund des Propheten Jesaja als Seinen Hirten und Seinen Gesalbten (Jes.44,28; 45,1). Er setzte Serubabel (Namensbedeutung: Nachkomme von Babel, der ein Abkömmling der judäischen Königsfamilie war, als Statthalter über die Provinz Judäa ein. Dieser führte zusammen mit dem Hohenpriester Jeschua die rückkehrenden Juden nach Jerusalem, sodass mit dem Bau des Tempels begonnen werden konnte, nachdem zunächst ein Altar errichtet worden war. Im Jahre 515 v. Chr. wurde der Tempel eingeweiht….. Serubabel ist ein Stammvater von Jesus, Dem Messias (griechisch: Christos) Jahwehs, denn er wird im NT in beiden Stammbäumen als Ahn von Jesus genannt (Mt. 1,12-13; Lk. 3,27).

Die nachexilische Zeit weist EINE AUFFALLENDE UNBIBLISCHE EIGENART auf:  Immer mehr schwindet (!)  im Munde des Volkes der Name  Jahwehs,  der Eigenname Gottes,  die Aussprache des Tetragramms  (= JHWH) . Die Ursache für dieses Phänomen, das sich in diesem Ungeistlichen Verhalten, das es vorher nicht gab,  äußert,  nennen wir DEN BABEL-VIRUS, weil er in ursächlichem Zusammenhang mit dem Exil der Juden in Babylon steht.  DIESER HEIDNISCH-JÜDISCHE MAMENS TABU-VIRUS zeitigte sonderbare Krankheitssymptome. Eine aber-gläubische Scheu vor der Aussprache des Namens führte zu einer Vielzahl von Ersatznamen, Substituten,  ... und Um-schreibungen. Schließlich kam es sogar soweit,  daß  dem Volk der Juden die genaue Aussprache des Eigennamens Gottes UNTER ANDROHUNG DES HEILSVERLUSTES UND DER TODESSTRAFE VERBOTEN war (siehe Talmud).

OBWOHL JESUS DEN HAMEN GOTTES unter jenen Menschen, die sich Ihm anvertrauten, BEKANNT MACHTE (Mt.6:9; Job.17:6,26; Heb.2:12), legte sich ab dem 2. und 3.Jahrhundert allmählich wieder ein Schleier über DIESE WICHTIGE WAHRHEIT DES REICHES GOTTES. Wie wir in dieser Schrift erfahren, waren dafür zwar verschiedene Umstände verantwortlich, aber letztlich hatte dies hauptsächlich mit dem BABEL-VIRUS der Juden zu tun, mit dem ab dem 2.Jhd. vor allem Christen, die nicht wachsam genug waren,  infiziert wurden.

Auch die heutige Christenheit, die den Eigennamen Gottes nicht (mehr) kennt oder zuwenig beachtet, daß  Gott einen eigenen Namen hat, und daß  dieser im Alltagsleben gebraucht  werden  sollte  (vgl.  Sach.14:9), liegt DURCH DIESEN BABEL-VIRUS IN EINEM PHILOSOPHISCHEN VERBLENDUNGSSCHLAF.


 

Der Angriff Satans gegen Jahweh:

Der  EIGENNAME GOTTES, das Tetragramm, steht das erste Mal in der Bibel am Anfang der so genannten jahwistischen Schöpfungsgeschichte (l.Mose 2) . Noch bevor dort von der Erschaffung des Menschen die Rede ist (l.Mo.2:7), wird der Schöpfer "des Himmels und der Erde" mit Seinem Eigennamen genannt (1.Mo.2:4). Die Bibel nennt ihn dann nochmals  ausdrücklich  sowohl  im Zu-sammenhang mit der Erschaffung von Mann (1.Mo.2:7) und Frau (1.Mo.2:21-22) als auch im Zusammenhang mit der Erschaffung der Tiere (l.Mo.2:19). 

ADAM UND EVA KENNEN DIESEN NAMEN UND GEBRAUCHEN IHN, wie 1.Mo.4:1 beweist. Doch DIE SCHLANGE, die gemäß  NT mit dem TEUFEL (Verleumder,  Schwätzer,  Dazwischenwerfer, Entzweier) und dem SATAN (Widersacher, Ankläger)  identifiziert wird (Joh.8:44; Off. 12:9; 20:2), WEIGERT SICH VON ANFANG AN,DIESEN NAMEN ZU NENNEN.  Diese satanische Geisteshaltung, die nicht zufällig, sondern überall  in der ganzen Bibel  anzutreffen ist,  wird  bereits  im  Zwiegespräch  der Schlange mit Eva offenbar (1-Mo.3:1-5), wo der Teufel nur die namenlose Gottesbezeichung "Gott" gebraucht. 

DAHINTER STECKT EIN MASSIVER GEISTLICHER ANGRIFF! Denn nach biblischem Verständnis bedeutet die Nichtanerkennung eines Namens soviel wie die Nicht-anerkennung jener Autorität, die dieser Name ausdrückt. Da der Teufel ganz bewusst die Autorität Jahwehs missachtet, lehnt er auch die Verwendung Seines Namens ab.

In 1.Mo.4:26 ist vom "anrufen" des Eigennamens Gottes die Rede: "und dem Seth, auch ihm wurde ein Sohn geboren, und er gab ihm den Namen Enos  (Enosch) .  Damals fing man an, DEN NAMEN JAHWEHS ANZURUFEN." Da damals die Menschen bereits zum Bösen neigten (1.Mo.6:1-7, siehe insbesondere Vers 5), ist dieses Anrufen des Gottesnamens kaum in einem positiven Sinn zu sehen. In der Generation des Enosch nahm der BILDERKULT (GÖTZENDIENST) seinen Anfang. Als sich damals die Menschen infolge des zunehmenden moralischen Niedergangs immer mehr von den Dämonen beeinflussen ließen, wurden sie von diesen auch zu diesem Dienst verleitet.

Der Targum Jeruschalmi I zu 1.Mo.4:26 drückt dies so aus: "Auch dem Seth wurde ein Sohn geboren, und er nannte seinen Namen Enosch. Das war die Generation, von deren Tagen an man anfing abzuirren (von Gott). Und SIE MACHTEN SICH GÖTZEN UND NANNTEN IHRE GÖTZEN MIT DEM NAMEN DES MEMRA JAHWEHS" (d.h. MIT DEM NAHEN JAHWEH; "Memra Adonai" ist ja ein Ersatz für "Jahweh"). Der Targum Onkelos zu 1.Mo.4:26. "Auch dem Seth wurde ein Sohn geboren, und er nannte seinen Namen Enosch. Damals, in seinen Tagen, waren DIE SÖHNE DER MENSCHEN nachlässig IM BETEN IN NAMEN JAHWEHS." Man fing also an, die Götzen(!) mit dem Namen Jahweh zu nennen, wie das wiederholt auch in späterer Zeit der Fall war. Denken wir nur an die Begebenheit mit dem goldenen Kalb (2.Mose 32), als der Name Gottes, Jahweh, auf das goldene Kalb übertragen wurde: "Und sie sprachen: DAS IST DEIN GOTT, ISRAEL, der dich aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hat" (Vers 4, vgl. Vers 8). Und Aaron rief: "EIN FEST DEM JAHWES ist morgen!" (Vers 5). Diese sinnhafte Verdinglichung Jahwehs, des unsichtbaren Gottes, durch ein menschliches Kunstwerk (hier: durch ein Kalb aus Gold) und die damit verbundene Verwendung des Namens Gottes war gemäß dem Urteil Jahwehs eine (unter dämonischem Einfluss herbeigeführte) Verderbnis des Volkes (Verse 7-9). Nicht Ihm brachten die Israeliten die (dabei) erwähnten Tieropfer dar (Verse 6+8), sondern GANZ BESTIMMTEN DÄMONEN (Rede des Stephanus: Apg.7:40-43; vgl. Paulus in 1. Kor.10:20). Vgl. auch 2.Mo.20:4-6; Jes.44: 9,15b-18a. Nicht viel anders dürfte es bei 1.Mo.4:26 gewesen sein.

Schon zu Moses Zeit mussten die Israeliten ALLE GÖTZEN UND IDOLE VERNICHTEN UND JEDES NENNEN (AUSSPRECHEN) IHRER(!) NAMEN UNTERLASSEN, um dem Satan nicht in die Falle zu gehen (2.Mo.23:13,24; 5.Mo.12-.3). Denn bei der riesigen Anzahl von Götternamen, welche die Israeliten durch ihren Kontakt mit dem Polytheismus der Heidenvölker ringsum kennen lernten, wäre gar bald der eine und einzige Name des Schöpfer-gottes, auf den es ankam, unter einer Lawine von Götternamen verschüttet, begraben und vergessen worden (vgl. Jer.23:27; Ps. 44:20). - Heute geschieht dies, entgegen der Bibel und dem Willen Gottes, ganz offiziell unter dem Vorwand von "ÖKUMENE" und "ANTI-DISKRIMINIERUNG", wodurch heidnische Götternamen und esoterische Begriffe immer mehr um sich greifen und sich in den allgemeinen Wortschatz einschleichen.

Wir sehen, daß Satan viel daran gelegen ist, Menschen auf irgendeine Weise von DER WAHREN ANBETUNG JAHWEHS, von EINER ANBETUNG "IN GEIST UND WAHRHEIT" (Joh.4:23- 24) abzubringen und ihnen den Blick dafür zu vernebeln! Zu diesem Zweck bedient er sich ganz verschiedener Taktiken, wozu auch alle jene gerissenen Methoden gehören, die den Menschen den Eigennamen Gottes überhaupt wegnehmen(1) wollen. DAVON GIBT ES SCHON SEIT VOR- UND URCHRISTLICHER ZEIT ZWEI BESONDERS HEIMTÜCKISCHE VARIANTEN, die selbst von vielen Christen (noch immer) nicht erkannt werden: Um zu seinem Ziel zu gelangen, inspiriert Satan für seine Zwecke dienliche Menschen so, daß diese ungöttliche Ideen und Philosophien entwickeln, die beweisen sollen, daß Gott keinen Namen habe oder haben könne! Andere geeignete Menschen, die für andere Gedanken von ihm leichter empfänglich sind, weil sie wissen, daß Gott einen Namen hat, inspiriert er so, daß sie den Eigennamen Gottes möglichst verschweigen, seine Kenntnis unterdrücken (geheim halten), ihn durch belanglose oder nichts sagende Surrogate ersetzen, ihn durch bloße Titel abdecken, ..., ihn verstümmeln und das Ergebnis davon den Menschen als augenfällige Absonderlichkeit vor Augen halten! - Der geistliche Mensch aber wird sich durch Gottes Geist angespornt wissen, ANGESICHTS SOLCH GROSS ANGELEGTER TEUFLISCHER PLÄNE UND VIELGESICHTIGER MACHENSCHAFTEN umso wachsamer zu sein.

Dazu ermutigt auch 2.Tim.2.-19a: "Doch DER FESTE GRUND GOTTES steht und hat dieses Siegel: (DER) HERR KENNT, DIE SEIN SIND." Hier steht im griechischen Text das "Herr" ohne Artikel, zeigt also den Eigennamen Gottes an, JAHWEH: "JAHWEH KENNT, DIE SEIN SIND!" Mal.3:16-18: "Da unterredeten sich miteinander, die Jahweh fürchten, und Jahweh merkte auf und hörte. Und es wurde EIN GEDENKBUCH vor Ihm geschrieben FÜR DIE, WELCHE JAHWEH FÜRCHTEN UND SEINEN NAMEN ACHTEN. Und sie werden Mir, spricht Jahweh der Heerscharen, zum Eigentum sein an dem Tage, den Ich machen werde; und Ich werde ihrer schonen, ... Und ihr werdet wiederum den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der Ihm nicht dient."

Wichtig ist, daß wir verstehen, daß gerade DIE KENNTNIS DES GOTTESNAMENS der Kern der Auseinandersetzung zwischen Jesus und Satan in Mt.4:1-10 ist. Während der Teufel den Namen Gottes nie gebraucht, verwendet ihn Jesus immer wieder, ja Er gebraucht ihn geradezu systematisch: Mt.4:7b, 10b sind AT-Zitate, die das Tetragramm enthalten! 

Durch Vorkenntnis sah Gott voraus, daß der Same des Weibes dem Satan einst den Kopf zermalmen werde (Proto-Evangelium: 1. Mo.3:15). Christen identifizieren diesen "Samen" mit JESUS, DEN MESSIAS JAHWEHS (Gal.3:16; 1.Mo.22:18). Gemäß Heb.2:14 und 1.Joh.3:8 kam Jesus, um die Werke des Teufels zu zerstören. Im Zusammenhang mit diesem Dienst war es Jesus ein besonderes Anliegen, DEN NAMEN GOTTES zu verkündigen (Heb.2:12) und ihn besser bekannt zu machen (Joh.17:6,26). "Denn JEDER, DER IRGEND DEN NAHEN (DES) HERRN ANRUFEN WIRD, WIRD ERRETTET WERDEN"; Rö.10:131 und Apg.2:21. Der griechische NT-Text hat keinen Artikel vor "Herr", da bei diesem "Herr" von JANWEH die Rede ist (nicht: von Jesus!); Obiger Vers ist ein AT-Zitat: "... jeder, der DEN NAHEN JAHWEHS ANRUFEN wird, ..."; Joel 2:32.

An anderer Stelle werden wir die Frage aufwerfen, ob es im Geiste Gottes und im Sinne von Jesus ist, wenn in jenen NT Stellen, wo eindeutig Jahweh und nicht Jesus gemeint ist, anstelle von "Herr" DER EIGENNAME GOTTES, "JAHWEH", gebraucht wird.

Der Name Jahweh im Alltag:

Ein ANRUFEN DES NAMENS JAHWE (vgl. z.B. 1.Mo.12:8; Ps.99:6; Sach.13:9; Zeph.3: 9) kann vielerlei beinhalten, etwa die Bitte um Hilfe, Schutz und Rettung (vgl. Joel 2:32; Rö.10:13; Apg.2:21) oder das Darbringen von Dank und Lob (1.Chr.16:8; Ps. 80:18; 96:2). Aber die eigentliche Nennung des Namens beim Anrufen Jahwehs ist nicht alles. Man darf nicht meinen, daß ein bloßes Wissen um das richtige Aussprechen des Namens eine magische Zauberkraft sei, durch die man Gott zu bestimmten Handlungen bewegen könne. Nein, das wäre wie das Denken und Tun von Heiden, die ihren Götzen dienen! Denn es ist einleuchtend, daß nur jene Menschen, die Gottes Willen suchen, Ihm gehorchen und sich auf der Grundlage Seiner Gebote von Seinem Geist leiten lassen (vgl. Joh.8:55; Rö.8:14; 1.Kor.7:19; 1.Joh.2:3-5; 4:8; 5:2,3), wirklich Seinen Namen kennen und eines Geistes mit Ihm sind. "WEIL ER WONNE AN MIR HAT (= weil er an Mir hängt), will Ich ihn erretten; Ich will ihn in Sicherheit setzen, WEIL ER MEINEN NAMEN KENNT"; Ps. 91: 14b. "Und auf Dich werden vertrauen, DIE DEINEN NAMEN KENNEN, denn Du hast nicht verlassen, DIE DICH SUCHEN, JAHWEH"; Ps. 9: 10. Der Name Jahwehs repräsentiert also GOTT SELBST. Daher dieser alttestamentliche Vergleich: "DER NAME JAHWEHS ist ein starker Turm, der Gerechte läuft hinein und ist in Sicherheit"; Spr.18:10.

Wenn vom Namen Jahwehs die Rede ist, nimmt die Bibel häufig Bezug auf Gott selbst, Seine Autorität, Seinen Ruf, Seine Herrlichkeit, ...! Wenn z.B. Nabal sagt: "Wer ist David?" (1.Sam.25:10), oder wenn der Pharao sagt: "Wer ist Jahweh?" (2.Mo.5: 2), so wird beide Male DIE AUTORITÄT, DIE HINTER DEM JEWEILIGEN NAMEN STEHT, in Frage gestellt. Das hat nichts mit der Aussprache dieser Namen zu tun, denn diese kannten sie. Hier noch einige Beispiele, die zeigen, daß sich "Name" auf GOTT SELBST bezieht: "... die DEINEN NAMEN LIEBEN" (Ps. 5.11; 119:132; vgl. 69:36); vgl. "... die Ihn (= JAHWEH) lieben, seien wie die Sonne aufgeht in ihrer Kraft!" (Ri.5:31).

DEINEN NAMEN, JAHWEH, SUCHEN" (Ps.83:16b); vgl. "die Dich (= JAHWEH) suchen" (Ps.9:10b); die Ihn (= GOTT) suchen" (Heb.11:6). …..die DEINEN NAMEN FÜRCHTEN" (Ps. 61: 5b) vgl. "... die Dich fürchten" (Ps.60:4);
 fürchtet GOTT und gebt Ihm Ehre“ (Off.14:7). - "... DEINEN NAMEN VERHERRLICHEN" (Ps.86:9,12); vgl. "... Mich verherrlichen" (Ps.50:15); SEINEN NAMEN ERHÖHEN" (Ps.34:3b). weil wir SEINEM HEILIGEN NAMEN VERTRAUT HABEN" (Ps. 33 - 21b) .

AUF DEINEN NAMEN WERDE ICH HARREN, denn er ist gut ..." (Ps.52:9b).

Obwohl in solchen Beispielen die Aussprache des Eigennamens Gottes zweitrangig ist, will Gott, daß man Seines Namens GEDENKT und ihn VERKÜNDIGT, daß man ihn zwar HEILIGT aber nicht verschweigt oder gar vergisst (vgl. Jesus: Mt.6:9; Joh.17:6,26; Hebr.2:12). Wer von uns menschlichen Geschöpfen ist einverstanden damit, daß man die Namen von geliebten Menschen einfach verschweigt oder gar vergisst? Keiner! Im Gegenteil, wir wollen von ihnen reden, weil wir uns innerlich mit ihnen verbunden wissen. Um wie viel mehr sollte dies in bezug auf GOTT, DEM SCHÖPFER VON ALLEM, UND SEINEN EINZIGARTIGEN NAMEN gelten! 

Nur derTeufel will uns von der Namensnennung abhalten! Angesichts von Bibelstellen wie Johl 2:32 (Rö.10:13; Apg.2:21) tobt EIN KAMPF AUF LEBEN UND TOD zwischen denen, die den Namen (einschließlich seiner richtigen Aussprache) bekannt machen wollen (vgl. Mal. 3:16; 2.Mo.9:16; Rö.9:17; u.a.), und denen, die ihn verschweigen oder in Vergessenheit bringen wollen (vgl. Jer.23:26-27; Ps.44: 20; u.a.) . Zu jenen, die Gottes Namen verkündigen, gehörte auch DER MESSIAS JESUS (Joh.17:6,26; vgl. 8:29a), der Seine Brüder mit dieser Verkündigung beauftragte (Ps. 22.22; Heb.2:12). Dadurch sollte der Name immer mehr auch unter den Nationen bekannt (Zeph.3:9; Mal.1:11) und eines Tages zum einzigen aller Namen werden (Sach.14:9).

Solange HEUTIGE JUDEN fortfahren, das so genannte "Schema Jisrael!" (5.Mo.6:4) zu rezitieren, sich aber beharrlich weigern, dabei den Namen Gottes auszu-sprechen, um nicht das Risiko von Gotteslästerung zu begehen, sind sie weit davon entfernt, hier im Sinne Jesu zu wirken und bleiben weiterhin UNTER DEM EINFLUSS SATANS. - Der satanische Betrug wird natürlich auch im Islam offenbar. Auch DER GOTT DER MUSLIM hat keinen Namen, denn das Wort "Allah", mit dem Muslime die Rezitation fast aller 114 Koransuren (außer der 9.Sure) beginnen ("Im Namen Allahs ist kein Eigenname, sondern einfach eine Wortzusammenziehung, die aus vorislamischer Zeit stammt ("Allah" entsteht, wenn das I in "Al-Ilah" (= "der Gott") wegfällt), ist also nur ein Titel(!) des muslimischen Mondgottes. Für Muslime hat ihr Gott zwar "99 schöne Namen", aber erst in der Endzeit werde sein 100. Name, sein Eigenname, geoffenbart.

Der Name in vor-babylonischer Zeit: 

Bevor NEBUKADNEZAR, DER KÖNIG VON BABEL, um das Jahr 600 vor Chr. die israelitische Bevölkerung aus den Stammesgebieten von Juda und Benjamin in mehreren Etappen nach Babylon verschleppte, sprachen und schrieben die Juden im Land Juda althebräisch, und DER GEBRAUCH DES TETRAGRAMMS WAR IM ALLTAG SEHR HÄUFIG. Allein im Zeitintervall zw. 900 und 600 vor Chr. sind auf Inschriften etwa 40 Tetragramme archä-ologisch nachweisbar. Damit wir eine Vorstellung davon gewinnen, in welchem lebensnahen (praktischen) Zusammenhang damals der Gottesname gebraucht wurde, hier einige Beispiele:

Auf einem der beiden Fässer aus KUNTILLET ADSCHRUD (an der Grenze zum Sinai) steht u.a.: tut Gutes, JHWH um 800 v.Chr. Auf einem antiken Siegel-. "dem Miqnejaw, dem Knecht JHWHs gehörig" (der Personenname ist wahr-scheinlich der eines Leviten, vgl. 1.Chr.15:18,21: Miqnejahu, um 775 v.Chr. - Auf einer Grabinschrift aus CHIRBET EL-QÖH (ca. 30 km südwestlich von Jerusalem): "... gesegnet sei Urijahu von JHWH", um 750 v.Chr. - Auf den Wänden einer Grabeshöhle aus CHIRBET BEIT LEI (nahe bei Jerusalem): "Erlöse uns, JHWH", "JHWH, Gott der ganzen Erde, ... sei barmherzig, vergib JH, JHWH", um 700 v.Chr. - Auf einer Höhlenwand aus NAHAL JISCHAI (nahe bei En Gedi): "Gesegnet sei JHWH", um 700 v.Chr. -Auf einem der beiden Silbertäfelchen aus KETEF HINNOM (bei Jerusa-lem) : "Möge dich JHWH segnen und beschützen. Möge JHWH Sein Angesicht über dir leuchten lassen, und möge Er dir Gunst erweisen" (vgl. 4.Mo.6: 24f), um 625 v.Chr. - In den aus Tontäfelchen (Ostraka) bestehenden Briefen vom TEIL ARAD steht u.a.: "Und was die Angelegenheit betrifft, die du mir befohlen hast, sie ist geregelt, im Hause des JHWH bleibt er" (vgl. Ps.23:6, wo mit diesem „beit JHWH" vielleicht JHWHs Land gemeint ist), um 650 vor Chr. - Die LACHISCH-BRIEFE (ebenfalls Tonscherben, Ostraka) aus der letzten Zeit des Königtums enthalten mehrmals das Tetragramm, zum Beispiel-. "Möge JHWH meinen Herrn die jetzige Zeit in Gesundheit erleben lassen", um 600 v.Chr.

Angesichts eines so unterschiedlichen Gebrauchs des Eigennamens Gottes im damaligen Alltagsleben ist es klar, daß der Gottesname ein wesentlicher Bestandteil im Leben der damaligen Menschen war. Natürlich wussten diese Leute, wie der Name ausgesprochen werden musste. Selbst 2.Mo.5:2 setzt voraus, daß sogar DER ÄGYPTISCHE PHARAO zur Zeit des Mose die Aussprache des Namens kannte, nur nicht dessen Bedeutung, seine Autorität und seinen Ruf! Auch DER MOABITISCHE KÖNIG MESCHA (um 850 vor Chr., vgl. 2.Kö.3:4,26-27) kannte den Gottesnamen und seine Aussprache. Wie sonst hätte er den Namen JHWH auf seiner königlichen Inschrift, der "Mescha-Stele" (heute im Museum des Louvre, Paris), erwähnen können?:

Und ich (= Mescha) nahm von dort die ... (Geräte, Gefäße?) JHWHs und schleppte sie vor Kamosch (= Gottheit der Moabiter).

Wenn sich bis etwa 600 v.Chr. DER GOTTESNAME auf so beständigen Trägerstoffen wie Stein und Tonscherben bis heute relativ häufig erhalten hat, wie häufig wird er dann erst AUF DEM SO FLÜCHTIGEN TRÄGERSTOFF LUFT (nämlich dem Schall aus dem Mund der Gläubigen) zu hören gewesen sein!

Der Name in nach-babylonischer Zeit: 

Gemäß archäologischen Funden VERSCHWAND DAS TETRAGRAMM zwar nicht von AT-Texten aber mit der ZERSTÖRUNG DES ERSTEN TEMPELS (im August 586 v.Chr., 2.Kö.25:8-9) und der damit verbundenen Gefangenschaft der Juden in Babylon, 6.Jhd. vor Chr.! Im Umgang mit Nicht-Juden waren anstatt des Tetragramms JHWH nur noch die verkürzte Form JH und verstümmelte Substitute, (Ersatz-) Namen wie JHW und JHH erlaubt (vgl. z. B. die von Juden zwischen 514 bis 398 v.Chr. geschriebenen ARAMÄISCHEN PAPYRI, die auf der Nilinsel Elephantine/Ägypten und in Padua/Italien gefunden wurden). Im Buch Esther gibt es kein Tetragramm, während es im Buch Maleachi, das für Juden geschrieben wurde, vorhanden ist. Der babylonische Talmud (Joma 39b) sagt, DASS UM DAS 3.JAHR-HUNDERT VOR CHR., zur Zeit des Hohenpriesters Schimon des Gerechten, DAS TETRAGRAM NUR NOCH IM TEMPEL IN JERUSALEM GEBRAUCHT WURDE, und daß im Laufe der Zeit sogar die auf Krügen gestempelten göttlichen Namen entfernt(!) werden würden, um deren Heiligkeit zu schützen (Schabbat 61b; Arakin 6a) . Diese Aussage gibt uns einen überzeugenden Hinweis auf EINE ZUNEHMENDE ZENSUR DES GEBRAUCHS GÖTTLICHER NAMEN (selbst geschriebener Namen!) ! Aus der Zeit zwischen 500 und 300 v.Chr. sind uns etwa 60 Krüge mit dem Namen JH und 40 mit JHW erhalten. Das Verschwinden des Eigennamens Gottes in Israel und DIE ENTSTEHUNG DER GRIECHISCHEN AT-ÜBERSETZUNG (SEPTUAGINTA) gingen ziemlich gleichzeitig vor sich (etwa zur Zeit des Ptolemäus II. Philadelphos, Herrscher im hellenistischen Ägypten). Laut palästinischem Talmud (Joma 3:6-7) verschwand der Eigenname Gottes im Zuge der ZERSTÖRUNG DES ZWEITEN TEMPELS im Jahre 70 nach Christus vollständig.

Während der babylonischen Gefangenschaft erlernten die Juden DIE ARAMÄISCHE SPRACHE. Aus dieser Zeit stammen etliche Abschnitte des Daniel - und Esra-Buches (Dan.2:4 bis 7:28; Esra 4:8 bis 6:18 und 7:12-26). Auch nach dem Fall Babylons (539 v.Chr.) und der darauf folgenden Rückkehr nach Jerusalem lernten viele Juden aramäisch sprechen und schreiben, so daß sich immer mehr Leute nicht mehr in, ihrer einstigen hebräischen Muttersprache ausdrücken konnten (vgl. Neh.13:24). Daher übertrug laut Talmud (Sanhedrin 21b) ESRA (um 460 v.Chr.) alle jene Bibelbücher des AT, die damals bereits vorhanden waren, in die neuen, von den Aramäern übernommenen Schriftzeichen (QUADRATSCHRIFT), und in diesen Buchstaben wurde auch das moderne Hebräisch geschrieben. Damit die Zuhörer die heiligen Texte besser verstehen konnten, wurde ihnen von Esra und seinen Mitarbeitern der Text vorgelesen und erklärt (Esra 7:6; Neh.8: 2,7-9). Diese Begebenheit (Neh.8:8) war gemäß b.Megilla 3a DER ANFANG DES TARGUMS (EIN TARGUM ist eine paraphrasierende Übersetzung eines hebräischen Bibelabschnittes in die aramäische Landessprache; Mehrzahl von Targum: Targumim). Zu "aramäisch" vgl. Esra 4:7-10. Im Lande Israel hielten nicht die Juden, sondern DIE SAMARITANER (Samariter), mit denen die Juden jeden Umgang vermieden (vgl. Joh.4:9), DIE ALTHEBRÄISCHE SCHREIBWEISE in ihren Schriften bei.

Nach der babylonischen Gefangenschaft kam es aufgrund einer falschen, übertriebenen und abergläubischen Auslegung von 2.Mo.20:7 und 5.Mo.5:11 zu EINEM ALLGEMEINEN VERBOT, DEN GOTTESNAMEN IN ÖFFENTLICHEN LEBEN ZU GEBRAUCHEN (auszusprechen ...). Dazu trugen auch die jüdischen Übersetzer der Septuaginta bei, denn diese verfälschten(!) z.B. 3.Mo.24:16 insofern, als sie aus dem ursprünglich biblischen Verbot, den Namen zu "lästern", DAS UNBIBLISCHE VERBOT, DEN NAMEN ZU "NENNEN", machten, indem sie an die Stelle von "lästern" das Wort "nennen" setzten! Dadurch wurde jeder Leser und Hörer dieser Stelle der Septuaginta eingeschüchtert und unter das Damoklesschwert gestellt: FALLS ER DEN GOTTESNAMEN NUR "NENNEN" WÜRDE, DROHTE IHM DIE TODESSTRAFE DURCH STEINIGUNG! 

Auch der Targum Onkelos hat in 3.Mo.24:11-16 das Verbot, den Gottesnamen auszusprechen: "... wer den Namen Jahwehs deutlich ausspricht, der soll getötet werden, steinigen soll ihn die ganze Gemeinde; sowohl der Fremdling als auch der Eingeborene soll, wenn er den (Jahweh-,) Namen deutlich ausspricht, getötet werden." (Zwar fügt hier der Targum Jeruschalmi  regelmäßig das Verb "schmähen" hinzu, nicht aber der Targum Onkelos!). Sogar der jüdische Philosoph PHILO VON ALEXANDRIEN (1.Jhd.), De Vita Mosis 3§25 (= Mangey' II, 166), hat in 3.Mo.24:16 ein Aussprechen(!) des Gottesnamens und bemerkt dazu, daß Gott zu benennen(!) als etwas Schlimmeres galt als Ihm zu fluchen! (De Vita Mosis 11,203- 206). 

STEPHANUS WAR DAS BEKANNTESTE OPFER IN DIESER HINSICHT, denn er wurde gesteinigt, weil er in seiner Verteidigungsrede (Apg.7) beim Zitieren von AT-Stellen mindestens dreimal den Gottesnamen aussprach (7:31,33,49), was damals ein Kapitalverbrechen war (Sanhedrin 56a; 7:5).


 

Der Prozess gegen Jesus: 


 

Zur Zeit Jesu war der oberste jüdische Gerichtshof, DER SANHEDRIN (der Hohe Rat), in seinen Befugnissen des Richtens, der Gesetzesauslegung und der Verwaltung von der römischen Besatzungsmacht offiziell anerkannt. Solange sich Jesus in Galiläa aufhielt, hatte der Sanhedrin, der unter der Aufsicht (dem Präsidentensitz) des Hohenpriesters stand, keine richterliche Gewalt über Ihn, nur im Gebiet von Judäa traf dies zu (vgl. Lk.23:6-7). Eine gewisse moralische Rechtsprechung übte er jedoch auf alle jüdischen Gemein-den in der ganzen damaligen Welt (auch in Galiläa) aus (vgl. Apg.9:2; 22:5; 26:12). Etwa vom Jahr 18 bis zum Jahr 36 hatte KAJAPHAS DAS AMT DES HOHENPRIESTERS inne (vgl. Joh.11:49; Joh.18:13,24). Römischer Statthalter der Provinz Judäa (mit Sitz in Cäsarea) war in den Jahren 26 bis 36 PONTIUS PILATUS.

Der Hohe Rat befasste sich sowohl mit zivilen als auch mit religiösen Verbrechen, hatte aber diese Befugnis nur über Juden und stand selbst in diesen Fällen unter der Autorität und Aufsicht der Römer (vgl. Apg.22:30). Wie aus Sanh.1:18a hervorgeht, entzogen die Römer den Juden im Jahr 30 ("40 Jahre vor der Tempelzerstörung") das Recht, über Leben und Tod zu richten (Todesstrafe), so daß letztere zu Recht zu Pilatus sagen konnten, daß sie an Jesus keine Todesstrafe vollstrecken können (Joh.18: 31b) . Diese Beschränkung betraf aber nur zivile(!) Verbrechen, nicht religiöse, denn DIE RÖMER WOLLTEN KEINE AN-KLAGEN VON JUDEN WEGEN RELIGIÖSER VERBRECHEN ENTGEGENNEHMEN (vgl. Apg.18:14-16; 23:29; 25:19). 

Pilatus selbst sagte, daß er zwar richterliche Gewalt über zivile Verbrechen habe (Joh.19: 10), aber keine religiösen Verbrechen richten wolle (Joh.18:31a), selbst wenn es sich um ein Verbrechen handelt, auf das die Todesstrafe steht (Joh.19:7); bzgl. kaiserlicher Vollmacht des römischen Prokurators in Judäa bis zur Todesstrafe vgl. auch bei dem Historiker Flavius Josephus (37-100): "Der jüdische Krieg" 11,8:1. Nach jüdischem Gesetz waren religiöse Delikte, welche die Juden damals mit der TODESSTRAFE ahnden konnten, TEMPELPROFANIERUNG (vgl. 4.Mo.4:15) und LÄSTERUNG GEGEN DEN GOTTESNAMEN (vgl. 3.Mo.24:16). Bei zivilen Kapitalverbrechen (Mord, Inzest, Homosexualität, Zauberei, ...), die nur von Juden begangen worden waren, wurde das Urteil nach dem Jahr 30 zwar auch vom Hohen Rat gefällt, doch ihre Vollstreckung erfolgte durch die Römer.

Klar, daß "die Hohenpriester" "und die Ältesten und das ganze Synedrium" (Mt.26: 59) zuerst versuchten, Jesus OBIGE DELIKTE zu unterstellen (Mt.26:61,65f; Mk.14:58,63f), um Ihn allein aufgrund ihrer religionsgesetzlichen Kompetenz, also möglichst ohne Beteiligung der Römer, TÖTEN zu können (Mt. 26:3-5) ! Doch stimmten diese falschen Zeugenaussagen nicht überein (Mk.14:56,59), und die Anklage wegen Lästerung war eine Sache der Interpretation. Eine Abtrünnigkeit, die man als lästerliche Äußerung verstand, konnte die Todesstrafe dann zur Folge haben (vgl. Joh.10:33), WENN DER ANGEKLAGTE, bevor(!) der endgültige Urteilsspruch des Gerichts verkündet wurde (Sanh.56a; 7:5), AUCH NOCH GOTTES EIGENNAMEN GEBRAUCHTE. Aber gerade in diesem Fall erwähnte Jesus den Gottesnamen nicht(!) und bewies damit, daß eine Anklage wegen Lästerung gar nicht zutraf (vgl. Joh.10:31-39). Schon früher hatte Jesus Seinen Jüngern eingeschärft: "Siehe, Ich sende euch wie Schafe inmitten von Wölfen; so seid nun klug wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben"; Mt.10:16. Wir dürfen sicher sein, daß nicht nur die Jünger Jesu diese Art von Klugheit (= Vorsicht!) anwendeten, sondern auch der Meister selbst! Jesus wählt sogar für "Gott" ganz bewusst andere Worte: Anstatt "Gott" sagt Er nur "MACHT" (Mt.26:24; Mk.14:62; vgl. Joh.19:11: "VON OBEN"), und statt "Sohn Gottes" (Mt.26:63; Joh.19:7) sagt Er "SOHN DES MENSCHEN" (Mt.26:64; Mk.14:62). DAS IST WEIT ENTFERNT VON DER NENNUNG DES NAMENS JAHWEH! Eine angebliche Gotteslästerung Jesu, in der der Name Gottes gar nicht vorkam, hätte nach der Halacha (d.h. nach den jüdischen Bestimmungen über das Gesetz) nur mit Geißelung bestraft werden dürfen, nie aber mit dem Tod. Auf die eigentliche Prüfung des Anspruchs Jesu, der Messias zu sein, ist der Sanhedrin überhaupt nicht einge-gangen (vgl. Mt.26:68). Das verhinderten GEIST-LOSIGKEIT (wie NEID, EIFERSUCHT, ...) und SATANISCHE VORURTEILE!

Wenn einem Menschen "Lästerung" (allgemein: Ab-trünnigkeit) nachgewiesen werden konnte, waren Ausschluss und Verfluchung durch die Gemeinschaft möglich. Gerade der GEFAHR DES AUSSCHLUSSES ODER DER EXKOMMUNIKATION waren Juden, die Anhänger des Messias Jesus geworden waren, ständig ausgesetzt (vgl. Joh.9:22,34; 12:42f). Aber es kam auch vor, daß die zivile Gerichtsbarkeit, um jüdische Religionsführer zu be-friedigen, Christen jüdischer Abstammung unter eine unklare Anklage des Aufruhrs (vgl. Apg.12: 1-4; 19:40; 24:1-2,5-6) oder der Störung der öffentlichen Ordnung (vgl. Apg.16:20-21; 17:6) stellte und über sie die TODESSTRAFE verhängte. Vgl. Jesu Wort: Joh.16:2-3.

Das vorläufige Urteil, "Er ist des Todes schuldig" (Mt.26:66), blieb ein potentielles, das im Sinne von "Er ist zum Tode verurteilt" noch nicht aktuell geworden war. Da die jüdischen Ankläger Jesus kein religiöses Delikt nachweisen konnten, änderten sie ihre Anschuldigung, so daß aus einer Lästerung, d.h. einem religiösen(!) Verbre-chen, eine MAJESTÄTSBELEIDIGUNG (= "crimen laesae maiestatis"), d.h. ein politisches(!) Verbrechen wurde. Zu diesem Zweck mussten sie Jesus zu Pilatus bringen (Mt.27:1-2; Lk.23:1), denn dafür war ja er zuständig. Doch auch die vorgebrachten zivilrechtlichen Anklagen (Lk.23:2,5; Joh.18: 30) erwiesen sich als unzutreffend (Mt.27: 24; Lk.23:13-14; Joh.19:4). Das römische Gesetz "lex Julia maiestatis" sah in jeder Aktivität gegen die Macht Roms ein Verbrechen. Doch für Pilatus hatte Jesus kein solches Verbrechen verübt. Nur widerwillig gab er DEM WILLEN DER VOM TEUFEL INSPIRIERTEN JÜDISCHEN ANKLÄGER’ nach und übergab ihnen Jesus zur Hinrichtung (Lk.23:22-25; Joh.19:12,15-16). Nicht zuletzt auch deshalb, um Ruhe und Ordnung wiederherzustellen und um seine eigene berufliche Laufbahn nicht zu gefährden. In späterer Zeit kam es immer wieder vor, daß auch Christen nichtjüdischer Abstammung umgebracht wurden, nur weil SATANISCH INSPIRIERTE MENSCHEN dies so wollten und die Machthaber diesen zu gefallen trachteten (beim Brand Roms im Jahre 64 machte es Kaiser Nero wie Pilatus, indem er unbeliebte Christen beseitigten ließ).

Die Steinigung des Stephanus:

Für die Juden galten die ersten Christen jüdischer Abstammung als Abtrünnige und daher als Lästerer, die den TOD verdienten (Apg.22:20; 26:10). Diese Strafe wurde dann verhängt, WENN DIE ANGEKLAGTEN vor der endgültigen Verlautbarung des Urteils durch das Gericht DEN GOTTESNAMEN AUSSPRACHEN. DAS WAR BEI STEPHANUS DER FALL, wie auch in gewissen Bibeln darauf aufmerksam gemacht wird (z.B. in der französischen Übersetzung von Augustin Crampon, 1905, in einer Anmerkung zu 3.Mo.24). Stephanus war angeklagt wegen angeblicher Lästerung (Apg.6:11,13- 14), weswegen er dem Hohen Rat vorgeführt wurde (Apg.6:12,15). Während der Gerichtsverhandlung, bei der er auch die Stelle vom Dornbusch erwähnte (Apg.7:30-34), nannte er mindestens dreimal den Gottesnamen (Apg.7: 31,33,49 sind AT-Zitate, die den Namen enthalten). DAS VERBRECHEN DES STEPHANUS WAR DAS AUSSPRECHEN DES NAMENS GOTTES. Das war Namensprofanierung (Sanh.7:5), und deshalb wurde er gesteinigt (Apg.7:58).

Die damalige Strafe für eine bloß verbale Lästerung (vgl. Apg.6:11,13f) war Auspeitschen und Exkommunikation. Auf Abtrünnigkeit standen Gefängnis (vgl. Apg.8:3; 22:4; 26:10) und Synagogen-Ausschluss (vgl. Joh.12:42). Zwar war den ersten Christen vom Hohen Rat der Juden geboten worden, "IN DEM NAMEN JESU" SICH WEDER ZU "ÄUSSERN" NOCH ZU "LEHREN" (Apg.4:18; vgl. 5:28), doch wurde ein Vergehen gegen DIESES REDE- UND LEHRVERBOT nur mit einem Auspeitschen bestraft (Apg. 5:40; vgl. 22:19; Mt.10:17), nicht aber mit dem Tod. Noch bevor Stephanus den Namen Jesus erwähnt (Apg.7:55; in den Versen 37+52 ist ja nur indirekt von Ihm die Rede: "Prophet" und "Gerechter"), "wurden ihre Herzen durchbohrt ..." (Vers 54). Erst recht, als Stephanus konkret auf seine visionäre Schau und Jesus zu sprechen kommt (Verse 55-56). Dies trug nur dazu bei, daß die Steinigung des Stephanus in tumultartiger Weise vollzogen wurde (eine Rechtsbeugung!), war aber nicht der eigentliche Grund dafür. Der eigentliche Grund für seine Steinigung war ja DIE VORHERIGE NENNUNG DES EIGENNAMENS GOTTES. 

Zu diesem Zeitpunkt stand für die Richter das Urteil längst fest. Am Anfang seiner Rede, als Stephanus beginnt, seine Zuhörer von seiner Unschuld zu überzeugen, spricht er die Anwesenden noch sanft mit "Brüder und Väter" an (Vers 1), während er sie später "Halsstarrige und Unbeschnittene an Herz und Ohren" nennt (Vers 51). Hatte er vielleicht während seiner Rede an ihren Gesichtern eine zunehmende Verhärtung und Erstarrung bemerkt, besonders als er den Gottesnamen nannte (was ihn sein eigenes Todesurteil erahnen ließ)? Seine Rede enthielt ganz gewiss keinen An-haltspunkt, der eine Strafe für Götzendienst gerechtfertigt hätte (vgl. 5.Mo.13:9-10; 17:5).

Es ist leicht einzusehen, daß Christen darauf bedacht waren, den Namen NUR MIT VORSICHT IN DER ÖFFENTLICHKEIT zu gebrauchen, denn sie liefen Gefahr, ihr Leben sinnlos zu verkürzen, ohne vorher das Evangelium verkündigt zu haben. BEDINGT DURCH DIE UMSTÄNDE DER ZEIT, mussten sie notgedrungen das Evangelium ohne Nennung des Gottesnamens predigen, obwohl ihnen klar war, daß dies keine dauerhafte Lösung des Problems ist. 

DIE VERKÜNDIGUNG DES REICHES GOTTES UND DES EVANGELIUMS KANN NICHT VON DER GLEICH-ZEITIGEN VERKÜNDIGUNG (NENNUNG) DES GOTTESNAMENS LOSGELÖST WERDEN! Denn "DER GOTT UND VATER UNSERES HERRN JESUS CHRISTUS" (Eph.1:3; Kol.1.3) ist KEIN NAMENLOSER GOTT wie der Gott der Philosophen! Es ist wichtig, bei der Evangeliums-verkündigung auf den Namen hinzuweisen, damit der Zuhörer weiß, daß Jesus kein neuer Gott ist, sondern daß Jesus selbst einen Gott hat (vgl. Off.1:6; 3:12), nämlich JAHWEH, DEN GOTT DER BIBEL (1.Mo.2: 4; vgl. Jesu Wort in Mk.13:19: ". . . von Anfang der Schöpfung, welche Gott schuf ...")!


 

Der Name im römischen Reich:

Außerhalb von Israel war die Situation in bezug auf den Gebrauch des Gottesnamens nicht leichter! Denn DAS RÖMISCHE GESETZ GEGEN (UNERLAUBTEN) ABERGLAUBEN, die "lex superstitio illicita", sah bei unerlaubter Einführung eines neuen Gottes (d.h. wenn man einen neuen Gott einführte, ohne vorher eine amtliche Genehmigung dafür erhalten zu haben) DIE TODESSTRAFE vor.

Natürlich wußte DER APOSTEL PAULUS, daß es ein solches Gesetz gab, denn bei seiner Evangeliumsver-kündigung kam er sogar wiederholt damit in Konflikt (z.B. in Philippe: Apg.16:21; in Athen. 17:18; in Korinth: 18:13). Ganz bewusst vermied Paulus es, den Gottesnamen zu nennen und gebrauchte für andere Götter Ausdrücke wie: "den Göttern sehr ergeben / ungewöhnlich gottesfürchtig" (wörtlich: "mehr dem Dämonendienst ergeben / mehr Dämonen fürchtend") (Apg.17:22); für Jahweh: "Gott" und "Herr des Himmels und der Erde" (Apg.17:24); "das göttliche (Wesen)" (Apg.17:29). 

Die jüdische Religion war zwar bei den Römern gesetzlich anerkannt, aber VON DEN JUDEN BEKAMEN DIE NICHT-JUDEN NIE DEN GOTTESNAMEN ZU HÖREN, weshalb seine Nennung durch Christen der Einführung eines neuen Gottes gleichgekommen wäre. Damit wäre man das RISIKO DER VERFOLGUNG DURCH DIE RÖMISCHEN BEHÖRDEN WEGEN LÄSTERUNG (sprich: "Aberglaube", wie bei Suetonius in seinem Werk "Das Leben der Cäsaren", Nero, XVI,2) eingegangen. Die Strafe dafür war nicht nur DIE TODESSTRAFE, sondern unter milderen Umständen wurde auch DIE STRAFE DER VERTREIBUNG (VERBANNUNG) verhängt. Selbst DIE KLAGE AUF AUFRUHR war gefährlich, denn jede Ruhestörung konnte man als Aufruhr verstehen (vgl. Apg.19:40). Auf Aufruhr gegen die römische Autorität stand DIE TODESSTRAFE.

Obwohl es einem Römer erlaubt war, die jüdische Religion anzunehmen (zwischen Juden und Judenchristen machten die Römer damals noch keinen Unterschied), kam es trotzdem immer wieder vor, daß sich Nicht-Juden (Apg.16:21) oder gar Juden (Apg.18: 12-17) auf DAS RÖMISCHE GESETZ GEGEN ABERGLAUBEN beriefen, damit Judenchristen verurteilt werden würden. Der römische Prokonsul Gallion, der während des ersten Aufenthalts des Paulus in Korinth (um das Jahr 51/52) die Provinz Achaja verwaltete, hielt sich in STREITFRAGEN BEZÜGLICH NAMEN (Apg. 18:15) für nicht zuständig, weil diese allein durch das jüdische Gesetz zu klären waren, nicht aber durch das Gesetz gegen Aberglauben.  In Athen hatten einige griechische Philosophen Paulus missverstanden, indem sie meinten, er führe einen neuen "Gott" ein (wörtlich: "Dämon", Apg.17:18), weil er von Jesus sprach (Apg.17:18). Dieser irrigen Anschuldigung begegnete Paulus ausdrücklich damit, daß er in seiner berühmt gewordenen RECHTFERTIGUNGSREDE AUF DEM AREOPAG klarstellte, daß Jesus ein "Mann" (nicht: ein Gott!) gewesen sei (Apg. 17.31). Der Areopag war/ist ein Hügel in Athen, der nach dem griechischen Kriegsgott Ares genannt ist; dort kam seit uralter Zeit der ebenfalls "Areopag" genannte Gerichtshof zusammen, der über schwere Verbrechen Recht sprach. Der in Apg.17:34 erwähnte Dionysius, der durch diese Paulus Rede zum Glauben an Jesus und das Evangelium gekommen war, war Mitglied dieses höchsten Gerichtshofes von Athen.

Kurzum, DIE HISTORISCHEN URCHRISTEN HANDELTEN WEISE, WENN SIE DEN GOTTESNAMEN NUR SEHR VORSICHTIG GEBRAUCHTEN und sich meist nur auf allgemeine Bezeichnungen beschränkten. Diese Tatsache sollte die heutigen Christen weder erstaunen noch ermuntern, genauso mit dem Gottesnamen umzugehen. Diese Tatsache ist aus der damaligen Notsituation zu erklären, hat THEOLOGISCH KEINE BEDEUTUNG und sollte für die heutige Zeit nicht als Vorbild oder gar als Vorwand dienen, auch heute noch DEN EINZIGARTIGEN NAMEN GOTTES, JAHWEH, zu verschweigen.

Wenn damals jemand gleichzeitig jüdisches und römisches Bürgerrecht hatte, wie dies etwa bei PAULUS der Fall war (Apg.21: 39; 22:3,25-29; Phil.3:5), war die römische Amtsgewalt zuständig. Gerade deshalb, weil Paulus römischer Bürger war, konnte er der Anklage der Juden wegen Abtrünnigkeit (Apg. 21:21) und Tempelprofanierung (Apg.21:28) entkommen (Apg.25:7-12,21,25; 26:32). Da die Anklage religiös blieb, war sie für die Römer nichtig (Apg.25:27). Es war ein Weg voll Dornen und menschlichen Unrechts, EIN WEG MITTEN DURCH DEN HASS EINES FANATISCHEN JUDENVOLKS und DURCH DIE VERDORBENE BÜROKRATIE EINER BEREITS DEKADENTEN WELTMACHT. 

In Rom lebte Paulus zwei Jahre in Untersuchungshaft mit Besuchserlaubnis (vgl. Apg. 28:17-29), die er für das Predigen des Reiches Gottes und das Lehren über "die Dinge, die den Herrn Jesus Christus betreffen", zu nutzen wußte (Apg.28:30-31; u.a. Gefangenschaftsbriefe an die Epheser, Kolosser und Philipper). Seine Briefe an Timo-theus und Titus deuten an, daß er aus dieser Gefangenschaft wieder frei wurde und nochmals Griechenland, Kreta und Kleinasien besuchte. Eine Überlieferung der römischen Gemeinde besagt, daß er UNTER KAISER NERO MIT DEM SCHWERT HINGERICHTET wurde. Die Verbreitung biblischer Wahrheiten (unter anderem des Gottesnamens!) war keineswegs einfach. Auch von den zwölf Aposteln Jesu starben alle, außer Johannes, als MÄRTYRER.

Judenchristen und Heiden-christen:

JUDENCHRISTEN sind Christen, die vorher Juden waren, den Ruf Jesu aber ernst genommen haben und nun in der Nachfolge Christi sind (z.B.: Paulus) . HEIDENCHRISTEN hingegen sind Christen, die aus den Heidenvölkern in die Nachfolge Jesu berufen wurden (z.B.: Dionysius, der Areopagit).

Die Urchristen vor dem Jahre 70 waren zumeist Juden-christen. FÜR SIE WAR JESUS DER MESSIAS (griech.: CHRISTOS). Diese kleine Gruppe von Gläubigen wurde zwischen 70 und 135 (also zwischen den beiden jüdischen Kriegen) durch die vielen hinzugekommenen Heiden-christen, DIE IN JESUS VOR ALLEM EINEN NEUEN HERRN (griech.: KYRIOS) SAHEN, immer mehr in die Minderheit abgedrängt. Jene Juden, die Jesus als den Messias bekannten, wurden von anderen Juden von Anfang an als "Sekte der Nazoräer" (Apg.24:5) angefeindet. Im Laufe der Zeit kam für diese Urchristen aber auch eine gewisse Anfeindung seitens der Heidenchristen hinzu, die meinten, sie seien noch zu stark vom Judentum geprägt, was aber sicher nicht auf alle Judenchristen zutraf. Denn ein Judenchrist wie ARISTO VON PELLA weist die Anklage von Juden, wonach der christliche Glaube eine Abtrünnig-keit von der jüdischen Religion sei, zurück und rechtfertigt sich in seiner Schrift "Streitgespräch zwischen Jason und Papiskos" (um 135) mit der Auffassung, daß das Mosaische Gesetz, soweit es mit äußeren Riten und Zeremonien zu tun hat, nur eine DAS WESEN DES CHRISTENTUMS AUF DER GRUNDLAGE EINES NEUEN BUNDES (Jer. 31:31) vorschattende vorübergehende Einrichtung für das jüdische Volk war. Auch Abraham sei schon vor seiner Beschneidung für gerecht erklärt worden (1.Mo.15:6).

Wie schrieben Urchristen DAS TETRAGRAMM, wenn sie ABSCHRIFTEN VON AT-TEXTEN machten? Da die Juden die Schreibung des Tetragramms in den hebräischen AT-Texten beibehielten (z.B. IN ALTHEBRÄISCHEN BUCHSTABEN MITTEN IM HEBRÄISCHEN TEXT), folgten sicher auch die ersten (Juden-) Christen diesem Beispiel. Darüber hinaus gab es für griechisch lesende (Auslands-) Juden die Septuaginta, eine griechische AT-Übersetzung aus vorchristlicher Zeit, die von Juden in Alexandrien angefertigt wurde. In den wertvolleren Exemplaren dieser Übersetzung steht DAS TETRAGRAMM IN ALTHEBRÄISCHEN BUCHSTABEN MITTEN IM GRIECHISCHEN AT-TEXT. Es ist anzunehmen, daß die Judenchristen, die griechisch konnten, von Anfang an und mindestens bis zum Tod des letzten Apostels jüdischer Abstammung (um 100) das Tetragramm im griech. AT-Text beibehielten. Vielleicht ging man auch bei gewissen aramäischen / hebräischen URSCHRIFTEN DES NT (AUTOGRAPHEN) und GRIECHISCHEN ÜBER-SETZUNGEN / ABSCHRIFTEN DAVON, die von Juden-christen stammen, so vor, nämlich, daß man mitten im aramäischen /hebräischen und griechischen Text den Gottesnamen mit (alt-)hebräischen Schriftzeichen schrieb. 

Interessant ist ja, daß Rabbi Tarphon zwischen 90 und 130 von einem eigenartigen Problem berichtet, das DIE VERNICHTUNG HÄRETISCHER (CHRISTLICHER) TEXTE, DIE DAS TETRAGRAMM ENTHIELTEN, betraf (Schabbat 116a). Dazu einige Hinweise:

Bei den Juden war DAS SCHREIBEN DES TETRA-GRAMMS IN ALTHEBRÄISCH von etwa 50 v. Chr. bis 250 n.Chr. üblich. Auch wenn Judenchristen diesen Brauch vielleicht bis etwa 135 beibehielten, so verstanden doch die Heidenchristen nichts von dieser althebräischen Schreibung und hörten damit auf. DER ÄLTESTE GRIECHISCHE TEXTZEUGE DES NT, der Papyrus P52 (um 125), ist ein Fragment des Johannes-Evangeliums mit Joh.18: 31-33,37-38. Paläographische Rückschlüsse auf den Codex, von dem dieses in Ägypten gefundene Fragment stammt, weisen darauf hin, daß dieser Codex noch keine Abkürzungen für Namen, die als heilig galten, hat (d.h.: OHNE "NOMINA SACRA"-PROZESS war), so daß man daraus schließen kann, daß darin das Tetragramm in voller Schreibung steht (wie in der damaligen Septuaginta z.B. mit althebräischen Buchstaben). Dagegen sind in dem Papyrus P90 (um 150), der Joh.18:36 bis 19:7 hat, bereits Abkürzungen zu finden: Der Name für Jesus (griech.: IHCOUC) ist nach dieser Methode abgekürzt mit JS und zwecks Unterscheidung von gewöhnlichen Worten überstrichen, also N (griech.: M), wie nach dem Jahre 135 in allen Papyri auch statt des Wortes Kyrios (Herr) z.B. die Abkürzung KS (griech.: KC) steht: z.B. in P46 und P66 (um 200), Codex Sinaiticus (4.Jhd.).

Ferner gibt es im Neuen Testament eine Anzahl von Stellen, die zu VERWIRRUNG BEI DEN AUSDRÜCKEN "HERR" UND "GOTT" führen. Schon der einfache Doppelausdruck "Kyrios JHWH" hatte heidenchristlichen Übersetzern bzw. Abschreibern der AT-Texte, die auf die ihnen unverständliche Schreibung des Tetragramms in althebräischen Schriftzeichen verzichteten, Probleme bereitet (daher die verschiedenen Varianten in ihren Texten -"Kyrios Kyrios", "Kyrios Theos", "Kyrios Adonai" oder "Kyrios" -, die ihrerseits wieder Varianten im NT-Text hervorriefen). Der Titel "Herr" (Kyrios) wird im NT häufig für Jesus gebraucht, was aber leicht zu einer VERWECHSLUNG mit jenem "Herr" führen konnte, das als DECKNAME FÜR JHWH üblich war. Um eine solche Verwechslung zu vermeiden, zogen einige Schreiber es vor, JHWH DURCH DAS WORT "GOTT" (Theos) ZU ERSETZEN ODER DIESEN NAMEN ÜBERHAUPT AUSZULASSEN. Von den folgenden Versen, obwohl sie ganz einfach sind, gibt es viele Varianten: Lk.1:68; Apg.2:17; 6:7; 7:37; 10:33; 12:24; 13:5,44,48; 15:40; 19:20; 20:28,32; Rö.14: 4; Ko1.3:13,16; 2.Tim.2:14; Jak.3:9; Jud.5; Off.18:8. "HERR" ODER "GOTT" STEHT MEHRMALS ANSTELLE VON JHWH. 

Schon ziemlich früh muss ersetzt worden sein, denn nach dem 2.Jhd. gibt es außer bei einigen christlichen Gelehrten keine Spuren mehr von der Schreibung und Aussprache des Namens. Da in Rö.9: 29 und Jak.5:4 "Herr Zebaoth" (griech.: Kyrios Sabaoth) steht, hätte ein Leser sogar meinen können, daß der Name des Gottes der Bibel "Zebaoth" (Sabaoth) sei. Doch diesen Ausdruck gibt es im ganzen AT-Urtext nicht. Er entstand dadurch, daß die Juden in "JHWH Zebaoth" das Tetragramm mit "Adonai" (griech.: Kyrios = Herr) abdeckten.

Daß DER NAME GOTTES WÄHREND DER ERSTEN ZWEI JAHRHUNDERTE unter Christen eine bedeutende Rolle spielte, beweisen auch zeitgenössische Werke wie die DIDACHE (2.Jhd.) (10:2,3; 14:3), der Korintherbrief des KLEMENS VON ROM (bis 96) (43:2,6; 45:7; 58:1; 59:2,3; 60:4; 64:1), die Briefe an die Epheser (1:2; 3:1; 7:1), Magnesier (1:2) und Philadelphianer (10:1,2) des IGNATIOS VON ANTIOCHIEN (bis 117), der "Hirte" des HERMAS (bis 140) (9:9; 10:1; 11:5; 12:3; 23:4), der Philipperbrief des POLYKARP (bis 160) (10:3) und dessen "Martyrium" (14:1). Allerdings steht in diesen Werken statt des Namens nur der Titel "Herr" (Kyrios), aber sie sind zwecks Vermeidung von Verwirrung darauf bedacht, für JHWH "Herr" und "der Gott" zu schreiben, für Jesus aber "der Herr" und "Gott". Durch die An- oder Abwesenheit des Artikels konnte der Leser erkennen, ob JHWH oder Jesus gemeint ist. Diese Feinheit in der Unterscheidung ging bald nach dem 2.Jhd. wieder unter. Außerdem wurde damals "Herr" nicht als Eigenname verstanden.

In den Paulus-Briefen der Bibel findet man ETWA 82 AT-ZITATE. Davon entsprechen nur ca.30 der Septuaginta, 12 haben eine wesentliche Sinnveränderung, 36 weichen wesentlich vom hebräischen Masoretentext ab, die rest-lichen Stellen sind Umschreibungen (Paraphrasen) mit anderem Sinn.

Nach der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 und der offiziellen Verfluchung der (Juden-) Christen durch die Juden gegen Ende des 1.Jhds gab es TIEF GREIFENDE VERÄNDERUNGEN. Da für Gott nur der Titel Herr gebraucht wurde, verblasste für die Christen bald die Wichtigkeit des Namens selbst. ZUM VERSCHWINDEN DES NAMENS TRUGEN VIELE FAKTOREN BEI: eine falsche Übersetzung von 3.Mo. 24:15-16, eine abergläubische Ehrfurcht vor dem Tetragramm, der Einfluss staatlicher und religiöser Gesetze gegen die Nennung des Namens, zunehmende Verfolgung, die wichtige Rolle, die der neue Name Jesus spielte und der Einfluss der griechischen Philosophie, die einen Namen für Gott ablehnte.


 

Philosophen sind Gegner des Namens:

PHILOSOPHEN und JÜDISCHE RELIGIONSLEHRER (RABBINEN) waren die größten Feinde des Gottesnamens! Diese waren stark beeinflusst von den Gedanken heidnischer griechischer Philosophen wie PLATON (um 370 v.Chr.), der in seinen für Laien geschriebenen Werken erklärte, daß es keinen Namen geben könne, der Gott vollkommen bezeichnen kann. Außerdem setze jeder Name eine ältere Person voraus, die einem diesen Namen gibt, so daß Gott keinen Namen haben könne (Timaios 28b,c; Kratylos 400d; Parmenides 142a). Leider fand dieses bloß menschliche Denken auch in biblische Lehren über den Gottesnamen Eingang! Zuwenig achtete man darauf, daß laut Bibel der Gottesname direkt auf eine OFFENBARUNG VON GOTT zurückgeht. An diesem Offenbarungsgeschehen prallt jede nur von Menschen gemachte Philosophie ab. DIE BIBEL WARNT in Kol.2.8 vor jeder ungeistlichen, ungöttlichen Philosophie und in 1.Tim.6:20-21 vor "der fälschlich so genannten Erkenntnis (griech.: 'Gnosis')"!

Obwohl DER JÜDISCHE PHILOSOPH PHILO(N) VON ALEXANDRIEN (1.Jhd.), wie aus seinen Werken hervorgeht, die Bibel gut kannte (z.B. schreibt er vom Tetragramm am Kopfbund des Hohenpriesters), sagt er in seinem Kommentar zu 2.Mo.3:14 gemäß griechischer Septuaginta, DASS GOTT KEINEN EIGENEN NAMEN HABEN KÖNNE (De Vita Mosis 1,75)1 Um das unbiblische Nichtaussprechen des Namens zu rechtfertigen, erinnert er daran, daß doch auch Kinder aus Ehrfurcht vor ihren Eltern anstatt ihres Namens Ersatzbezeichnungen wie "Vater" oder "Mutter" gebrauchen (De Vita Mosis 11,207). Ferner behauptet er, daß selbst der Gottesname der Bibel nur ein Ersatzname sei, denn Gott verweigerte den Menschen die Enthüllung Seines Namens (er verweist auf 1.Mo.32:29 und 2.Mo.6:3). Viel Zeit investiert er, um mit solchen verfehlten Deutungen von AT-Stellen zu beweisen, daß der Gottesname der Bibel kein wirklicher Name sei! Die meisten seiner AT-Zitate stammen nicht vom hebräischen Bibeltext, sondern vom griechischen Text der Septuaginta, der auch in Philos Zitaten meist "Herr" (Kyrios) , aber auch "Gott" (Theos) als Ersatznamen hat. 

DIE ALTHEBRÄISCHEN BUCHSTABEN DES TETRAGRAMMS missdeutet Philo als Symbole für Zahlen (De Vita Mosis 11,115)!

Ein anderer heimtückischer Gegner des Gebrauchs des Gottesnamens ist DER HEIDENCHRISTLICHE PHILOSOPH JUSTIN (2.Jhd.). Nicht nur den philosophischen Logos-Begriff übernimmt er von Philo für seine in Richtung unbiblischer Philosophie tendierende Lehre über Christus (= Logos-Christologie statt urchristlicher Geist-Christologie!), sondern auch die Ablehnung eines Namens für Gott. Mehrmals erläutert er in seinen Werken, DASS ES DEM MENSCHEN UNMÖGLICH SEI, GOTT ZU BENENNEN (Apol.I,10:1; 1,61.11; I, 63:1; 11,12:4). Sein Hauptargument (11,6:1) greift auf Timaios, ein Werk Platons zurück. Aus seinen AT-Zitaten (z.B. Mi.4:1-7 in seinem Dialog mit Tryphon 5109) kann man folgern, daß er sogar DIE ALTHEBRÄISCHE SCHREIBUNG DES GOTTESNAMENS kannte. Denn seine AT-Zitate stimmen weder genau mit der Septuaginta noch mit dem Masoretentext überein, sondern nur mit solchen Texten, wie man sie zwischen 1947 und 1957 in der Wüste von Qumran am Toten Meer entdeckte, die mitten im griechischen Text das Tetragramm in althebräischen Schriftzeichen enthalten. Für Justin war dies KEIN EIGENNAME, sondern wohl nur eine altertümliche Methode, "Herr" zu schreiben (Irenäus dachte ähnlich).

Philosophische Aktivitäten wie diese brachten IM LAUFE DER ZEIT VIELE GNOSTISCHE SEKTEN hervor. Es gab zwei gegensätzliche Strömungen. Weitaus die meisten gehörten zur ersten Gruppe. Diese behielt als Gegenreaktion zum Götzendienst des Polytheismus mit seinen vielen Götternamen die Ansicht bei, daß Gott unbenennbar sei, denn jeder, der einen Namen habe, sei die Schöpfung eines anderen. Ein Vertreter dieser Strömung ist die gnostische Schrift "Himmelfahrt des Jesaja" (um 100) . über den griechischen GNOSTIKER MARKION (2.Jhd.) berichtet Tertullian, daß er im "Unser Vater"-Gebet sogar das "Dein Name werde geheiligt" veränderte und daraus ein "Dein Geist(!) werde geheiligt" machte. - Die wenigen der zweiten Gruppe betonten zwar die Wichtigkeit der Nennung des Namens in der Gottesverehrung (Gebet, ... ) , forderten aber dessen Geheimhaltung. Diese Geheimniskrämerei brachte eine Unzahl neuer Namen hervor, was gewissermaßen wie eine Rückkehr zum Polytheismus aussah.

Um diese beiden gnostischen Strömungen im Hinblick auf den Gottesnamen zu vereinen, war EINE "KLUGE." NEUINTERPRETATION notwendig. Einerseits steht geschrieben: ein jeder, der irgend den Namen JHWHs anrufen wird, wird errettet werden" (Joel 2:32; Apg.2:21; Rö.10:13), wobei damals statt JHWH "Herr" (ohne Artikel!) gelesen wurde. Andererseits wurde damals auch Jesus mit "der Herr" bezeichnet. Da Jesus ja in Übereinstimmung mit der Bedeutung Seines Namens kam (siehe Kapitel 15), nämlich um zu retten, erfolgte im Christentum bald EINE IDENTIFIZIERUNG ZWISCHEN DEM NAMEN "JHWH" UND DER PERSON JESU. Jesus ist Herr (ohne Artikel)! Der nächste Schritt war dann DIE VÖLLIGE IDENTI-FIZIERUNG von "Herr" (JHWH) mit "der Herr" (Jesus) . Diese Lehre wird IN EINEM GNOSTISCHEN WERK, das um 140 -180 datiert wird und den Namen "DAS EVANGELIUM DER WAHRHEIT" trägt, klar erklärt: "Der Name des Vaters ist der Sohn ... Er gab Ihm Seinen Namen, welcher Ihm gehörte ... Denn der Name des Vaters wird tatsächlich nicht(!) ausgesprochen, sondern er kommt durch den Sohn zum Ausdruck." DIESE NEUE LEHRE WURDE BALD OFFIZIELL!

JUSTIN, der in die Kirchengeschichte als Apologet (Glaubensverteidiger) einging, GEHÖRT ZU DEN ERSTEN CHRISTLICHEN GNOSTIKERN. Er behauptet z.B. in seinem Dialog mit Tryphon (um 150), Kapitel 75, daß Mose im 2.Mose-Buch dieses Geheimnis enthüllt: Der Name Gottes ist Jesus. Um diese Offenbarung zu rechtfertigen, schreibt Justin in Kap.58, sein Schriftverständnis beruhe auf Gottes Gnade! Auch IRENÄUS VON LYON hängt in seinem Buch "Gegen die Häresien" (um 180-200) dieser Lehre an (1,14:4; 11,32:5; IV,17:6). Andersdenkende galten als Häretiker! Damit war die weitere Entwicklung der christlichen Theologie IN RICHTUNG EINES PHILO-SOPHISCHEN CHRISTENTUMS, das sich immer mehr von seinen urchristlichen Wurzeln entfernte, festgelegt. Die schlichte Lehre der Apostel über das Reich Gottes und die Rolle, die Jesus als Sein Messias(!) darin spielt, geriet zunehmend in Vergessenheit.

Abkürzungswahn?

In religiösen jüdischen Schriften wie die Targumim, die Mischna, der Talmud, die Midraschim, ... wurde DAS TETRAGRAMM DURCH SUBSTITUTE ODER SURROGATE (DECKNAMEN, ...) ERSETZT. Die Juden behielten das Schreiben des vollen Tetragramms in den Torarollen bei, aber in den sonstigen Texten wurde es durch zwei oder drei Jod abgedeckt, während man die Abkürzung mit He (ה)  meist in den Talmudausgaben findet (die im Rabbinismus übliche Schreibweise הי = H' geht auf den Anfangsbuchstaben von "HaSchem = השׁמ = der Name" zurück, aramäisch: „Schema = שׁמא).  Wie kam es zu den eigenartigen Ersatzbuchstaben יי und ייי für das Tetragramm? Selbst durch diese Substitute wollte man die Heiligkeit des Tetragramms vor der Profanierung schützen.

Als die Juden um das 2.Jhd. vor Chr. ihr ZAHLENSYSTEM änderten (nach griech. Vorbild wurde EIN DEZIMAL-SYSTEM eingeführt, das die Zahlen durch Buchstaben ausdrückte), vermieden sie für die Zahlen 15 und 16 ängstlich die Buchstabenkombinationen JH 10 +5 =  יה  und JW יו  = 10+6 , weil man diese Buchstabenfolgen (diese heiligen Zahlen) im Aramäischen mit JaH und JaW vokalisieren konnte, was zwei Ersatznamen für den Gottesnamen ergab. Um eine Verwechslung mit diesen beiden Namen zu vermeiden, entschied man sich für diese noch heute gültige Schreibweise: für 15 steht die Buchstabenfolge TW (=9+6 = טו) und für 16 die Buchstabenfolge TZ ( = 9+7 = טז).  Wenige Jahrhunderte zuvor (um das 4.Jhd. vor Chr., als noch das alte Zahlen-system üblich war) wurde JW für ein Flüssigkeitsmaß verwendet.

Da die Buchstabenfolge JW (יו)  im profanen Alltagsleben nicht verwendet werden sollte, verstümmelte man den Buchstaben W (ו) zu einem J (י),  was im Hebräischen ganz einfach ist (Verkürzung des unteren Teiles des ו -Striches), so daß sich für JW die Buchstabenfolge JJ (ייergab, an der niemand mehr Anstoß nahm. Dieses JJ ist z.B. auch in althebräischen Buchstaben in einem Papyrus aus Oxyrhynchus/Ägypten aus dem 3.Jhd. nach Chr. bezeugt. Das Verstümmeln und Übertreiben förderte eine mystische Einstellung zu göttlichen Namen und zeitigte bei abergläubischen (und erst recht bei kabbalistischen) Juden absonderliche Früchte und wurde für sie (beinahe) zu einer Leidenschaft: Statt eines zweifachen JJ (ייwurde gegebenenfalls auch ein dreifaches JJJ (יייgeschrieben (z.B. in einem Fragment einer babylonischen Handschrift und in gewissen Targumim), gelegentlich steht sogar JJJJ (יייי)......

Denken wir zum Beispiel an die Gewohnheit orthodoxer und anderer religiöser Juden im deutschen Sprachraum, den Namen "Gott" durch die Schreibung "G-tt" abzudecken (die selbe Schreibung findet man bei G-tteshaus, G-ttes-dienst, G-ttesvolk, ...). Entsprechendes gilt zum Beispiel für englisch sprechende Juden: Statt "God" schreiben sie "G-d". ... Bei einem unverbildeten Leser, der SOLCHE VERSTÜMMELTEN WORTE liest, hinterlassen diese durchaus keinen Eindruck von Heiligkeit, ganz im Gegenteil, er findet sie lächerlich und irrig.

Welch eine Tragik, daß Juden einerseits behaupten, das Tetragramm sei in der Bundeslade aufbewahrt und auf dem Führerstab des Mose geschrieben gewesen, daß ihnen andererseits aber DER GEBRAUCH DIESES NAMENS FREMD UND TABU ist. Das Wort "Tabu" stammt aus dem Heidentum Polynesiens und bedeutet Meidungsgebot oder verbot innerhalb einer Gemeinschaft, dessen Verletzung hohe Strafen nach sich zieht. Heidnische Naturvölker tabuisieren (belegen mit Tabu) Personen, Gegenstände, Bezirke, Handlungen, von denen sie meinen, daß ihnen zuviel übernatürliche Kraft (Mäna) innewohne. Dazu gehört auch das Verbot, über bestimmte Dinge zu reden oder gewisse Namen (z.B. von Göttern und Königen) auszusprechen; mit der Zeit erstarrt es zu einer MECHANISCHEN, UNREFLEKTIERTEN, SELBSTVERSTÄNDLICHEN GEWOHNHEIT. 

Der heidnische polynesische Begriff "Nöa" ist das Gegenteil von "Tabu": Nöa Wörter sind erlaubte Ausdrücke, die ersatzweise für Bezeichnungen, die auszusprechen verboten sind, gebraucht werden, was besonders für Götternamen und kultische Gegenstände gilt. Die Juden haben viele Nöa-Wörter, die das Tetragramm, "Jahweh", ersetzen-. Adonai (= Herr), Elohim (= Gott), Eloqim (= Verstümmelung von Elohim, z.B. in den Targumim), Ha-Schem (= der Name), G-tt, G-d, . . . der Ewige (im Judentum erst im 18.Jhd. durch den Philosophen Moses Mendelssohn eingeführt), ...! Vgl. Kol.2:8.

Christen sollten keiner Tradition folgen, die NICHT DEM GEISTE JESU entspricht. Bekanntlich lehnte Jesus MENSCHENLEHREN ab. DAS NACHBABYLONISCHE VERBOT, den Eigennamen Gottes und Worte wie "Gott" auszusprechen, stammt ja NICHT VON GOTT, sondern ist EINE MORALISCH  ABSTUMPFENDE  UND  UNGEISTLICHE MENSCHENLEHRE, die in bezug auf alltägliches sündiges Denken, Reden und Tun keineswegs vorsichtiger macht. Die Liebe zum Volk der Juden darf doch nicht so weit gehen, daß man lehrmäßige Irrtümer und bloße Menschenlehren von ihnen übernimmt! Wenn das Wort "Gott" mit "G-tt" wiedergegeben wird, mag das für Juden ein Zeichen der Ehrfurcht sein, für Christen aber, die vom Geist Gottes inspiriert werden, der nicht ab, sondern aufdeckt, der nicht verhüllt, sondern enthüllt (vgl. 2.Kor.3:14-18), ist das EINE VERUNSTALTUNG, EINE VERSCHANDELUNG, ... des Wortes für Gott, der "der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus" (Eph.1:3) ist. Solchen GEISTLOSEN PHILOSOPHIEN sollten Christen keinen Raum geben (vgl. Kol. 2:8)! Für sie sollte es ganz natürlich sein, den Namen Gottes zu gebrauchen, wie dies auch DAVID tat, Ps.22:22(23), und schon in vorisra-elitischer Zeit EVA, die Stamm-Mutter aller Menschen, 1.Mo.4:1.

Jesus, der Messias, gab die Anweisung, den Namen Seines und unseres Vaters zu heiligen, nicht aber, ihn zu ver-schweigen oder durch Decknamen zu verbergen (siehe Vers 9 im "UNSER-VATER"-Gebet: Mt.6:9-13). Paulus: "Jeder, der DEN NAMEN DES HERRN (DEN EIGENNAMEN GOTTES!) NENNT(!), stehe ab von Ungerechtigkeit"; 2.Tim.2:19. Die Erwähnung dieses "nennt"(!) (im Griechischen übrigens das selbe Wort wie in der gefälschten Septuagintastelle 3.Mo.24:16!) setzt den Gebrauch des Gottesnamens, seine Nennung, voraus! Nur DURCH VERMEIDEN VON SÜNDE (vgl. Mt.5: 43-48; 1.Pet.1:14-19) WIRD DER NAME GOTTES DURCH DEN SPRECHER GEHEILIGT, nicht aber durch Nichtaussprechen! Welch ein Irrtum! - Wenn ein Mensch eine Bibel-Übersetzung billigt, die den Gottesnamen nicht oder kaum enthält, sondern ihn durch Titel wie "Herr" (meist "HErr" oder "HERR" gedruckt) umschreibt, schließt er sich unausgesprochen einem Verständnis an, das auf die Aussprache des Namens Gottes verzichtet, um DAS GEISTLOSE, ABERGLÄU-BISCHE   JÜDISCHE  GEBOT DER NAMENSHEILIGUNG (DURCH EIN NICHTAUS-SPRECHEN!) zu befolgen.

Aus späterer Zeit, der 2.Hälfte des 1.Jahrtausends nach Chr., als DIE MASORETEN begannen, den AT-Bibeltext zu punktieren (Vokalisation), stammen Z.B. punktierte Texte, z.B. ein Targum von Ruth, in dem das Tetragramm im hebräischen Teil des Textes mit e und a vokalisiert ist, in dem also JeHWaH  steht, und im aramäischen Teil mit JeJa  wiedergegeben wird. Wie man hier sofort sieht, werden alle vier Buchstaben des Tetragramms (samt den 2 Vokalen e und a) durch die zwei Buchstaben JW (יו)  wiedergegeben, wobei das W (ו) zu einem J (י) verstümmelt wird, die 2 Vokale e und a aber werden beibehalten. Allerdings war diese Form der Punktierung lange Zeit uneinheitlich (also: nicht standardisiert), wie man dies anhand vieler Codices jener Jahre beweisen kann. Selbst innerhalb eines einzigen Codex gab es Varianten. Sogar DER AUSGEZEICHNETE LENINGRADER CODEX B19A aus dem Jahre 1008, welcher der Biblia Hebraica (von Rudolf Kittel und Paul Kahle, 1966) zugrunde liegt, hat SIEBEN UNTER-SCHIEDLICHE PUNKTIERUNGEN DES TETRAGRANMS! (Z.B. ohne und mit o-Punkt:). Ferner: In (aramäischen) Targumim (etwa 'im Targum Onkelas und Targum Jonathan) findet man יי nicht nur als Ersatz für das Tetragramm, sondern auch als Ersatz für den hebräischen Namen Adonai ('aDoNaJ:) = Herr und den hebräischen Namen Elohim (eLoHiJM-. = Gott, sofern Elohim alleine (d.h. ohne Tetragramm) steht. Wenn das Tetragramm neben Adonai steht (also: "Adonai JHWH" oder "JHWH Adonai"), decken diese Targumim das Tetragramm mit Elohim ab, den Namen Adonai. Dies beweist außerdem, daß das Wort Elohim für diese Targum-Schreiber nicht jenen Grad von Heiligkeit besitzt, aufgrund dessen es immer nötig gewesen wäre, Elohim durch einen Ausdruck geringerer Heiligkeit abzudecken.

Der Aufwand an kostbarer Zeit und Kraft, den dieser von Menschen (nicht: von Gott!) erdachte und eingeführte Brauch des Verhüllens (Abdeckens, Ersetzens, ...) des Gottesnamens in Anspruch nimmt, ist enorm. Dabei ist die ganze Prozedur vom christlichen Standpunkt aus ABZULEHNEN, denn das Ergebnis ist EIN RELIGIÖSER KULT UM EINE NAMENSLOSE GOTTHEIT, eine Gottesverehrung, die sogar eine gewisse Ähnlichkeit mit derjenigen des antiken griechischen Heidentums hat: "DEN UNBEKANNTEN GOTT" (Apg.17:23).

Die  UMGEISTLICHE, MECHANISCHE GEWOHNHEIT VON JUDEN, göttliche Namen abzudecken, abzukürzen, ..., kann auch nicht mit dem Hinweis darauf gerechtfertigt werden, daß schon in der Bibel der Buchstabe Jod stell-vertretend für das (volle) Tetragramm steht. Denn da geht es um etwas ganz anderes: In Personennamen(!) wurde der Buchstabe Jod (J) bereits in antiker Zeit als Abkürzung für das Tetragramm verwendet: So könnte der Personenname Abdi  in 2.Chr.29:12 und Es.10:26 nicht nur "mein Knecht" bedeuten, sondern auch "Knecht von J(ah)", und der Personenname Jehu  in 1.Kö.19:16-17 und 1.Chr.4:35 bedeutet "J(ahweh) ist Er".  Solche harmlosen Namens-gebungen sind durchaus biblisch. Aber selbst da ergibt ein genauer Textvergleich des hebräischen AT mit seiner griechischen Übersetzung, der Septuaginta, daß ganz bestimmte Fehler im griechischen Text auf die Verwendung des einzelnen Buchstabens J (י) als Abkürzung für das Tetragramm zurückzuführen sind. Doch WIE  VIELE FEHLER ERGEBEN SICH ERST AUS DER UNBIB-LISCHEN  VERWENDUNG  VON  DECKNAMEN, ... FÜR DAS  TETRAGRAMM! Hier sei nur auf eine einzige Fehl-erquelle aufmerksam gemacht: Durch die Verwendung des Decknamens Adonai anstelle des Gottesnamens kam es immer wieder vor, daß die Schreiber, wenn sie unter Diktat Abschriften von AT Texten anfertigten, das Wort Adonai mit dem Tetragramm, das ebenfalls Adonai ausgesprochen wurde, verwechselten. Glücklicherweise fanden die Vorgänger der Masoreten, die Sopherim (Schriftgelehrten, wörtl.: Schreiber), die den AT-Text (vor allem die Tora) gewissenhaft und genau studierten und mit großer Sorgfalt abschrieben, 134 STELLEN (wie man in einer Randnotiz der Masoreten zu 1.Mo.18:3 lesen kann), WO EIN TETRAGRAMM  FÄLSCHLICHERWEISE  DURCH ADONAI   ERSETZT  WORDEN  WAR. Tatsache ist auch, daß z.B. im ältesten Text des Jesaja (zwischen 150 und 100 v.Chr.), gefunden in einer Höhle (1Qa) in Qumrän, AN 16 STELLEN IRRTÜMLICHERWEISE "ADONAI" STATT DES TETRAGRAMMS steht!

Die HALBHERZIGE UND ZWIESPÄLTIGE EIN-STELLUNG ZUM GOTTESNAMEN wird u.a. bei dem berühmten JÜDISCHEN RELIGIONSPHILOSOPHEN MAIMONIDES (um 1135-1204), der im muslimischen Ägypten lebte, in dessen Werk "Führer der Verwirrten" (verfasst um 1190) offenbar. Einerseits meint er, daß der Gott der Philosophen keine Anbetung, sondern nur eine höfliche Anerkennung seiner Existenz verlange, da es unmöglich sei, mit einer namenlosen Gottheit eine Verbindung aufzubauen. Andererseits beklagt er, daß den Juden die wahre Anbetung Gottes abhanden gekommen sei, macht aber selbst keinen Gebrauch vom Gottesnamen, obwohl er weiß, daß das Tetragramm JHWH der Eigenname Gottes ist. Er rechtfertigt dies damit, daß es doch um das Verstehen der Bedeutung des Namens gehe, um die Spiritualität in Verbindung mit dem Namen, nicht aber um seine genaue Aussprache, seinen Klang. Und so beschränkt er sich auf einseitige, unbiblische Weise auf die Kenntnis der Bedeutung des Namens mit "Ich werde sein, der Ich sein werde" (2.Mo.3:14) und vergisst, daß DIE  AUSSPRACHE DES  EIGENNAMENS  UNTRENNBAR  DAMIT VERBUNDEN ist (Vers 15) und NICHT UNTERLASSEN werden soll (vgl. Jer.23:26-27; 44:26). Und so denkt er als Jude, als "Semit" (das Wort kommt von "Schem", was "Name" bedeutet)! Für Semiten trägt alles, was existiert, einen Namen, und alles, was einen Namen hat, hat eine Bedeutung (vgl. 1.Mo.1:5a+b,8a,10a+b; 2:1920; 29:35; u.a.). Wenn der Hauptunterschied zwischen dem Gott des Abraham und dem Gott des Aristoteles das Tetragramm ist, dann sollen "Abrahams Kinder" (Joh.8:39) nicht nur die Bedeutung dieses Namens kennen (etwa im Sinne von: "Ich werde mit dir sein" 2.Mo.3:12), sondern auch von seiner genauen Aussprache Gebrauch machen (vgl. Jes.52:6). GOTTES NAMENSLOSIGKEIT IST EIN TEUFELSWERK!


 

Betrogene Christen: 

Die Methode des Ersetzens eines heiligen Namens durch eine Abkürzung übernahmen Christen VON JUDEN, die das Tetragramm JHWH mit dem ersten und dem letzten Buchstaben abkürzten, also mit JH. So kam es, daß ab dem Zeitpunkt, da die meisten Christen Heidenchristen waren (um 100), Heidenchristen für Kyrios (Herr) die Abkürzung KC schrieben , EINE ABKÜRZUNG, DIE SOWOHL FÜR GOTT (nämlich für das Tetragramm) ALS AUCH FÜR JESUS VERWENDET wurde! Andere grammatische Formen von Kyrios wurden ebenfalls abgekürzt: für KURIOU schrieb man KU und für KURIE KE, beide bezogen sich SOWOHL AUF GOTT ALS AUCH AUF JESUS! Dementsprechend ging man bei Doppelausdrücken vor: Für KURIOS JHWH (= KURIOS 0 THEOS) schrieb man: KS 0 TS, für den Namen IESOUS (Jesus) schrieb man: IS, für IESOU: IU, für KURIOU IESOU XRISTOU: KU  IU  XU. Mit der Zeit kamen noch viele andere heilige Namen hinzu! Diese abgekürzte und überstrichene Schreibweise fand weite Verbreitung. Dadurch aber, daß die Schreiber sich auf die Einhaltung ihres ausgeklügelten Abkürzungssystems konzentrierten, wurden ihre Augen gehalten (vgl. Lk.24:16), so daß sie z.B. auf eine klare Unterscheidung zwischen dem KS für Gott und dem KS für Jesus nicht achteten. 

IHRE METHODE DER ABKÜRZUNG SCHWÄCHTE GERADEZU IHRE GEISTLICHE ABWEHRKRAFT, sich vor einschleichender falscher Philosophie in Acht zu nehmen. Als das Lateinische allmählich das Griechische verdrängte, wurden diese heiligen Namen durch ihre lateinischen Entsprechungen ersetzt (z.B. durch Dominus = Herr). So wurde auch das Schwanken der griech. Schreiber zwischen Kyrios und Theos als Deckname für das Tetragramm von den lateinischen Schreibern ins Lateinische übertragen, und somit fand die mangelhafte Unterscheidung zwischen Dominus (Herr) und Deus (Gott) in die lateinische Bibel Eingang.

Zur Zeit des beginnenden Staatskirchentums (4.Jhd.) war DER GOTTESNAME IM VOLK UNBEKANNT. Weitaus die meisten Bibelleser wussten nicht einmal, daß Gott einen eigenen Namen hat! Selbst EUSEBIUS (ca.262-339), ein Kirchenhistoriker und guter Kenner des Hebräischen, scheint nur (griech.) Ersatznamen wie etwa Ia und Iao gekannt zu haben. Wenn er z.B. schreibt, daß Iao der Name Gottes in hebräisch sei, oder anderswo, daß Ia, der Name des "Herrn" (Gottes), gewöhnlich mit Adonai wieder-gegeben und einige Male mitten im griechischen Text hebräisch (יהוה) geschrieben werde, so meint er damit nur die Ersatznamen JH und JHW (die auch am Ende bestimmter Personennamen vorkommen, z.B. in 1.Chr.25:2 Netanja und in Jer.36:14 Netanjahu). Damals war DER GOTTESNAME durch Abkürzungen und Substitute, die man von den Juden übernommen hatte, ersetzt, und SEINE AUSSPRACHE ENTSPRACH JENER DER SUBSTITUTE. Wahrscheinlich wäre der beginnenden Staatskirche Kaiser Konstantins DER ARIANISCHE STREIT erspart geblieben, hätte sie nur durch Gebrauch des Eigennamens Gottes klar zwischen Gott und dem Messias unterscheiden können und wollen. Doch Gottes Widersacher freute sich über die UNWISSENHEIT und den PHILOSOPHISCHEN WAHRHEITSERSATZ!

Nicht anders ist es bei HIERONYMUS (ca.347-420), dem Übersetzer der Bibel vom Hebräischen ins Lateinische: DIE VULGATA GEBRAUCHT FÜR JHWH DEN ERSATZNAMEN DOMINUS. In seinem Kommentar zu Ps.8:1 schreibt er mit knappen Worten, daß "der Name des Herrn" im Hebräischen 4 Buchstaben habe, Jod He Waw He, daß er der Eigenname Gottes sei und "Jaho (lat.: Iaho)" ausgesprochen werden könne. Dieses "Iaho" aber ist nur die lateinische AUSSPRACHE EINES NAMENSERSATZES (JHW) ! Für die folgenden 800 Jahre war diese dürftige Aussage so ziemlich alles, was über "gutes" Lesen des Namens zu erfahren war.

Ferner bestätigt Hieronymus, daß man bis in seine Zeit das Tetragramm in bestimmten griechischen Handschriften von AT Übersetzungen auch in antiken (hebräischen) Buchstaben finden kann. - Ferner, daß das Tetragramm von unwissenden Leuten in griechisch  geschrieben wird (anstatt hebräisch)

Ab dem 4.Jahrhundert (Staatskirchentum) haben viele Abschriften der so genannten HEXAPLA (= "SECHS-FACHE": kritische Ausgabe des AT von ORIGENES mit sechs parallelen Textspalten, 3.Jhd.) statt des Tetragramms JHWH dieses griechische Pipi im AT-Text. Die hebräischen Buchstaben des Tetragramms hatte man durch die griechischen Buchstaben  (= Pipi) , die ähnlich aussahen und von Unkundigen leicht mit den hebräischen zu verwechseln waren, ersetzt. Daher kam es vor, daß Leute meinten, dies sei der Name Gottes. "Pipi" ist bis ins 9.Jhd. in der Septuaginta nachweisbar!

Alkuin (ca.732-804) war HOFTHEOLOGE BEI KAISER KARL, DEM GROSSEN, und revidierte die Vulgata, die lateinische Bibel des Hieronymus (um 390). Obwohl er die Schreibung des Tetragramms kannte, behauptete er, der Name sei Dominus (lat. für Herr) gelesen worden, weil er unaussprechbar sei. Das aber war nur die leere Behauptung von Juden. Sie sprachen ja den Namen nicht aus, weil sie meinten, er sei unaussprechbar. Doch diese angebliche Unaussprechlichkeit hat ihre Wurzel in einem unbiblischen Verbot, ihn auszusprechen! Alkuins Unwissen über den Namen Gottes spiegelt sich darin, daß er ein Verfolger von Christen war, die eine Lehre über Christus vertraten, die dem Urchristentum viel näher kam als seine. Ein Repräsentant dieser besseren Christologie war der spanische Adoptianer FELIX, BISCHOF VON URGEL (einem Ort am Südhang der Pyrenäen) . Wenn Alkuin, der Leiter des Bildungswesens im Fränkischen Reich, ein derart kümmerliches Wissen über den Gottesnamen hatte, kann man sich vorstellen, wie finster es diesbezüglich erst unter dem einfachen Volk in Stadt und Land gewesen sein muss.

Gebrauche den Namen des Schöpfers!

Es gibt viele GRÜNDE, DIE FÜR DEN GEBRAUCH DES EIGENNAMENS GOTTES SPRECHEN. Hier zumindest drei:

Der Nicht-Gebrauch des Eigennamens Gottes macht gläubige Menschen keineswegs heiliger. Im Gegenteil! Durch ein sich einschleichendes Alibi-Motiv im Sinne von: "ich brauche mich nicht so sehr um ein sittliches Leben zu bemühen, Gott ist an meinem Denken, Reden und Tun nicht beteiligt, ich gebrauche ja Seinen Namen nicht", wird man in bezug auf die mannigfaltigen Versuchungen zur Sünde unwachsam, unachtsam und nachlässig. Der Gebrauch des Gottesnamens wirkt dieser Tendenz jedoch entgegen, denn er FORMT UND STÄRKT DAS GEWISSEN und ERHÖHT DIE WACHSAMKEIT JEDES ERNSTLICH GLÄUBIGEN MENSCHEN in einem ethisch positiven Sinn (vgl. 2.Tim.2:19)!

Laut Bibel soll der Name Gottes verbreitet werden. Demzufolge ist ein Nicht-Gebrauch des Namens Gottes ANTIMISSIONARISCH und verwerflich (vgl. Psalm 22:22; 117:1-2; 145:21; 148:11-13; Sach.14:9; Apg. 14:15-17; 17:24-31; Rö.9:17; u.a.).

Es ist einfach UNBIBLISCH, DEN NAMEN GOTTES NICHT ZU NENNEN! Da der Name fast 7000 mal in den AT-Schriften vorkommt, ist es offensichtlich nichts anderes als EIN WERK DES TEUFELS, DES WIDERSACHERS JAHWES, wenn der herrlichste aller Namen verschwiegen wird. Soll denn der Name von dem, der uns das wichtigste Buch, die Bibel, gab, und der ihr Autor ist, verheimlicht werden? Nein! Daß zur Zeit der ersten Christen der Eigenname Gottes nur selten im öffentlichen Leben zu hören war (z.B. in der Verteidigungsrede des Stephanus, s.o.), ist verständlich deshalb, weil seine Nennung durch die damaligen Juden unter Verbot stand und diesbezügliche Übertretungen mit der Strafe der Steinigung geahndet wurden. So musste man sich meist mit einem privaten, nichtöffentlichen Gebrauch des Namens begnügen.


 

Wiedereinführung des Namens ins NT:

Daß DER EIGENNAME GOTTES überall dort, wo das Tetragramm. im Urtext des Alten Testaments steht, auch in jeder Bibelübersetzung, egal in welcher Sprache, stehen sollte, braucht hier nicht eigens erörtert werden. Dieses Minimalwissen wird in der vorliegenden Schrift bereits vorausgesetzt. Nach dem bisher Gesagten stellt sich die Frage: Soll der Eigenname Gottes auch INS NEUE TESTAMENT HINEINGESCHRIEBEN werden? JA! Das müßte eigentlich klar sein! Gegenstand einer Frage sollte nur sein, AN WELCHEN STELLEN DES NT der Name Gottes wieder eingeführt werden soll. Schon etliche Jahrhunderte vor Martin Luther (1483-1546) wurden immer wieder mehr oder weniger große Teile des Neuen Testaments (z.B. für missionarische Zwecke) in die hebräische Sprache übersetzt. Stießen die Übersetzer dabei auf ZITATE AUS DEM ALTEN TESTAMENT, IN DENEN DER GOTTESNAME VORKOMMT, konnten sie in ihrer hebräischen NT Übersetzung für den Gottesnamen nicht ein anderes Wort verwenden als im hebräischen AT-Text (der den Juden ja bekannt ist) geschrieben(!) steht! Diesem Beispiel sollen natürlich auch Übersetzungen in moderne Sprachen folgen. Eine Reihe solcher Übersetzungen sind bereits bekannt.

Eigenartigerweise begann DIE WIEDEREINFÜHRUNG DES EIGENNAMENS GOTTES aufgrund von Streitigkeiten zwischen Juden und Christen. Damit die Vorkämpfer besser argumentieren konnten, verwendeten sie DAS MATTHÄUS EVANGELIUM IN HEBRÄISCHER SPRACHE, von dem man meinen könnte, daß es eher eine Abschrift eines hebräischen Originals sei als eine Übersetzung aus dem Griechischen. Wie dem auch sei, diese hebräischen Abschriften des Matthäus-Evangeliums, die polemischen Zwecken dienten, müssen alt sein, denn sie sind enthalten in Werken wie SEFER NESTOR HAKOMER (das Buch des Nestor, des götzendienenden Priesters) aus der 2.Hälfte des 1.Jahrtausends (für Jesus wird ישׁו = Jeschu, für das Tetragramm die Abkürzung הי = H' geschrieben). In Werken aus dem 2.Jahrtausend sind sie z.B. enthalten in: MILHAMOT HASCHEM von Jakob ben Reuben (1170); SEFER JOSEF HAMEKANE von Rabbi Josef ben Nathan (13.Jhd.); EVEN BOCHAN (= "Prüfstein") des spanischen jüdischen Arztes Schem-Tow ben Isaak Ibn Schaprut (1385). Der in diesen Matthäus-Evangelien von Juden stammende Gottesname H' = "der Name" (Ha-Schem) anstatt des üblichen "der Herr" in christlichen Texten ist bemerkens-wert.

Ein weiterer Fortschritt liegt vor, wenn anstelle der Abkürzung H' wieder DAS TETRAGRAMM steht: In der Mitte des 16.Jhds gab es einige gelehrte Übersetzungen von Teilen des NT mit Tetragramm: hebr. Evangelien von ANTON MARGARITHA (Leipzig 1533); hebr. u. lat. Mt.-Evangelium, auch genannt "die Tora des Messias", von SEBASTIAN MÜNSTER (Basel 1537); hebr. Mt.-Evangelium von MAN QUINQUARBOREUS (Paris 1551); hebr. Mt.-Evangelium hrg. von JEAN DU TILLET mit lat. Übersetzung von J.Mercier (Paris 1555, anstelle des Tetragramms:) ; hebr. liturgische Evangelien von FRIEDRICH PETRI (Wittemberg 1573); hebr., gr., lat. und dt. liturgische Evangelien von JOHANN CLAJUS (Leipzig 1576). Solche Leute leisteten auch Vorarbeit im Nachdenken darüber, an welchen Stellen des NT der Gottesname wieder eingeführt werden sollte. Was für Übersetzungen ins Hebräische galt, sollte AUCH FÜR ÜBERSETZUNGEN IN ANDERE SPRACHEN VON VORTEIL sein!

Deutsche Übersetzungen des NT, die den Gottesnamen (allerdings noch nicht systematisch) gebrauchten, waren in der Vergangenheit u.a. "Die heilige Schrift des neuen Testaments" von DOMINIKUS VON BRENTANO (Wien und Prag, 1796) und "Die Bibel" von JOHANN BARBOR (Wien 1805). Brentano gebrauchte die Namensform Jehovah in Mk.12:29 ("Schema Jisrael!"), Barbor die Namensform Ihova u.a. in Mk.12:29 und Lk.4:18 (Anfang der Rede Jesu in der Synagoge zu Nazareth). Wie auch bei den Übersetzungen der hebr. AT-Schriften, war die Aussprache des Tetragramms (noch) nicht einheitlich (aber zumindest der Wille zur Wiedereinführung und die Bemühung darum war da!) . Eine in der Gegenwart bekannte NT-Übersetzung mit dem Gottesnamen ist die "NEUE-WELT-ÜBERSETZUNG" der Zeugen Jehovas (in mehr als 10 Sprachen, u.a. in deutsch). In den NT-Texten kommt der Name Jehova 237x (in Fußnoten 72x) vor. (Anm.: Die „Neue-Welt Übersetzung" hält an der Namensform Jehova nicht deshalb fest, weil diese Form für sie die einzig richtige ist, sondern aufgrund der Ansicht, daß die Leute mit diesen Namen seit Jahrhunderten vertraut sind.). Im englischen Sprachraum sei auf die Bibel (AT und NT) der "ASSEMBLIES OF YAHWEH" (in deutsch: "VERSAMMLUNGEN JAHWEHS") (Bethel, PA, USA) hingewiesen, die systematisch den Namen Jahweh (englisch: Yahweh) gebraucht.


 

Wo sollte der Name im NT stehen? 

Zumindest überall dort, wo in den griechischen NT-Texten eine Stelle aus den hebräischen AT-Texten, die ihn enthält, zitiert wird. WO IMMER DER GOTTESNAME IM HEBRÄISCHEN TEXT VORKOMMT / VORKAM, hat ein Übersetzer das Recht, anstatt Decknamen wie Kyrios (Herr) und Theos (Gott) endlich wieder den Namen ins NT zu schreiben, denn AT Zitate im NT stammen ja AUS JENEN HEBRÄISCHEN QUELLEN (ORIGINALEN), mit denen sie bzgl. Namen eigentlich übereinstimmen sollten. Schon allein unter diesem Gesichtspunkt (AT-ZITATE UND ANSPIELUNGEN DARAUF!) kann der NT-Text an mehr als 200 Stellen mit dem Eigennamen Gottes versehen werden und dadurch mehr Klarheit bekommen. - Die unrevidierte  ELBERFELDER - ÜBERSETZUNG von 1990 bemerkt in einer Fußnote zu Mt.1:22 (". . . was von dem Herrn geredet ist . . . ") : "'Herr' ohne Artikel bezeichnet hier und an vielen anderen Stellen den Namen 'Jehova'." In dieser NT-Ausgabe wird der Artikel, wenn er im Grundtext vor "Herr" fehlt, nur kursiv gedruckt (s.o.), so daß der Leser (der nicht den griechischen Grundtext vor sich hat) schon in der Schreibart "der Herr" leicht den Gottesnamen erkennen und dafür "JAHWEH" lesen kann. Besser wäre es natürlich, an solchen Stellen gleich den Namen in den Text zu schreiben. Die im vorigen Kapitel erwähnten hebräischen NT-Texte nehmen darauf Rücksicht. Das wäre doch EIN VORTEIL UND FORTSCHRITT AUCH IN ANDEREN SPRACHEN!

Hier seien einige weitere hebräische NT-Übersetzungen der nachreformatorischen Jahrhunderte genannt, anhand derer man erwägen kann, AN WELCHEN STELLEN DER JAHWEH - NAME IN NT-TEXTEN auch in Übersetzungen in anderen Sprachen wieder eingeführt werden könnte: die christlichen griech. Schriften in 12 Sprachen (auch in hebr.) des 1553 in Görlitz (Schlesien) geborenen ELIAS HUTTER (Nürnberg 1599); die christlichen griech. Schriften in hebr. von WILLIAM ROBERTSON (London 1661); Evangelien in hebr. u. lat. von GIOVANNI BATTISTA JONA (Rom 1668); das Neue Testament in hebr. u. engl. von RICHARD CADDICK (1798ff); die christlichen griech. Schriften in hebr. von J.C.REICHARDT (London 1846) ; Lk., Apg., Rö. u. Heb. in heb. von JOACHIM HEINRICH R. BIESENTHAL (Berlin 1855ff); die christlichen griech. Schriften in hebr. von FRANZ DELITZSCH (Berlin 1877, London 1981); die christlichen griech. Schriften in hebr. von ISAAC SALKINSON und CHRISTIAN D. GINSBURG (London um 1880, Jerusalem 1979); die christl. griech. Schriften in hebr. von J.BAUCHET (Rom 1975).

Im folgenden seien einige Beispiele angeführt, wo JAHWEH stehen sollte (Textvarianten sind durch / getrennt) :

APG.7:37: Stephanus verweist in seiner Rede auf eine Prophetie über Jesus: "Einen Propheten wird euch Gott aus euren Brüdern erwecken". Statt "Gott Herr, Gott" steht "Jehovah, dein Gott" (5.Mo.18:15) bei Hutter, Robertson, Biesenthal, Delitzsch u.a.

APG.10:33: Kornelius bittet Petrus, von ihm "alles zu hören, was dir von Gott befohlen ist". Statt "Gott/Herr" steht "Jehovah" bei Delitzsch, Salkinson, Bauchet.

APG.12:23: "Alsbald aber schlug ihn ein Engel des Herrn Statt "Engel des Herrn" steht "Engel Jehovahs" bei Hutter, Robertson, Caddick, Reichardt, Delitzsch u.a.

APG.12:24: "Das Wort Gottes aber wuchs und mehrte sich". Statt "Gott/Herr" steht "Jehovah" bei Hutter, Robertson, Caddick u.a.

APG.13:10,11,12: Paulus hatte in Zypern eine Auseinandersetzung mit einem jüdischen Zauberer und falschen Propheten namens Bar-Jesus. Statt "Herr" steht in allen 3 Versen "Jehovah" bei Hutter, Robertson, Caddick.

RÖ.14:4: "... denn der Herr vermag ihn aufrecht zu halten". Statt "Herr/Gott" steht "Jehovah" bei Salkinson, Bauchet.

RÖ.14:8: "Denn sei es, daß wir leben, wir leben dem Herrn; sei es, daß wir sterben, wir sterben dem Herrn. . . . wir sind des Herrn". Statt "Herr" steht 3x "Jehovah" bei Hutter, Robertson, Caddick, Reichardt, Biesenthal, Salkinson.

KOL.3:13: "... wie auch der Christus euch vergeben hat, so auch ihr". Statt "Christus/Herr/Gott/Gott in Christus" steht in Übereinstimmung mit Stellen wie Mt.6:12,14- 15 und 1.Joh.1:9 "Jehovah" bei Bauchet.

JAK.3:9: "Mit ihr preisen wir den Herrn und Vater Statt "Herr/Gott" steht "Jehovah" bei Salkinson, Bauchet.

JUD.5: "... der Herr, nachdem Er das Volk aus dem Lande Ägypten gerettet hatte, Statt "Herr/Gott" steht "Jehovah" bei Hutter, Robertson, Delitzsch, Salkinson u.a.

OFF.18:8: "... denn stark ist der Herr, Gott, der sie (= die Hure Babylon) gerichtet hat". Statt "Herr" steht "Jehovah" bei Hutter, Robertson, Delitzsch u.a.

Darüber, hinaus gibt es zahlreiche Verse, in denen eigentlich mit "Herr" oder "Gott" ebenfalls "JAHWEH" gemeint ist, wofür aber in diesen hebräischen Über-setzungen kein Hinweis gefunden wird. Ein einziges Beispiel hierzu möge genügen:

APG.20:28: "... die Versammlung Gottes zu hüten, welche Er sich erworben hat durch das Blut Seines Eigenen". Die "Versammlung des Gottes/des Herrn/des Herrn und (des) Gottes" ist die "Versammlung Jahwehs" (vgl. 1. Tim.3:15; 2.Tim.2:19; Rö.10:13).

Nicht zuletzt auch deshalb, UM LEHRMÄSSIGE IRRTÜMER MÖGLICHST ZU VERMEIDEN, sollte der Name Gottes, JAHWEH, überall dort im NT (oder in Fußnoten) seinen ihm zustehenden Platz bekommen, wo der Leser nicht in der Lage ist, klar genug zwischen Gott und dem Messias zu unterscheiden. Hier ist die Zusammenarbeit der Übersetzer mit undogmatischen Bibelauslegern (Exegeten) wichtig.

Der Name des Messias:

Wie uns das NT in Mt.1:21 berichtet, entsprach es dem Willen Gottes, daß Sein Sohn und Messias "JESUS" genannt werden sollte, denn dieser Name wurde Joseph, im Traum von einem Engel Gottes eingegeben: "Und sie wird einen Sohn gebären, und du sollst Seinen Namen JESUS heißen, DENN ER WIRD SEIN VOLK ERRETTEN VON IHREN SÜNDEN."

Hinsichtlich des Namens "Jesus" wird in Mt.1:21 in manchen Bibeln auf 2.Mo.17:9 und 4.Mo.13:16 verwiesen, wo von Josua, dem Mitarbeiter und späteren Nachfolger des Mose, die Rede ist. Tatsächlich besteht ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Namen. "Und Mose nannte Hosea (= HOSCHEA, den Sohn Nuns, Josua (= gemäß Vokalisierung des Masoretentextes: JEHOSCHUA); 4.Mo.13:16b. HOSCHEA  bedeutet „RETTUNG bewirken, oder einfach "RETTUNG". Den Buchstaben dieses Wortes wird ein J, der erste Buchstabe des Tetragramms JHWH  vorangestellt und das Ergebnis etwas anders vokalisiert: "J(AHWEH) BEWIRKT RETTUNG". Genau in dieser Form (aber mit althebräischen Buchstaben und ohne Punktierung!) ist der Name Jehoschua  AUF SIEGELN bezeugt, die zwischen dem 8. und 6.Jhd. vor Chr. datiert werden (also etwa aus der Zeit der Propheten Jesaja und Jeremia stammen) . 

IM MASORETENTEXT HAT DER NAME DREI VER-SCHIEDENE BUCHSTABIERUNGEN: Die Buchstabierung JEHOSCHUA (4.Mo.27:18; Jos. 1:1; 4:14; 5:13; 7:6; Ri.2:6,7a,8; Sach.3: 1), die Buchstabierung der vollen Vokalisation JEHOSCHUA (5.Mo.3:21; Ri.2: 7b), und die häufige Kurzform JESCHUA (Esra 2:2,36; 3:2; Neh.8:7,17; 1. Chr. 24 : 11; 2. Chr. 31: 15) . Bei der zuletzt genannten Variante fällt auf, daß sie erst in jenen Bibelbüchern, die aus der Zeit nach der babylonischen Gefangenschaft stammen, aufscheint: Sie ist eine Namensform, die unter ARAMÄISCHEM EINFLUSS entstand!

Der Name JESCHUA   gehört für Juden zu den so genannten theophoren Namen, d.h. zu jenen NAMEN, DIE EINEN TEIL DES NAMENS GOTTES ENTHALTEN. Er erinnert sie an Erlösung (Rettung, Heil) . Jehoschua kann wiedergegeben werden mit "J(HWH) wird Rettung bewirken" und Jeschua mit "J(HWHs) Rettung". 

Über den Namen JEHOSCHUA( (bzw. JESCHUA) steht in Sota 34b, daß dieser Name "JH wird deine Rettung bewirken" bedeutet, weil der Name ein J erhielt, denn gemäß 4.Mo.13:16 wurde aus Hoschea der Name JeHoschua. Solche Änderungen in der Aussprache von Namen könnten durch ihre Nähe zu anderen Namen mit ähnlicher Bedeutung entstanden sein, hier etwa zu Jesaja

(JESCHA JAH = "RETTUNG VON JAH“) oder zu dem Wort JESCHU'AH = "GERETTET SEIN", "BEFREIUNG"). Daher kann der Name Jehoschua, dessen Bedeutung nahe ist dem JEHOSCHIA ( = J(HWH) wird Rettung bewirken" bzw. "Er wird Rettung bewirken", vgl. das einfache joschia = "Er wird Rettung bewirken", "Er wird retten"), mit gutem Grund auf JESCHUA,  verkürzt werden (und zwar wegen seiner Nähe zu dem Wort jeschuah = ist "Rettung"). Biblische Erklärungen beruhen ja eher auf Wortspielen(!) und Inspiration(!) als auf sprachwissenschaftlichen Definitionen.

BIBLISCHE TEXTE AUS QUHRÄN, die in das 3. und 2. Jahrhundert vor Chr. datiert wer
den, buchstabieren den Namen, den die Masoreten JEHOSCHUA = JHWS schrieben, in althebräischen Buchstaben mit JHSW, also ohne das erste W, aber immer mit dem zweiten. Diese ungewöhnliche Buchstabierung trifft auch für mehrere biblische Texte im klassischen Hebräisch aus dem 1.Jahrhundert vor Chr. zu. Einige Bibelbücher wie Josua enthalten jeweils verschiedene Schreibweisen dieses Namens: JHS; JHSW; und JHWSW.

Gerade durch diese ungewöhnlichen Buchstabierungen lassen sich die Unregelmäßigkeiten in der Aussprache erklären. Die Schreiber modifizierten diesen Namen durch leichte Veränderung in der Schreibung und Aussprache. So wurde aus dem Namen JEHOSCHUA der Name JEHSCHUA.

Eine Buchstabierung wie z.B. die letztgenannte kann bei konsonantischer Aussprache auch mit JAHSCHUA wiedergegeben werden. Eine solche Aussprache passt klanglich sogar besser zur Namensbedeutung "JAH(WEH) IST RETTUNG". Selbst bei vokalischer Aussprache kann dieser Name gemäß dem sprachlichen Gesetz des Konsonanten-Vokal-Wechsels mit IHaSUa, also mit Jaschua (klanglich das selbe wie oben) wiedergegeben werden, was soviel wie "gerettet sein" bedeutet. - In DEN ZWEISPRACHIGEN BRIEFEN VON BAR-KOCHBA (geschrieben um 125 nach Chr.) wurde der im Hebräischen immer mit JSW geschriebene Name auf vielerlei Weise ins Griechische transkribiert, z.B. mit Iesou, Iassou und Esou. Dem an zweiter Stelle genannten Namen könnte im Hebräischen die Aussprache JAHSCHUA  entsprochen haben (im Griechischen gibt es keinen Buchstaben für das h, das j ist ein i, und die Endung a fällt in einem aramäischen Kontext weg).

Die Alltagssprache in Palästina und Syrien war zur Zeitenwende ARAMÄlSCH. Wie FUNDE VON INSCHRIFTEN beweisen, zählten damals bei den Juden NÄNNER NAMEN WIE JOSEPH UND JESUS zu den häufigsten Namen. In schriftlich häufig bezeugt ist der Jesusname in der Form JESCHU (damals noch ohne Punktierung) . Diese Aussprache rührt von der Namensform JESCHUA  her, die im damaligen Landesaramäisch JESCHU ausgesprochen wurde (das a war am Wortende nicht mehr hörbar!) . JESCHU  wurde im Griechischen der Septuaginta zu Iesou(s), (im Griechischen entspricht klanglich dem u-Laut das ou, nicht das u alleine). Aus dieser griech. Form des Jesusnamens Iesou(s), die aus dem aramäischen Jeschu unter Hinzufügung der griech. Endung s entstand, wurde im Lateinischen I(h)esu(s), im Deutschen Jesu(s), ... Unser deutscher Name Jesu(s) hat aramäische(!) Wurzeln, hat also weder etwas mit dem griech. Götternamen Zeus noch mit einer griech. Gottheit der Erlösung namens Ieao bzw. Ieso ( zu tun, wie Verächtlichmacher gelegentlich behaupten. Selbst im Englischen war noch vor Jahrhunderten (etwa zur Zeit des englischen Vor-Reformators John Wyclif, um 1350) die Aussprache des auch im heutigen Englisch "Jesus" geschriebenen Namens nicht Dschiesas, sondern ebenfalls Jesus bzw. Iesus (vom Lateinischen: Iesus).

Um Jesus und Seine Anhänger (die Christen) zu schmähen, gebraucht JÜDISCHE POLEMIK für Jesus absichtlich keine biblische Namensform wie etwa JESCHUA oder JESCHU, der letzte Buchstabe ע wird noch geschrieben, bleibt aber unhörbar, sondern obige Form der aramäischen Schreibweise: JESCHU, der letzte Buchstabe ע wird nicht mehr geschrieben. Mit diesen drei Konsonanten JSW wird der Name in der JESUS-POLEMIK des in aramäischer Sprache verfassten babylonischen Talmuds (Sanhedrin 43a) und in dem Buch des Nestor (einem philosophischen Dialog aus der Zeit zwischen dem 6. und 9.Jhd.) geschrieben. Jahrhunderte nach Jesus wird in "Toledot Jeschu" (Erzählung über Jesus, wahrscheinlich nach dem 6. Jhd. verfasst) spottend von dem Namen Jeschu gesagt, daß er wegen seiner 3 Konsonanten JSW in hebräisch "Jimmach Schemo Wezikhro" bedeute, d.h. "auslöscht werde Sein Name und Seine Erinnerung". Obwohl im Rabbinischen der Name von Jesus meist mit Jeschu wiedergegeben wird, hatten die 3 Konsonanten ursprünglich nichts mit der Verwünschungsformel zu tun. Trotz dieser ANTI-CHRISTLICHEN VERFLUCHUNG, die den Namen Jeschu eigentlich ausgelöscht haben wollte, wurde gerade diese Namensform des Messias aus Nazareth im Griechischen, Lateinischen, Deutschen, Englischen, . . . die bekannteste Form (vgl. Apg.4:10,12). AUS FLUCH WURDE SEGEN! Welch ein Wirken Jahwehs! Vgl. 5.Mo.23:5.

Jahweh, dein Gott, wandelte dir den Fluch in Segen, DENN JAHWEH, DEIN GOTT, HATTE DICH LIEB." "Aus Ägypten habe Ich (= Jahweh) Meinen Sohn gerufen"; Mt.2:15. Mit "Meinen Sohn" sind hier nicht (mehr) die Israeliten (Hos.11:1), sondern Jesus gemeint.

In unserem deutschen Namen "JESU(S)" stammt das J vom Tetragramm: J ist der Anfangsbuchstabe von JHWH, JaHWeH.

Die Buchstaben su in Jesu(s) stammen, von sua' = um Hilfe rufen, Rettung bewirken.

Für Eusebios (um 300), Demon. Evang.IV,17:23, geht das "su' im griech. Namen Iesu auf das hebräische sua" zurück, das Rettung bedeutet. An dieser Stelle sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Namensform JESCHU  auch in den aramäischen Bibeln (z.B. in der PESCHITTA) der übliche Name für Jesus ist. In den aramäischen (altsyrischen) EVANGELIEN DES SINAI-SYRERS (die mindestens so alt sind wie die lateinische Vulgata, um 390, wahrscheinlich aber bedeutend älter!) steht für Jesus in der Estrangelo-Schrift  (= JSW = Jeschu) nicht nur in Mt.1:21, sondern überall. Auch die etwas jüngere Serto-Schrift (die in der syrisch orthodoxen Kirche üblich ist) hat die Form Jeschu. Das deutsche Wort Jesu(s) ist also ebenso wenig sinnentleert wie das griechische oder aramäische Wort für Jesus!

Trotz dieser Tatsache muss betont werden, daß DIE NAMENSFORM JAHSCHUA lautlich viel klarer die Wortzusammensetzung des Jesusnamens aus seinen zwei Bestandteilen, dem Eigennamen Gottes, "Jahweh", und dem Wort "schua", das soviel wie Rettung bedeutet, zum Ausdruck bringt. In diesem Sinne ist sie auch der Form Jeschua vorzuziehen, die nur geringfügig besser als die Form Jesus ist. Gemäß namhaften Kennern orientalischer Sprachen wie Antoine Fabre d'Olivet ("Die wiederher-gestellte hebräische Sprache") bleibt in einem zusammen-gesetzten Namen, der an der formativen Grenze ein W (Waw) hat, wie es gemäß Masoretentext des Alten Testaments z.B. beim Personennamen Jehoschua der Fall ist, das W stumm. 

Die Aussprache JaH-Sua( (= Jahweh ist /bewirkt Rettung) ENTSPRICHT AM BESTEN DEM LAUTLICHEN GLEICHKLANG (d.h. der phonetischen Assonanz) MIT DEM GOTTESNAMEN JAHWEH. 

Welchen Namen sollte man nun für Jesus verwenden? Das hängt davon ab, WIE GENAU MAN IM ZUSAMMENHANG MIT DEM GEBRAUCH DES NAMENS SEIN WILL ODER SEIN SOLL! Da der Name "Jesus" im deutschen Sprachraum am besten bekannt ist, wird man sich in Gesprächen mit (noch) Ungläubigen auf diesen Namen beschränken müssen. Von der Bibel her ist gegen den Messias-Namen in der jeweiligen Muttersprache(!) nichts einzuwenden!


 


 

Autor Dr. Rudolf  J.Michalke

Quellenstraße 24B/27/10

A- 1100 Wien/ Austria   


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